Margaret Atwood – Oryx und Crake (Die MaddAddam-Trilogie 1)

Beschreibung
Crake und Jimmy waren Freunde, und sie liebten dieselbe Frau: die rätselhafte Oryx. Sie lebten in einer ständig von Klimakatastrophen bedrohten Welt. Crake, ein Genie genetischer Manipulation, war Wissenschaftler und arbeitete für das Projekt „Paradice“ in einem Elite-Labor eines biogenetisch-pharmazeutischen Konzerns. Jimmy sorgte als Werbefachmann für die Bekanntmachung der Produkte, die Crake entwickelte.

Nun sitzt Jimmy, mittlerweile „Schneemensch“ genannt, versehrt, gebrochen und als womöglich letzter Vertreter der Gattung „Homo sapiens“ auf einem Baum, dem einzig verbliebenen sicheren Ort, und blickt zurück. Auf die Überflutung der bewohnten Gebiete durch den Klimawandel, auf das Verschwinden der überlebenswichtigen Ressourcen, auf das Artensterben, auf den Zusammenbruch der Ökosysteme und auf die Vernichtung der Menschheit durch eine fatale Seuche. Und natürlich auf Oryx. Und Crake.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
11 h 15 m

Meine Meinung
Per Zufall bin ich auf diese Trilogie gestoßen. Biogenetisch-pharmazeutischer Konzern – das klingt ja schon mal sehr interessant. Klimakatastrophe und letzter Homo sapiens? Äußerst verlockend. Kaum hatte ich also die Beschreibung gelesen, schon war der erste Teil der Trilogie auf meinem iPod. 12 Stunden später hatte ich es schon fertig gehört, so spannend fand ich das.

Okay anfangs brauchte ich etwas, um in die Geschichte hineinzufinden. Doch spätestens als Crake von seinen neuesten Entwicklungen erzählte, hatte mich die Story gepackt. Hier werden fantastische Fähigkeiten beschrieben, die alle aus der Vielzahl der Tierwelt übernommen wurden. Für was? Um den Homo sapiens zu „optimieren“.

Die Liebesgeschichte zwischen Crake, Oryx und Jimmy fand ich auch okay. Auch wenn ich nicht so der Fan von Liebesgeschichten bin. Aber hier ging es ja hauptsächlich um die Zukunft, wie sie sein könnte, wie fatal und faszinierend zugleich. Doch mehr erschreckend als wünschenswert. Somit war für mich die Liebesgeschichte nur ein würziges Beiwerk, dass dem ganzen natürlich nochmals mehr Emotionen verlieh.

Uve Teschner war auch hier wieder absolut ok.

Teil 2 wartet schon auf meinem Player auf mich. Ich bin dann also mal weg.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Margaret Atwood – Oryx und Crake (Die MaddAddam-Trilogie 1)

Siehe auch:

 

 

Kristina Ohlsson – Bruderlüge (Martin Benner 2)

Beschreibung
Anwalt Martin Benner verbrennt sich die Finger an seinem heißesten Fall – und wird selbst zum Verdächtigen.

Martin Benner befindet sich in der Hand von Unterweltboss Lucifer, der ihm den Auftrag erteilt, Mio zu finden – den Sohn der Serienmörderin Sara Texas. Wohl fühlt sich Benner damit nicht, schließlich arbeitet er nun für denjenigen, der Sara solche Angst einjagte, dass sie von einer Brücke gesprungen ist. Doch damit nicht genug: Jemand ist dabei, Benner zwei Morde anzuhängen, und er hat keine Ahnung, wer das ist. Als Benner von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt wird, begreift er, dass er nicht durch Zufall in die ganze Geschichte geraten ist, sondern dabei eine wichtige Rolle spielt.

„Schwesterherz“ und „Brüderlüge“: Die zweiteilige Bestseller-Serie aus Schweden von Krimistar Kristina Ohlsson: Hart, cool, genial erzählt!

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner, Gabriele Blum

Länge
10 h 39 m

Meine Meinung
Recht gute Fortsetzung des Krimis, jedoch konnte ich das Motiv am Ende  nur schwer nachvollziehen. Außerdem handelten hier etliche Personen – insbesondere Lucy – meiner Meinung nach ziemlich unrealistisch. Ich hätte den Protagonisten schon längst zum Mond geschickt.

Uve Teschner hat hier wieder sehr engagiert agiert, aber für meinen Geschmack hat er zu viel geschrien. Das nervte mich extrem. Gabriele Blum hingegen fand ich klasse.

Gesamteindruck: Die Frederik-Bergmann-Reihe ist dieser hier eindeutig vorzuziehen. Der Zweiteiler ist eine nette, kurzweilige Unterhaltung, aber man sollte nicht zu viel erwarten. Kristina Ohlsson kann wirklich bessere Krimis schreiben.

Siehe auch: 

Frederik-Bergmann-Reihe:

Matin-Benner-Reihe (zweiteilige Serie):

 

Kristina Ohlsson – Schwesterherz (Martin Benner 1)

Beschreibung
Wer war Sara Texas? Kaltblütige Serienmörderin oder unschuldiges Opfer?

Staatsanwalt Martin Benner will Bobby Tell eigentlich schnellstmöglich wieder loswerden: Dieser ungepflegte, nach Zigaretten stinkende Kerl wirkt erst mal wenig vertrauenswürdig. Sein Anliegen ist nicht weniger prekär: Tells Schwester Sara – eine geständige fünffache Mörderin, die sich noch vor der Verfahrenseröffnung das Leben nahm – soll unschuldig gewesen sein, und Benner soll nun posthum einen Freispruch erwirken. Vor Gericht hätte die Beweislage damals nicht mal ausgereicht, um Sara zu verurteilen, doch unbegreiflicherweise legte sie ein umfassendes Geständnis ab und konnte sogar die Verstecke der Tatwaffen präzise benennen. Benners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an…

Schwesterherz und Brüderlüge: die zweiteilige Bestseller-Serie aus Schweden von Krimistar Kristina Ohlsson – hart, cool, genial erzählt!

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner, Richard Barenberg

Länge
11 h 34 m

Meine Meinung in Kürze
„Schwesterherz“ ist eine kurzweilige, verworrene aber spannende Geschichte mit gut vorstellbaren Akteuren, viel Dramatik und Schwung. Die Story wirft viele Fragen auf, die in diesem 1. Teil des Zweiteilers auch nicht alle beantwortet werden. Denn das Ende ist offen und sehr abrupt.

Uve Teschner war gut, Richard Barenberg dagegen genial.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kristina Ohlsson – Schwesterherz

Siehe auch: 

Frederik-Bergmann-Reihe:

Matin-Benner-Reihe (zweiteilige Serie):

John Katzenbach – Die Grausamen

Die GrausamenBeschreibung
Der erste Ermittler-Krimi von US-Bestsellerautor John Katzenbach: genial geschrieben, abgründig, packend!

Eigentlich sollte es nur ein kurzer Weg sein. Wie immer. Unzählige Male schon ist die dreizehnjährige Tessa Gibson in dem noblen Vorort, in dem sie lebt, von ihrer besten Freundin nach Hause gelaufen. Doch in dieser Herbstnacht kommt sie dort nicht an, verschwindet spurlos, wie vom Erdboden verschluckt. Die Stadt ist schockiert, Angst breitet sich aus, Tessas Familie zerbricht – der Fall wird nie aufgeklärt.

Zwanzig Jahre später werden zwei abgehalfterte Ermittler auf den Fall angesetzt. Gabriel („Gabe“) ist Alkoholiker, traumatisiert von einer Familientragödie. Marta, eine ehemalige Drogenfahnderin, hat bei der Verfolgung eines Dealers versehentlich ihren Partner erschossen. Die beiden stoßen auf eine bislang unentdeckte Spur: Kurz nach Tessas Verschwinden ereigneten sich vier brutale Morde an jungen Männern, und offenbar besteht eine Verbindung zwischen diesen Verbrechen. Bei ihren Nachforschungen wird schnell klar, dass die Polizeiführung keinerlei Interesse an der Wahrheit hat. Wer nachbohrt, spielt mit seinem Leben. Und das gilt nicht zuletzt für Gabe und Marta.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
14 h 37 m

Meine Meinung
Bis hier etwas Spannung aufkommt, muss man lange geduldig warten.

Der Einstieg in die Geschichte ist recht banal. Die beiden Protagonisten von der neu gegründeten Abteilung für Cold Cases werden vorgestellt. Beides gebeutelte Gestalten mit Ecken und Kanten und doch mag man sie im Verlauf der Geschichte gerne leiden.

Sie kommen einer ungeklärten Sache auf die Spur, von der sie aber laut ihrem Vorgesetzten unbedingt die Finger lassen sollen. Ein Schelm wer Böses ahnt.

Achtung: Der nächste Satz könnte als Spoiler betrachtet werden!
Schade nur, dass sich mein Anfangsverdacht am Ende auch bestätigt. Wenigstens hier hätte ich mir eine Überraschung erhofft. Doch nein, auch das Ende ist recht banal.

Obwohl am Ende dann doch noch Schwung und ein wenig Spannung in die Story kam, so ist sie insgesamt doch recht langatmig mit wenigen Überraschungen und noch weniger Spannungsbögen. Es ist zwar eine Geschichte, der man unbekümmert lauschen kann, doch in Jubelgeschrei breche ich hier wirklich nicht aus. Katzenbach kenne ich eigentlich anders.

s4g3

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: John Katzenbach – Die Grausamen

Siehe auch:

Markus Heitz – Des Teufels Gebetbuch

Beschreibung
Jeder kennt sie, ob Poker, Mau-Mau, Bridge, Skat, ob Wilder Westen, ob James Bond, ob im Kinderzimmer: Spielkarten. In „Das Gebetbuch des Teufels“ geht es um ein ganz besonderes, uraltes Kartenspiel, bei dem bestimmte Kartenfolgen unheimliche Dinge auslösen können. Dieses Deck wurde mehrmals verändert, restauriert, die Grundsubstanz ist jedoch erhalten geblieben. Aber: Das Kartenspiel wurde über die ganze Welt verteilt. Denn es ist sehr mächtig… Noch ist nicht sicher, ob die Karten Werkzeuge des Guten oder des Bösen sind. Aber es zeichnet sich ab, dass das Deck bei einer politischen Konferenz zum Einsatz kommen soll. Und plötzlich könnte aus einer harmlosen Kartenpartie viel mehr werden…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
18 h 15 m

Meine Meinung
Der Plot an sich ist sehr spannend und interessant. Besonders die Zeitsprünge zurück in die Vergangenheit, bei dem die Entstehung des Kartenspiels erzählt wird, haben mir sehr gut gefallen. Auch fand ich toll beschrieben, wie einzelne Karten manche Menschen derart in ihren Bann zogen, dass sie alles für sie getan hätten, ja, dass sie selbst ihre Kinder dafür geopfert hätten. Böse Karten, ja das waren wirklich böse Karten – direkt aus der Hölle.

Eins sei jedem gesagt: Man sollte sich auf eine Partie Supérieur nach alten Regeln nur einlassen, wenn man die Regeln wirklich kennt! Sonst spielt man es vielleicht nur einmal und nie wieder. Obwohl, auch wenn man die Regeln kennt, kann es sein, dass man es nur einmal in seinem Leben spielt. Neugierig geworden? Dann höre dir diese Geschichte an.

Allerdings sollte man nicht zimperlich sein, was die Blutmenge betrifft, denn hier wird gemordet was das Zeug hält. Und die Beschreibungen sind auch nicht gerade zimperlich. Literweise Blut ist hier also inklusive. Etwa in der Mitte der Story hatte ich zunächst genug von dem Gemetzel und ich hatte kurzfristig den Spaß an der Geschichte verloren. Ich hörte also erst einmal ein anderes Hörbuch. Doch die Karten hatten auch mich fest in ihrem Würgegriff, so dass ich unbedingt wissen wollte, wie die Story endet. Also hörte ich nach dem kurzen Intermezzo die Geschichte weiter. Wenn man also von den diversen blutrünstigen Aktionen absieht, ist es wirklich ein gutes, kurzweiliges und interessantes Hörbuch.

Die Person, die mir in dieser Geschichte am besten gefallen hat, ist die alte Dame, die die Karten liebevoll restaurierte. Den Protagonisten hingegen fand ich etwas seltsam. Er konnte z. B. sehr viele Sprachen sprechen, hatte aber vergessen, dass er die Sprachen beherrschte. So wie er vieles andere aus seinem Leben vergessen hatte, aus der dunklen Zeit als Spielsüchtiger und Trinker.

Von mir bekommt Des Teufels Gebetbuch nicht die volle Punktzahl, dafür gab es einfach zuviel Blut, was mir persönlich einfach nicht gefällt. Aber für vier Pingus reicht es allemal.

Uve Teschner als Sprecher hat sich hier wieder mächtig engagiert und die diversen Rollen perfekt in Szene gesetzt. Besonders in der Szene mit dem Woodoo-Meister brillierte er sprachlich perfekt.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Markus Heitz – Des Teufels Gebetbuch

Siehe auch: 

Nathan Hill – Geister

geisterBeschreibung
Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson. Er, der als kleines Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist.

Ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
23 h 48 m

Meine Meinung
Nun ist es schon so lange her, dass ich dieses tolle Hörbuch gehört habe, dass ich keine Rezension mehr dazu schreiben kann. Meine damaligen Notizen: Erinnert vom Stil her an „Die Geschichte der Baltimores“ von Joel Dicker. Er erzählt und erzählt und man hört gerne zu, es wird nie langweilig. Man ist überrascht und verblüfft, was hier alles ans Tageslicht kommt.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Nathan Hill – Geister

Peter Swanson – Die Gerechte

die-gerechteBeschreibung
Eine verhängnisvolle Begegnung. Ein eiskalter Racheengel. Ein grausamer Plan. Nur sie entscheidet, wer den Tod verdient.

Eine Flughafenbar in London. Es ist Abend, und Ted Severson wartet auf seinen Rückflug nach Boston, als sich eine attraktive Frau neben ihn setzt. Kurz darauf vertraut er der geheimnisvollen Fremden an, dass seine Frau ihn betrogen hat. Mit ihrer Reaktion jedoch hat er nicht gerechnet: Sie bietet ihm Hilfe an – beim Mord an seiner Ehefrau. Ein Trick? Ein morbider Scherz? Oder ein finsteres Rachespiel, das nur ein böses Ende nehmen kann?

Sprecher
Christiane Marx, Oliver Brod, Britta Steffenhagen, Uve Teschner

Länge
11 h 06 m

Meine Meinung
„Die Gerechte“ war seit langem mal wieder ein Thriller, der mir so richtig gut gefallen hat. Denn als Hörer wird man von der ersten Sekunde an gefesselt, was denn diese Frau im Schilde führt und wohin das alles führen soll. Lange Zeit ist man völlig ahnungslos, jedoch bleibt man immer bei der Stange, da die Dinge die geschehen, einfach so anders sind, als man sie erwartet. Überhaupt passieren hier ganz erstaunliche Wendungen, mit denen man als Hörer überhaupt nicht rechnet. Und doch geschehen sie und alles sieht wieder ganz anders aus. Das macht die ganze Geschichte natürlich unheimlich spannend und nervenaufreibend. Und das zieht sich über die gesamte Story hin. Die Spannung bliebt wirklich bis zum letzten Satz erhalten! Überhaupt fand ich das Ende absolut grandios.

Sehr schön fand ich auch den Einsatz der vier verschiedenen Sprecher. Dadurch konnte man perfekt unterscheiden, aus wessen Perspektive die Geschichte gerade erzählt wird. Alle vier erzählen jeweils aus der Ich-Perspektive, was natürlich einen sehr guten Einblick in deren Seelenleben erlaubte.

Natürlich sind auch die gewählten Sprecher alle erste Sahne und keine Unbekannten auf dem Parkett der Hörbuchsprecher. Ich höre sie alle vier unheimlich gerne und auch hier haben sie wieder volle Leistung gebracht.

„Die Gerechte“ ist seit sehr langer Zeit einmal wieder ein Thriller, der es auf meine Bestenliste geschafft hat.

s5g5h

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Peter Swanson – Die Gerechte

 

Adrian J. Walker – Am Ende aller Zeiten

am-ende-aller-zeitenBeschreibung
Edgar Hill ist Mitte dreißig, und er hat sein Leben gründlich satt. Unzufrieden mit sich und seinem Alltag als Angestellter, Familienvater und Eigenheimbesitzer weiß er nur eins: So kann es nicht weitergehen. Als das Ende kommt, kommt es von oben: Asteroideneinschläge verwüsten die Britischen Inseln. Städte, Straßen, Internet – all das gehört plötzlich der Vergangenheit an. Das Chaos ist gigantisch, die Katastrophe total. Edgar wird von seiner Familie getrennt und vor die größte Herausforderung seines Lebens gestellt: Will er Frau und Kinder jemals wiedersehen, muss er von Schottland nach Cornwall laufen, 500 Meilen durch ein sterbendes Land. Und er muss zu dem Mann werden, der er schon immer sein wollte.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird im Download exklusiv von Audible präsentiert.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
12 h 29 m

Meine Meinung
Achtung, die Asteroiden kommen. Nicht nur einer, nein, es sind gleich ganz viele, die über den Britischen Inseln niederprasseln. Dass anschließend nichts mehr so ist, wie es einmal war, kann man sich unschwer vorstellen. Die komplette Infrastruktur ist zerstört, kaum ein Stein liegt noch auf dem anderen. Und dann wird Edgar auch noch von seiner Familie getrennt.

Wollte er einen Tag zuvor noch nichts lieber, als endlich seine nervige Familie loswerden, so bemerkt er jetzt, da dies eben geschehen ist, dass seine Familie das einzige in seinem Leben ist, was ihm wirklich wichtig ist. Doch um sein Glück wiederzufinden, muss er eine schier unlösbare Aufgabe lösen. Er muss laufen. Nicht nur in die nächste Ortschaft, nein er muss ganze 500 Meilen quer durchs Land laufen und das innerhalb kürzester Zeit. Wenn er es nicht schafft, wird er seine Familie nie wieder sehen.

Doch ausgerechnet er soll laufen? Er hasst das Laufen und ist auch nicht gut darin. Geschweige denn ist er auch nur annähernd fit. Und trotzdem macht sich Edgar Hill zusammen mit ein paar sehr unterschiedlichen Männern auf den Fußmarsch nach Cornwall.

Auf diesem Fußmarsch werden in der Geschichte noch mehrere kleinere Geschichten erzählt, das hat mir sehr gut gefallen. Und all diese Geschichten helfen Edgar, durchzuhalten, weiterzulaufen und sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Somit durchläuft Edgar nicht nur ganz England, nein er persönlich durchläuft auch eine sehr starke Entwicklung.

Erst wenn man das, was einem wirklich wichtig ist, verliert, bemerkt man den Wert. So kann das Schicksal durchaus als Chance betrachtet werden, die einem die wirklich wichtigen Dinge zurück ins Bewusstsein befördert.

Ich fand die Story an sich stellenweise sehr spannend, aber nicht nervenzerreißend. Vielmehr finde ich, dass der Plot sehr viele Anregungen zum Nachdenken gibt und durchaus auch ein paar Tipps für jeden selbst bereit stellt. Das Ganze wird einem in einer durchweg interessanten Endzeitstory erzählt, die realistisch dargestellt wird. So könnte sich ein derart verheerender Asteroideneinschlag tatsächlich auswirken.

Die Protagonisten, allen voran Edgar Hill, fand ich sehr gut dargestellt. Ich konnte mir die Truppe Männer sehr gut vorstellen, die sich da zu Fuß durchs Land kämpft und auch die Menschen, denen sie begegneten. Sehr viele, sehr unterschiedliche Charaktere wurden hier geschildert. Das sorgte zusätzlich für viel Abwechslung.

Uve Teschner gab der Story mit seiner Stimme die richtige Note Düsternis und Hoffnung. Seine Leistung war wieder klasse.

s5g4

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Adrian J. Walker – Am Ende aller Zeiten

Ayelet Gundar-Goshen – Löwen wecken

Löwen weckenBeschreibung
Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben – warum also die Karriere gefährden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft. Wie hätte man selbst in einer solchen Situation gehandelt? Diese Frage schwebt über dem Roman, der die Grenzen zwischen Liebe und Hass, Schuld und Vergebung und Gut und Böse meisterhaft auslotet.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
11 h 25 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch empfand ich in zweierlei Hinsicht als ziemlich überraschend. Erstens hatte ich es aufgrund des Klappentextes wie selbstverständlich nach Deutschland verortet. Der Name der Autorin sagte mir nichts. Denn wenn ich sie bereits gekannt hätte, wäre mir klar gewesen, dass diese Geschichte vermutlich eher in Israel und eben nicht in Deutschland spielt. Zweitens fand ich den Sprachstil außergewöhnlich bildhaft, mit Metaphern, die meinen europäischen Ohren ziemlich fremd und doch zugleich sehr faszinierend vorkamen.

Der Inhalt ist oben schon kurz angerissen. Ein klein wenig weiter ausholen möchte ich hier dann doch. Denn die Entscheidung, die Etan in dieser verhängnisvollen Nacht trifft, nämlich den von ihm „überrollten“ Mann – der ein illegal eingewanderter Eritreer ist und dem man aufgrund der schweren Verletzungen sowieso nicht mehr helfen kann – seinem Schicksal zu überlassen und ihn einfach sterbend liegenzulassen, verändert sein Leben vermutlich mehr, als es eine Unfallmeldung je getan hätte. Doch die Folgen treten erst nach und nach immer deutlicher ins Rampenlicht, lassen Etan immer mehr mit seinem Gewissen hadern und letztendlich rudert er mit jeder weiteren Entscheidung, die er im Nachhinein trifft, immer tiefer hinein in einen Morast aus Lügen und Betrug. Doch nicht nur seiner Familie gegenüber, auch sich selbst betrachtet er im Verlauf der Geschichte mit immer größeren Zweifeln, was für ein Mensch er wirklich ist und was für ein Mensch er eigentlich immer sein wollte – und auch jahrelang tatsächlich zu sein glaubte.

Diese innere Zerrissenheit und die Ohnmacht, mit der jetzigen Situation klar zu kommen, treibt ihn schier ans Ende seiner Kraft.

Die zweite sehr wichtige Person in diesem Roman ist Sirkit. Sie ist die Frau des Opfers, die unbemerkt Zeugin des Unglücks wird und ihr der Zufall zu Hilfe kommt, als Etan seine Geldbörse am Unfallort verliert. Sie steht am nächsten Tag mit dem Geldbeutel vor Etans Tür und sagt ihm, dass er diesen wohl verloren habe. Sofort wird Etan klar, dass sie ihn erpressen will. Er soll sich am Abend in einer Autowerkstatt einfinden. Etan überreicht ihr viel Geld, obwohl sie gar nicht nach Geld verlangt hatte. Sirkit nimmt das Geld, doch eigentlich hat sie ganz andere Pläne mit ihm. Denn er ist Arzt, wie sie dank seiner Papiere weiß, und einen Arzt benötigen die illegalen Einwanderer noch dringender als Geld.

Sehr gut hat mir hier die Entwicklung der Geschichte an sich und der beiden Protagonisten gefallen. Z. B. kämpfte jeder seinen eigenen Kampf, gegen das System, gegen sich selbst, doch auch gegen den fremdartigen, gar abstoßenden Anderen, die doch eh alle gleich aussehen. Sowohl Sirkit als auch Etan hatten Probleme, den jeweils Anderen zu erkennen und auch wiederzuerkennen. Denn die gewohnten Erkennungsmerkmale fielen aufgrund der Andersartigkeit in ein dunkles, verschwommenes Loch, in dem alle Eritreer und alle Israelis für den jeweils Anderen gleich aussahen. Dachte ich anfangs noch, dass Sirkit einzig Hilfe für ihr eigenes geschundenes Volk will, so verändert sich diese Sichtweise im Laufe der Geschichte. Auch Etan macht eine glaubhafte Entwicklung durch, immer darauf bedacht, möglichst heil wieder aus dieser vertrackten Situation herauszukommen. Beide winden sich, sträuben sich. Ein turbulentes Magnetspiel, bei dem sich die Pole mal kraftvoll anziehen und sich dann wieder mit voller Wucht abstoßen. Wer hier meint, auf klare Gefühle und  Meinungen zu treffen, der irrt. Und gerade das macht diese Geschichte so glaubhaft und zutiefst menschlich.

Doch auch die Rolle der Ehefrau von Etan hat mir gut gefallen. Denn sie ist Polizistin. Und ausgerechnet sie soll den Unfall mit der Fahrerflucht aufklären. Dass es hier zu Spannungen kommt, kann man sich nur unschwer vorstellen. Doch seine Frau Lait ist auf einer völlig falschen Spur, die aber menschlich und auch von der Handlung her wiederum sehr gut zu verstehen ist. Auch wenn man als Hörer natürlich weiß, wie sich das mit dem Unfall verhielt, so konnte man ihre Schlußfolgerungen letztendlich doch auch verstehen.

Und nun komme ich zum Highlight der Geschichte. Keine Angst, es folgt kein Spoiler. Denn ich will hier einzig von dem grandiosen Sprachstil reden. Ich lauschte hier wirklich gebannt jedem einzelnen Wort. Die Metaphern und Beschreibungen – und davon gab es sehr viele – waren mal blumig, fast schwülstig, dann wieder staubtrocken wie die Wüste, die unseren Schauplatz Be’er Schewa umgibt, dann plötzlich vulgär bis wirklich abstoßend. Hier wurde die ganze Bandbreite der Gefühle und Stimmungen bildlich und sprachlich nuanciert herausgearbeitet. Auch der Satzbau war stellenweise völlig anders, als in den meisten Romanen. Da stockte einem schon aufgrund der einzigartigen Aneinanderreihung der Worte der Atem.

Uve Teschner als Sprecher hat diese sprachlichen Feinheiten mit einem exzellenten  Gespür für Betonung, Dramatik und Satzmelodie gesprochen, dass sich manches Mal bei mir eine leichte Gänsehaut bildete. Einfach genial. Ich möchte fast so weit gehen zu sagen, dass dies bisher die beste Leistung Teschners war – und ich habe schon viele Hörbücher mit ihm als Sprecher gehört.

Wem könnte diese Geschichte gefallen? Nun, da kommt mir doch direkt „I saw a man“ von Owen Sheers in den Sinn. Ähnliche Thematik: Entscheidung ist getroffen, wie lebt man nun damit.

Dieses Hörbuch gehört jedenfalls auf meine Bestenliste.

s5g5h

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ayelet Gundar-Goshen – Löwen wecken

Fiona Barton – Die Witwe

Die WitweBeschreibung
Jean Taylor führt ein ganz normales Leben in einer englischen Kleinstadt: Sie hat ein hübsches Haus und einen netten Ehemann. Glen und sie führen eine gute Ehe. Dann kommt der Tag, der alles ändert: Sie nennen Glen jetzt das Monster. Er soll etwas Unsagbares getan haben. Und Jeans heile Welt zerbricht. Jetzt liegt Glen auf dem Friedhof, und Jean ist frei. Frei, das Spiel endlich nach eigenen Regeln zu spielen.

Sprecher
Andrea Sawatzki, Dietmar Wunder, Tanja Geke, Uve Teschner, Monika Oschek

Länge
10 h 49 m

Meine Meinung
Ein Sonntag in England – Wenn man ein fast 11 Stunden langes Hörbuch in einem Rutsch hört, dann muss es spannend sein. Und oh ja, dieses Hörbuch ist spannend. Es ist ein wahres Verwirrspiel – wem kann man glauben, wem nicht? Wer sagt nun die Wahrheit, wer nicht? Ist die Protagonistin wirklich total naiv oder ist sie das nicht? Ist ihr Mann ein Mistkerl oder nicht? Hat er es getan oder nicht?

Dieses Verwirrspiel der Gefühle und Gedanken fand ich grandios beschrieben. Als Hörer ist man ständig hin und her gerissen, was man nun denken soll, wem man nun glauben soll. Die Beschreibung der Protagonisten war dermaßen genial gemacht, dass man sich seiner eigenen Gefühle derer gegebenüber niemals wirklich sicher sein konnte. Das fand ich außergewöhnlich gut in diesem Buch.

Somit kam natürlich nie Langeweile auf. Ich lauschte und lauschte und konnte das Hörbuch wirklich keine Sekunde abschalten. Ich wollte unbedingt wissen, wie es endete. Am Ende des Tages wusste ich es dann endlich. Und ja, auch das Ende hat mir sehr gut gefallen.

Die verschiedenen Sprecher haben der Geschichte dann nochmals das i-Tüpfelchen aufgesetzt. Jeder hat seinen Part äußerst engagiert und grandios gesprochen.

Deshalb bekommt dieses Hörbuch seine verdienten 5,0 Pingu-Punkte.

s5g5

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es u. a. bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Fiona Barton – Die Witwe