Oliver Welter / Michael Gantenberg – Lang sind die Schatten (Inka Luhmann 2)

Lang sind die SchattenBeschreibung
Schock beim Stock-Car-Rennen: im hohen Bogen fliegt beim Finish eine Leiche aus dem Kofferraum des Siegerautos. Der Tote war im Autoclub Hesborn sehr beliebt. Aber wie Kommissarin Inka Luhmann bald herausfindet, war er auch bekannt als Bordellbesitzer und Zuhälter. Und deswegen schon verurteilt. Damaliger Ermittler: Inkas Mann, Hauptkommissar Hendrik Luhmann, aktuell in Elternzeit. Auf Inkas Fragen antwortet ihr Mann ausweichend. Verschweigt er etwas? Was wissen seine alten Kollegen? Als ein weiterer Mord geschieht, muss sich Inka fragen, wem sie bei der Jagd nach dem Täter noch vertrauen kann…

Sprecher
Vera Teltz

Länge
10 h 55 m

Meine Meinung
„Lang sind die Schatten“ war ein Krimi genau nach meinem Geschmack. Was haben wir hier also: einen tollen Auftakt mit einem schockierenden Leichenfund, eine sympathische Kommissarin, deren Mann – ebenfalls Polizist jedoch in Elternzeit – gleichermaßen sympathisch ist, ein sehr gut beschriebenes und bunt gemischtes Ermittlerteam, jede Menge Spannung und einen Showdown, der seines Gleichen sucht.

Lange tappte ich mit Inka Luhmann und ihrem Team im Dunkeln, wer denn der Mörder des im Stock-Car aufgefundenen Toten ist. Als es dann noch einen Mord gibt und einiges auf den selben Mörder schließen lässt, anderes jedoch auch wieder nicht, steht man nun komplett ratlos da. Ist es ein Serientäter? Und wenn ja, was ist sein Motiv, nach welchen Kriterien sucht er seine Opfer aus? Und warum sind sie Morde und die Leichenfundorte doch so unterschiedlich?

Auch als einem die Lösung langsam dämmert, nimmt das kein bisschen die Spannung, da der Mörder ja schließlich erst noch gefasst werden muss. Und das erweist sich als gar nicht so einfach.

Ich fand die Mischung zwischen Ermittlungsarbeit und Familienleben der Luhmanns sehr gelungen. Es fügte sich alles wunderbar zusammen. Sehr gut fand ich auch, dass – als sie von einem Regelverstoß ihres Mannes erfuhr und völlig entsetzt darüber war – sie später selbst in eine Situation geriet, in der sie sich zwischen Regeln/Gesetze und Recht entscheiden musste.

Ganz zum Schluss klärt sich auch noch auf, warum der Titel „Lang sind die Schatten“ heißt.

Vera Teltz als Sprecherin fand ich auch sehr passend. Diesen Krimi möchte ich als beste Krimiunterhaltung bewerten. Denn ich lauschte den knapp 11 Stunden gebannt – und zwar in jeder Minute.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Oliver Welter / Michael Gantenberg – Lang sind die Schatten (Inka Luhmann 2)

Simon Lelic – Das Kind, das tötet

Beschreibung Das Kind das tötet
Leo Curtice scheint das große Los gezogen zu haben. Der bisher wenig erfolgreiche Anwalt wird Pflichtverteidiger in einem spektakulären Fall: Ein erst zwölfjähriger Junge hat auf brutale Weise eine Elfjährige ermordet. Wider Erwarten packt Leo der Ehrgeiz, dem Jungen wirklich helfen zu wollen. Doch er rechnet nicht mit der Hexenjagd, die nun beginnt. Und dann kommt es zur Katastrophe, die sein Leben auf immer verändern wird.

Simon Lelics aufwühlendes Meisterstück über Schuld und Vergebung, Liebe und Pflicht.

Sprecher
Jan Uplegger

Länge
9 h 07 m

Meine Meinung
Wenn man gerne „bequeme“ Literatur hört, die genau und klar einzustufen ist, dann sollte man von Simon Lelic tunlichst die Finger. Denn seine Bücher sind alles andere bequem. Nachdem ich zunächst „Ein toter Lehrer“ von Lelic gehört hatte und ich dieses sehr unbequem aber verdammt gut fand, wurde ich neugierig auf weitere Bücher von Simon Lelic.

In „Das Kind, das tötet“ geht es um einen Anwalt, den der Ehrgeiz packt, einen eigentlich aussichtslosen Fall doch noch zu gewinnen. Doch nicht unbedingt um des Ruhmes willen, sondern um dem Kind, das getötet hat – und das steht von Anfang an außer Frage – bestmöglich zu helfen.

Wieder macht Lelic keine Statements, was denn moralisch richtig oder falsch ist. Wieder überlässt er die Denkarbeit dem Leser/Hörer. Er wirft viele  Fragen auf, die der Leser/Hörer dann selbst mit sich ausmachen muss, wie er denn selbst zu der Fragestellung steht. Das ist natürlich nicht leicht, es nagt an einem, am eigenen Gewissen und gerade das macht das Besondere aus. Denn man bekommt nichts auf dem Silbertablett präsentiert. Man muss es sich schon selbst mühsam erarbeiten. Toll. Eine mir wirklich willkommene Abwechslung zu all den anderen Thrillern, die hauptsächlich durch Spannung, Action, vielen Grausamkeiten und Zufällen bei der Ermittlungsarbeit brillieren oder zumindest unterhalten. Bei Simon Lelic muss man selbst mitarbeiten.

Das Ende hat mich nicht ganz überzeugt zurückgelassen, da hätte man etwas mehr herausholen können. Deshalb und auch weil es mich im Großen und Ganzen nicht ganz so begeistert hat, wie „Ein toter Lehrer“ gibt es für dieses Hörbuch nicht die ganze Punktzahl – ein Pingu-Punkt muss ich abziehen. Aber da bleiben immer noch sehr gute 4 Pingu-Punkte für die Story übrig. Und Simon Lelic zählt für mich zu einem der Ausnahmeschriftsteller, bei dem ich schon gebannt auf sein nächstes Buch warte.

Jan Uplegger fand ich auch bei dieser Geschichte wieder äußerst überzeugend und genial. Er passt sehr gut zu Lelics Schreibstil.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Simon Lelic – Das Kind, das tötet 

Siehe auch: