Thomas Thiemeyer – Babylon

BabylonBeschreibung
Das irakisch-syrische Grenzgebiet. Zweistromland, Wiege der Zivilisation. Heute eine der gefährlichsten Krisenregionen der Erde. Ausgerechnet hierhin entsendet Multimilliardär Norman Stromberg die Archäologen Hannah Peters und ihren Mann John Evans. Der Auftrag: Die Erkundung eines der rätselhaftesten Zeugnisse der Menschheitsgeschichte. Hannah und ihr Team stoßen auf ein pyramidenartiges Bauwerk, das sich in immer engeren Spiralen hinunter in die Erde schraubt. Ein Schlund der Hölle, der fatal an Dantes Unterwelt erinnert. Was immer in der tiefsten seiner Kammern erwacht ist – ein vorzeitlicher Mechanismus oder eine uralte rachsüchtige Gottheit -, es hat das Ende der Menschheit eingeläutet.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Dietmar Wunder

Länge
13 h 28 m

Meine Meinung
Hannah und John auf neuer Ausgrabungstour. Dieses Mal geht es in ein sehr gefährliches Gebiet und ich dachte mir schon: Oh oh, ob das gut geht? Gleich der Anfang hat mir sehr gut gefallen. Somit fand ich leicht in die Geschichte hinein und ward fortan gefesselt von den Geschehnissen.

Ziemlich früh in der Geschichte gibt es eine Diskussion zwischen einem IS-Anführer und einer entführten Reporterin. Diese Diskussion fand ich äußerst genial. Jedoch glaube ich, war da mehr der Wunsch Vater des Gedankens. Denn ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man über religiöse und politische Themen mit einem IS-Anführer in dieser Weise sprechen könnte. Aber egal. Interessant fand ich es auf alle Fälle. Und das Ende erklärt dann auch so einiges.

Über Norman Stromberg habe ich mich im Verlauf der Geschichte öfters aufgeregt. Hatte man dem stinkreichen Kerl plötzlich seine Vernunft geraubt? Was war denn mit dem los? Ok, auch wenn er krank ist, aber er war doch eigentlich nicht krank im Kopf oder? Das fand ich sehr genial von Herrn Thiemeyer eingefädelt und umgesetzt.

Als die ganze Truppe dann endlich den Weg ins Innere der freigelegten Spirale fanden, konnte ich das Hörbuch keine Sekunde mehr unterbrechen. Ich fand das derart spannend beschrieben! Es wurde immer abgedrehter und ich lauschte fassungslos den Geschehnissen.

Und das Ende – hach, ja das Ende. Das war grandios. Ich habe herzhaft gelacht. Danke Herr Thiemeyer für diese wirklich gelungene Geschichte! Ich wurde bestens unterhalten und langweilte mich keine Minute.

Dietmar Wunder war gewohnt „wunder-„bar. Er kann einfach erzählen und ich kann ihm stundenlang gebannt zuhören.

Somit empfand ich „Babylon“ als ein rundum gelungenes Werk, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

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Joy Fielding – Die Schwester

Die SchwesterBeschreibung
Das Böse in deiner Nähe

Caroline Shippley ist voller Vorfreude, denn ihr Mann Hunter hat sie zur Feier ihres zehnjährigen Hochzeitstages in ein Luxushotel in Mexiko eingeladen. Gemeinsam mit ihren beiden kleinen Töchtern beziehen sie ihre komfortable Suite. Doch was als paradiesischer Aufenthalt geplant war, wandelt sich zum tiefen Trauma in Carolines Leben: Eines Abends wird die zweijährige Samantha entführt. Caroline zerbricht beinahe an dem Verlust und muss sich den Verdächtigungen der Presse stellen, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Die Jahre vergehen, bis sie eines Tages den Anruf einer mysteriösen jungen Frau erhält, die behauptet, ihre verlorene Tochter zu sein. Und bald wird Caroline die schockierende Wahrheit darüber offenbart, was wirklich in jener Nacht in Mexiko geschah…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Petra Schmidt-Schaller

Länge
11 h 19 m

Meine Meinung
Diese Geschichte erinnert in ihren Anfängen sehr an den weltweit bekannt gewordenen Fall der verschwundenen Madeleine McCann, die vor vielen Jahren aus einem Appartment-Hotel in Portugal verschwand. Zumindest sind die Vorraussetzungen in etwa gleich. Nur dass diese Geschichte hier nahe der mexikanischen Grenze spielt.

Das macht  diese Story natürlich nicht minder interessant, denn Joy Fielding hat hier eine der möglichen Szenarien ausgearbeitet, wie sich solch ein Fall entwickeln und welche Lösung er parat haben könnte.

Den Wahnsinn der Presse, die wie die Heuschrecken über die Familie herfallen, deren Leid sowieso schon groß genug ist, fand ich sehr gut dargestellt. Auch dass sich eine solche Familie entzweit, ist durchaus denkbar. Ebenso das letztendlich aufmüpfige Verhalten der „verbliebenen“ Schwester, die sich nicht genug geliebt fühlt, da sich alles immer und nur um die verschwundene Tochter dreht.

Die Idee, die sich Joy Fielding als Lösung ausgedacht hat, fand ich ebenfalls gut. Ziemlich unwahrscheinlich zwar, aber wer weiß schon, was in manchen Köpfen vor sich geht. Und die gelieferte Erklärung war insgesamt gesehen durchaus glaubhaft und gut ausgearbeitet.

Die Sprecherin kannte ich bisher noch nicht, ich fand sie aber gut.

Insgesamt ist „Die Schwester“ eine interessante Story, die mich zwar nicht komplett vom Hocker gerissen hat, die aber aufgrund ihres Themas durchaus spannend anzuhören ist.

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Karl Olsberg – Enter

EnterBeschreibung
Der Stromausfall in ganz Berlin ist Auftakt einer Anschlagserie der radikalen Aktivistengruppe NTR. Hauptkommissar Eisenberg und seine Sonderermittlungsgruppe Internet sollen das Landeskriminalamt unterstützen, doch der zuständige Fahndungsleiter hält wenig von der SEGI und ihren ungewöhnlichen Methoden. Als dann ein führender Computerwissenschaftler ermordet wird, verbittet er sich jede Einmischung. Und während weitere Anschläge geschehen und die Hintergründe des Mordes immer mysteriöser werden, fällt ein dunkler Schatten auf das SEGI-Team…

Internetterror, künstliche Intelligenz und der Verlust der Privatsphäre sind die hochaktuellen Themen, die Olsberg in seinem neuen Thriller einmal mehr zur packenden Story verwebt.

Sprecher
Rainer Fritzsche

Länge
10 h 31 m

Meine Meinung
Die Sondereinheit SEGI ist aus ziemlich ungleichen Typen zusammengewürfelt, die sich untereinander nicht wirklich gut verstehen, aber ein hervorragendes Team bilden, wenn es ums Ganze geht. Leider wird die SEGI vom Fahndungsleiter nicht sonderlich geschätzt, was ihnen ihre Arbeit zusätzlich erschwert. Sie erhalten kaum Details zum Terroranschlag und müssen sich mit winzigen Informationsfetzen zufrieden geben. Doch das hindert sie nicht daran, Zusammenhänge zu finden und die betroffenen Personen damit in die Enge zu treiben.

Mir hat die Story sehr gut gefallen. Natürlich war es akribische Kleinarbeit für die SEGI, so dass vlt. der Eindruck entstehen könnte, dass die Spannung auf der Strecke bleibt. Das fand ich jedoch gar nicht. Denn Polizeiarbeit ist sicherlich nicht immer so spannend, wie sie in den meisten Krimis dargestellt wird. Vielmehr ist es doch immer ein sehr großes Puzzle, bei dem zunächst die einzelnen Puzzleteile gefunden und dann auch noch richtig zusammengesetzt werden müssen. Ich fand die Schlussfolgerungen aus den minimalen Stückchen genial und war fast über die ganze Zeit sehr gefesselt von der Story. Was natürlich nicht zuletzt auch an dem mich sehr faszinierenden Thema Künstliche Intelligenz liegt.

Olsberg versteht es hier gut, die Chancen aber auch die Gefahren der KI zu beleuchten.

Die Charaktere – insbesondere der SEGI-Mitglieder – fand ich auch wieder sehr gut herausgearbeitet.

Auch der Sprecher hat mir sehr gut gefallen. Somit kann ich an diesem Buch nichts finden, was ich auszusetzen hätte. Ich fühlte mich über die 10 Stunden bestens unterhalten und dachte am Ende: Ja, das ist eine tolle Geschichte.

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Karl Olsberg – Delete

DeleteBeschreibung
Sein Bestseller „Das System“ hat Maßstäbe gesetzt, jetzt kommt „Delete“, der lang erwartete neue Technik-Thriller von Karl Olsberg – rasant, klug und atemberaubend!

Vier Studenten werden vermisst. Sie alle haben dasselbe Online-Computerspiel gespielt – und offenbar die reale Welt, in der sie leben, für eine Simulation gehalten. Während Hauptkommissar Eisenberg noch rätselt, ob überhaupt ein Verbrechen vorliegt, verschwindet eine weitere junge Frau spurlos. Gemeinsam mit seiner „Sonderermittlungsgruppe Internet“ beginnt Eisenberg zu recherchieren. Hat ein Serienkiller fünf Menschen auf dem Gewissen? Oder ist das ganze bloß ein perfider Scherz? Doch bald gerät Eisenberg selbst in ein grausames Spiel mit der Realität!

Sprecher
Rainer Fritzsche

Länge
11 h 49 m

Meine Meinung
Nachdem ich vor kurzem erst „Paradox“ von Phillip P. Peterson  gehört hatte, fand ich „Delete“ eine weitere Bereicherung für das Gedankenspiel: Ist die Welt real?

Alles fängt ganz harmlos an. Ein Computerspiel, das eine virtuelle Welt darstellt und in der Spieler eine andere Persönlichkeit annehmen können, als in Echt. In diesem Spiel tummeln sich die seltsamsten Wesen. Klar. Doch plötzlich, kurz vor einem Angriff, sagt ein Mitspieler im Chat-Fenster: Welt am Draht – das ist alles wahr! Von da an fehlt jede Spur von ihm. Nicht nur im Computerspiel, auch in der echten Welt ist er wie vom Erdboden verschluckt. Eine Mitspielerin, die eine Kommilitonin des Vermissten ist, sucht ihn, kann ihn aber nicht finden. Letztendlich wendet sie sich an die Polizei und möchte eine Vermisstenmeldung aufgeben. Doch dort wird sie nur belächelt, er würde schon wieder auftauchen, das käme öfter vor, als man sich das vorstelle – meist wäre alles ganz harmlos. Also versucht sie weiterhin auf eigene Faust, Thomas, so heißt der Vermisste – übrigens bereits der 4. Spieler, der wie vom Erdboden verschluckt scheint, zu finden und gerät bald selbst in Lebensgefahr.

Währenddessen lässt sich Kommissar Adam Eisenberg nach einem verpatzten Einsatz von Hamburg nach Berlin versetzen. Dort soll er der Leiter einer sehr skurrilen Einheit werden, der Segi. Diese soll sich damit befassen, Verbrechen mit Hilfe des Internets aufzudecken, bevor sie begangen werden. Die Truppe die er vorfindet ist ein zerstrittener Haufen von Genies, jeder auf seinem Gebiet ein echter Spezialist. Zunächst hat Eisenberg alle Hände voll damit zu tun, die Gruppe zu versöhnen, so dass man eventuell vielleicht einmal zusammen arbeiten kann. Gar nicht so leicht, wie sich schnell herausstellt.

Doch als ihre Abteilung Wind von den vermissten Personen bekommt, hält die Gruppe zusammen und sie arbeiten Hand in Hand. Was im weiteren Verlauf der Geschichte aufgedeckt wird, fand ich persönlich sehr genial.

Karl Olsberg versteht es gut, den Spannungsbogen immer wieder anzuziehen und dann wieder etwas zu lockern, so dass man ständig am Ball bleibt und keine Minute langweilig wird. Man steht nun nicht unter „Dauerstrom“, und das fand ich sehr angenehm beim Zuhören.

Adam Eisenberg und sein Vater sind mir sehr ans Herz gewachsen, und auch der Autist hat meine Sympathie für sich gewonnen. Alle wichtigen Protagonisten wurden sehr gut beschrieben. Nicht alle fand ich nett, was eine gute Mischung ergab. Die Mischung innerhalb des Teams fand ich sehr interessant und ich kann mir gut vorstellen, dass solch eine Truppe wirklich etwas erreichen kann.

Rainer Fritzsche fand ich im Großen und Ganzen auch sehr gut. Er hätte nur ab und an ein wenig mehr Enthusiasmus in seine Stimme legen können. Den Antagonisten hat er aber ganz wunderbar vertont.

Da mir dieses Hörbuch, welches ich schon sehr lange auf meinem Merkzettel hatte, so gut gefallen hat, werde ich mir ganz sicher weitere Hörbücher von Karl Olsberg anhören. Ich bin schon sehr gespannt auf seine weiteren Geschichten.

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David Lagercrantz – Verschwörung (Millennium 4)

VerschwörungBeschreibung
Salander und Blomkvist sind zurück.

Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist haben Millionen Leser begeistert. Weltweit erstürmte die Millennium-Trilogie die Bestsellerlisten und sprengte mit mehr als 80 Millionen verkauften Exemplaren alle Dimensionen. Ein Welterfolg, der seinesgleichen sucht. Nun geht die Geschichte weiter.

Grandios gelesen von Dietmar Bär, DER Stimme der Millennium-Trilogie.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Vier Fragen an David Lagercrantz (von Amazon.de)

Wie kam es, dass Sie den Auftrag annahmen, Millennium 4 zu schreiben? Ich konnte einfach nicht widerstehen. Seit meinem Zlatan-Buch („Ich bin Zlatan Ibrahimović“) erhielt ich immer wieder Anfragen, konnte mich aber für kaum eine begeistern. Doch als diese Idee an mich herangetragen wurde und ich mich von dem ersten Schreck erholt hatte, bin ich regelrecht losgeprescht wie ein Rennpferd.

Was war das Schwierigste bzw. das Beste an diesem Projekt? Am schwierigsten war definitiv der Plotaufbau. Stieg Larsson hat es meisterhaft verstanden, komplexe Geschichten mit zahlreichen Handlungssträngen zu komponieren, und dem wollte ich natürlich gerecht werden. Andererseits war genau das aber auch das Beste an diesem Projekt: Die Erzählung herauszuarbeiten und zu spüren, wie einzelne Komponenten perfekt zusammenpassten, war ein fantastisches Erlebnis.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach Stieg Larssons Erzählstil aus? Er ist sachlich und ungekünstelt, hat allerdings auch einen deutlich journalistischen Einschlag. Mir war schnell klar, dass ich mich blamieren würde, wenn ich lediglich versuchte, seinen Stil zu kopieren. Insofern habe ich meinen eigenen Erzählstil beibehalten.

Tauchen die Figuren aus Stieg Larssons Büchern wieder auf? Oh ja! Zuvorderst natürlich Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander – aber auch Erika Berger, Jan Bublanski und seine engste Mitarbeiterin Sonja Modig. Dann gibt es aufseiten der Ermittler noch den unverbesserlichen Hans Faste, Plague aus der Hacker Republic und viele andere mehr. Aber es tauchen auch neue Figuren auf: Ed the Ned beispielsweise, der für die Datensicherheit der NSA in Maryland zuständig ist, Frans Balder, ein schwedischer Informatikprofessor, der aus dem Silicon Valley zurückkehrt, sowie Gabriella Grane, ein scharfsinniges Oberschichtentöchterchen, die bei der Säpo gelandet ist.

Länge
16 h 01 m

Sprecher
Dietmar Bär

Meine Meinung
Was passiert mit den Figuren eines Buches, wenn der Autor stirbt? Sterben sie gleich mit? Eindeutig nicht, denn sonst wären die Figuren der Klassiker nicht bis heute lebendig und  würden uns nicht weiterhin derart faszinieren. Und überhaupt, was das für ein Massensterben wäre… Unvorstellbar.

In „Verschwörung“ hat Lagercrantz nicht das bereits weitestgehend fertig gestellte Manuskript von Larsson übernommen. Er hat aber die Figuren Lisbeth und Mikael weiterleben und -agieren lassen und hat eine spannende Episode zu Papier gebracht.

Wir treffen hier alte Bekannte wieder, aber wir lernen auch neue Personen kennen. Nette und nicht so nette Menschen.

Zu den netten gehört ein Wissenschaftler, der eine Form KI (Künstliche Intelligenz) entwickelt hat. Dieser will aber nur Forschung damit betreiben, er will kein Geld damit verdienen. Denn er weiß um die Gefahr, die diese künstliche Intelligenz birgt. Sie kann hilfreich sein, doch wenn sie in die falschen Hände gerät, kann sie auch zu einer tödlichen Waffe werden. Und was passiert, wenn die Maschinen schlauer sind/werden, als die Menschen?

So soll der Wissenschaftler also eliminiert und die Daten gestohlen werden. Was der beauftragte Killer nicht wusste ist, dass der Wissenschaftler seinen Sohn bei sich hatte. Dieser Sohn – August sein Name – beobachtete den Mord. Doch der Killer unterschätzte den Jungen und ließ ihn am Leben.

August ist Autist. Und er ist auch ein Savant. Und als i-Tüpfelchen ist August gleich nochmals so außergewöhnlich, da er gleich zwei Inselbegabungen hat. Er hat ein fotografisches Gedächtnis und kann diese Bilder auch perfekt zeichnen und er ist ein Mathematik-Genie, besonders im Bereich Primzahlen. Bzw. dieser Bereich wird besonders bei ihm gefördert.

Der Killer wird somit beauftragt, auch das Kind umzubringen. Doch der Killer hat seine Rechnung ohne Lisbeth gemacht…

Millenium steht wieder einmal kurz vor dem Ruin, sie brauchen unbedingt eine Story, die ihnen wieder mehr Unabhängigkeit bringt. Derweil hackt sich Lisbeth bei der NSA ein und kann so einen Skandal aufdecken. Sie findet heraus, dass… das wird hier natürlich nicht verraten.

Im Zusammenhang mit der Beschreibung der KI wurde auch Ray Kurzweil erwähnt! Das fand ich sehr treffend. Denn immer wenn es um KI geht, denke ich automatisch an Kurzweil und sein Buch „Homo s@piens – Das Leben im 21. Jahrhundert“, welches mich schon vor Jahren faszinierte. Kurzweil hatte damals jedoch eine rosarote Zukunft gezeichnet. Bei ihm wurde die KI nur zu Gunsten der Menschheit eingesetzt, nicht zu deren Schaden.

In Verschwörung gibt es natürlich auch wieder einige Gewaltszenen, jedoch waren diese etwas dezenter als in den drei Teilen zuvor. Mir war das sehr recht, war die Gewaltbeschreibung von Larsson doch schon sehr extrem und grenzwertig ertragbar.

Lisebeth betreibt wie üblich Selbstjustiz in einer sehr ausgeprägten Art und Weise. Und natürlich wird ihr wieder nach dem Leben getrachtet. Dieses Mal nicht von ihrem Vater, nein, dieses Mal ist es ihre Schwester, die eine erbitterte Jagd auf Lisbeth veranstaltet.

Es gibt in „Verschwörung“ einige Wiederholungen aus den Vorgängerbänden. Ich war dafür sehr dankbar, diente sie mir doch als Gedächtnisauffrischung. Ist ja schon ein paar Jährchen her mit der Trilogie.

In Verschwörung kam für mich keine Langeweile auf. Den Spannungsbogen empfand ich als konstant hoch, jedoch war er nicht ganz so dramatisch stramm angezogen, wie bei Larsson. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und bin auch der Meinung: Lagercrantz kann verdammt gut schreiben.

Und dem Ende nach zu urteilen, könnte es auch eine Fortsetzung geben. Ich würde mich jedenfalls freuen.

Dietmar Bär hat die Story wieder sehr toll gesprochen. Er ist ein Muss für die Lisbeth-und-Mikael-Storys.

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Andreas Gruber – Todesurteil

TodesurteilBeschreibung
Die falsche Spur führt in den Abgrund…

In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört an einem nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes „Inferno“ tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen den Fällen – und das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat…

Sprecher
Achim Buch

Länge
15 h 16 m

Meine Meinung
Das Hörbuch beginnt mit der Flucht von Clara aus ihrer Gefangenschaft. Gleich darauf: Szenenwechsel. Sabine Nemez ist auf dem Weg nach Wiesbaden. Kurzfristig wurde sie an der Akademie des BKA aufgenommen. Ihr Traum. Doch schon die Autofahrt dorthin ist mit Hindernissen gespickt. Es regnet Bindfäden und dann hat sie auch noch eine Reifenpanne. Endlich dort angekommen, wird schnell klar, dass Sabine den Seminarleiter und Profiler Maarten S. Snejder von früher kennt. Was aber nicht heißen muss, dass sie ihn besonders mag. Auch die anderen in ihrem Seminar finden schnell heraus, dass Sneijder nicht gerade der netteste Mensch auf Erden ist. Wörter wie Arsch etc… fallen während der Pausen. Denn Sneijder bringt sein Wissen auf seine Art „an den Mann“. Und die ist knallhart und schonungslos. Besonders gut haben mir die Informationen zu den verschiedenen Verhörtechniken gefallen, die während der Seminare erklärt werden. Das fand ich äußerst interessant und das Beispiel von Ford und Honda werde ich demnächst selbst ausprobieren… (Wenn du dir das Hörbuch anhörst, weißt du, wovon ich rede und willst es sicher auch probieren.)

Die Story wechselt oft zwischen Österreich und Deutschland hin und her. Das fand ich anfangs nicht ganz einfach, dies auseinander zu halten. Doch recht schnell wird einem das klar, so dass es zu keinen größeren Verwirrungen mehr führte. Sabine bekommt aufgrund ihrer regelmäßigen Verstöße gegen die Regeln einen Verweis, und soll die Akademie verlassen. Der Chef des BKA kann die junge, sehr eigenwillige Frau nämlich nicht besonders gut leiden und macht ihr das Leben nicht gerade leichter. Doch Sneijder steht hinter ihr – denn er weiß, dass er ihre Hilfe braucht, wenn er den Fall, den er sich vorgenommen hat, lösen will.

Es passiert sehr viel in den über 15 Stunden, so dass keine Minute Langeweile aufkommt. Irre spannend erzählt Andreas Gruber seine Geschichte mit den sehr charakterstarken Personen Sabine und Sneijder und wie sie sich in schwierige Situationen manövrieren, aber auch wieder herauskommen. Und durch die Kombinationsgabe von Sabine gelingt es den beiden tatsächlich, den wahren Übeltäter auch dingfest zu machen. Und dieses Ende überraschte mich dann doch sehr. Und es begeisterte mich auch sehr. Denn auf die Idee wäre ich im Leben nicht gekommen. Sehr gut.

Achim Buch als Sprecher fand ich ebenfalls sehr gut. Er hat die verschiedenen Dialekte – soweit ich das beurteilen kann – perfekt gesprochen, bis auf den kurzen Part hessisch. Aber gut, ich bin Hessin, da hört man natürlich jede Nuance. Aber das schmälert seine perfekte Leistung in keinster Weise.

Die Kombination aus äußerst spannender und anspruchsvoller Story und der genialen Lesung von Achim Buch hat natürlich volle 5 Pingu-Punkte verdient. Und das ganz ohne Auge zudrücken. Andreas Gruber als Autor werde ich mir merken. Da will ich noch mehr von hören.

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Siehe auch:

 

Dave Eggers – Der Circle

Der CircleBeschreibung
Mae Holland wird von dem Internetkonzern „The Circle“ angeheuert. Ziel des Unternehmens ist, durch vollkommene Transparenz ein neues Zeitalter einzuläuten. E-Mails, Social Media, Bankdaten, Einkaufsverhalten werden vernetzt und zu einer Online-Identität verdichtet. Mae kann es kaum fassen: Sie darf für den einflussreichsten Konzern der Welt arbeiten! Doch was genau ist ihre Rolle?

Dieses Hörbuch beginnt als faszinierende Geschichte einer ehrgeizigen jungen Frau, wird jedoch bald zu einem atemlosen Thriller, der Fragen nach Privatsphäre, Demokratie und den Grenzen menschlichen Wissens aufwirft.

Sprecher
Torben Kessler

Länge
10 h 02 m

Meine Meinung
Dieses Buch/Hörbuch sollte zur Pflichtlektüre für alle Internet-User werden. Und natürlich auch für die, die es nicht so schlimm finden, wenn diverse Firmen die Mails und persönliche Nachrichten mit lesen, da sie ja nichts Verbotenes schreiben…

Mae Holland ist glücklich. Sie wird von „The Circle“ angeheuert. Das ist DAS Unternehmen, das sie einfach nur bewundert. Gleich am ersten Arbeitstag, bekommt sie ein Firmenhandy, auf das alle Daten ihres privaten Handys geladen werden. Auch ihr Laptop wird gegen ein Firmenlaptop eingetauscht – inkl. kompletter Datenübernahme. Schon alleine bei dieser Vorstellung wurde mir übel. Doch es kommt noch viel krasser. Mae findet das völlig in Ordnung. Sie arbeitet in einer Abteilung, die Reklamationen bearbeitet. Die Antworten, die sie den Kunden gibt, werden von den Kunden bewertet. Wenn sie nicht mind. 95 % Zufriedenheit erreicht, muss sie bei den Kunden nochmals nachhaken, was sie denn besser hätte machen können. Wenn es über einen gewissen Zeitraum nicht besser wird, wird sie zum Chef zitiert. Alles ganz freundschaftlich versteht sich.

Zusätzlich zu all den Reklamationen, wird sie bombardiert mit Umfragen, die sie zwischendurch beantworten muss. Keine Minute bleibt zum Nachdenken, zum Gedanken schweifen lassen, zum kurzen Relaxen. Für mich: Stress pur. Mae findet das in Ordnung, hat sie sich doch eh immer viel zu viele Gedanken gemacht.

Und es kommt noch viel krasser. Aber das will ich hier gar nicht alles verraten.

Doch, sind wir nicht längst soweit? Ich hätte hier so einige Beispiele parat…

Klingt nach Paranoia? Naja, spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist es wohl durchaus im Bereich des Realistischen.

Die Geschichte fand ich spannend aufgebaut. Sie wurde zunehmend beklemmender und für mich immer schrecklicher. Denn der Mensch als Individuum wurde in dieser Story nicht mehr gewünscht und Stück für Stück zum Einheitsbrei verformt. So kamen später Überlegungen, ob man nicht auch die Wahlen über „Der Circle“ abhalten könnte. So könnten sie sicher stellen, dass alle ihre Stimme abgeben würden, denn sie würden sie so lange am Tag der Wahl dazu auffordern, bis sie es endlich taten. Und den ganz Resoluten könnten sie einfach den Computer so lange lahm legen, bis sie endlich wählen würden…

Mae Holland fand ich etwas sehr naiv. Aber sie sollte ja eben auch die Person darstellen, die alles ungefragt hinnimmt. Und davon haben wir ja wahrlich genug auf unserem Planeten.

Ich fand dieses Hörbuch sehr gut. Es ist nicht weit von der Realität entfernt und tut doch so, als wäre es „Science-Fiction“. Klar sind manche Szenen überspitzt dargestellt. Doch moment, sind sie das wirklich?

Den Sprecher Torben Kessler fand ich mit seiner ruhigen Erzählweise sehr passend. Er hat die Geschichte für sich reden lassen. Das hat mir gefallen.

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste.

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Marc Elsberg – Zero: Sie wissen, was du tust

ZeroBeschreibung
Der Tod eines Jungen führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der beliebten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die es einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones gibt es kein Entkommen.

Sprecher
Steffen Groth

Länge
13 h 22 m

Meine Meinung
Die Beschreibung fand ich äußerst vielversprechend, weshalb ich nicht lange zögerte und mir das Hörbuch lud. Doch mein erster Hörversuch scheiterte bereits nach ca. 3 Stunden. Ich kam mir völlig überfüllt mit Informationen vor, stand kurz vorm Overload. Was die Sache zusätzlich nicht gerade vereinfachte, war die völlige Spannungsarmut. Ich brach das Hörbuch also ab und hörte etwas anderes.

Dann versuchte ich es erneut. Da ja nur ein Hörbuch Pause dazwischen war, hörte ich da weiter, wo ich aufgehört hatte. Ich hoffte auf ein wenig mehr Spannung. Doch vergeblich. Die Monotonie und Informationsflut – wenig packend aneinander gereiht – setzte sich fort. Ok, es war schlaffördernd. Denn ich schaffte nicht einmal die 15 Minuten, die ich am Timer zum Einschlafen programmiert hatte.

Die letzten ca. 3 Stunden nahm die Story dann überraschenderweise doch noch etwas Anlauf und es kam etwas mehr Schwung und Spannung in die sonst so monotone Erzählung.

Insgesamt war ich ich aber ziemlich enttäuscht, denn die Thematik hätte wirklich Stoff für einen super Thriller geboten. Doch heraus kam lediglich eine langatmige Story, bei der man das Ende wirklich nur herbei sehnte.

Auch die Vortragsart fand ich stellenweise äußerst anstrengend. So hätte die Erwähnung des Wortes Hashtag durchaus zur Einführung einmal gereicht, dann hätte man als Hörer schon gewusst, was nun folgt. Doch das Wort ständig voran zu setzen, raubte mir leicht meine Geduld. Gleiches galt für die geführten Chats…

Der Sprecher sprühte jetzt auch nicht gerade vor Enthusiasmus. Vielleicht hätte eine etwas engagiertere Art noch einiges retten können.

Ich will die Story ja nicht komplett schlecht reden, aber was letztendlich bleibt, ist ein zwar insgesamt gesehen interessantes Thema, das aber durch die fade Erzählweise einfach nur langatmig daher kam. Die letzten 3 Stunden waren zwar eher nach meinem Geschmack, doch so richtig konnten die mich für über 10 Stunden Langeweile davor auch nicht entschädigen.

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Siehe auch: 

 

Jean-Christophe Grangé – Choral des Todes

Beschreibung
Ein markerschütternder Schrei hallt durch die Kirche, ein Todesschrei. Lionel, Polizist im Ruhestand und zufällig vor Ort, will zu Hilfe eilen und kommt Sekunden zu spät. Der Mann auf der Empore ist bereits tot, seinen Kopf umgibt eine dunkle Blutlache wie ein Heiligenschein. Etwas an dem Toten und seinem Sterben fasziniert Kasdan. Er muss den Mord einfach untersuchen und entdeckt ein grauenvolles Geheimnis: Unschuldig wirkende Kinder sind der Schlüssel, und sie sind keinesfalls Engel, sondern die Ausgeburt des Bösen.

Sprecher
Wolfgang Pampel

Länge
7 h 16 m (gekürzt)

Meine Meinung
Leider habe ich keine Notizen gemacht und mit der Rezension zu lange gewartet. Ich habe nur eine Gesamtbewertung notiert. Und die lautet:

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Siehe auch:

Tom Rob Smith – Ohne jeden Zweifel

Ohne jeden ZweifelBeschreibung
Der Anruf des Vaters ist ein Schock: Daniels Mutter, die seit einigen Monaten mit ihrem Mann in Schweden lebt, wurde in die Psychiatrie eingeliefert. Ida leide unter Verfolgungsangst und Wahnvorstellungen, behauptet ihr Mann. Doch Ida selbst erzählt eine ganz andere Geschichte. Eine von vertuschten Verbrechen, vom Verschwinden einer jungen Frau, von einer eingeschworenen kleinen Gemeinschaft in einer abgelegenen Gegend Schwedens. Und von ihrer Angst, dass niemand ihr glaubt…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Beate Himmelstoß, Friedrich Mücke

Länge
9 h 36 m

Meine Meinung
Wie schon im Klappentext beschrieben, erhält Daniel von seinem Vater die Nachricht, dass seine Mutter Tilda (nicht Ida) in die Psychiatrie eingeliefert wurde. Natürlich ist Daniel von dieser Nachricht entsetzt und will sofort nach Schweden reisen, um seine Mutter zu besuchen und herauszufinden, was denn passiert war.

Daniels Eltern waren im Frühjahr nach Schweden gezogen. Sie hatten ihr Leben in London aufgegeben und wollten ihren Lebensabend in Tildas Heimatland auf einem kleinen Hof verbringen. Daniel hatte sie in dem halben Jahr, die sie nun dort lebten, noch nicht besucht und er hatte deshalb ein schlechtes Gewissen. Denn der Grund war sein Freund Mark. Er wusste nicht recht, wie er seinen Eltern erzählen sollte, dass er mit einem Mann zusammen lebte. Zwar glaubte er nicht, dass seine Eltern ihn deshalb „verdammen“ würden, doch passte es einfach nicht in die heile Familienwelt, die sie bisher hatten. Denn in Daniels Familie, die nur aus seiner Mutter, seinem Vater und ihm bestand, gab es nie Streit. Er wuchs in Watte gepackt auf und alles war glücklich und harmonisch. Und nun das – seine Mutter war in die Psychiatrie eingewiesen worden.

Daniel wollte also nach Schweden. Doch kaum war er am Flughafen erhielt er einen Anruf von seiner Mutter, dass sie bereits auf dem Weg nach London zu ihm sei. Er holt sie am Flughafen ab. Sie hat kein Gepäck dabei, nur eine alte abgegriffene große und sichtlich sehr schwere Ledertasche. Die hütet sie, wie ihren Augapfel. Sie ist sichtlich abgemagert und sieht ungepflegt aus – ganz anders als er sie kannte. Daniel will natürlich sofort wissen, was denn los sei, doch seine Mutter sagt: Nicht hier, wir müssen an einen sicheren Ort, wo uns niemand sieht und hört. Sie fahren also zu Daniel nach Hause.

Bis dahin fand ich die Geschichte spannend.

Die Mutter fängt an zu erzählen. Zunächst: Er solle dem Vater kein Wort glauben. Sowohl Daniel als auch der Leser/Hörer haben keine Ahnung, um was es geht. Die Mutter holt nach und nach ihre Beweisstücke aus ihrer Ledertasche heraus. Dies macht sie chronologisch, so wie die Dinge aus ihrer Sicht passiert sind. Denn sie sagt, sie habe ihre Geschichte schon einmal falsch erzählt und keiner habe ihr geglaubt. Deshalb müsse sie es so erzählen. Daniel und ich saßen über Stunden der Mutter gegenüber, die ihre Beweise präsentiert und erzählt, was es mit ihnen ihrer Meinung nach auf sich hat. Doch für Daniel und mich waren das keine Beweise, höchstens Indizien, doch für was überhaupt?

Man braucht für den ersten Teil der Geschichte unendlich viel Geduld. Man spürt zwar, da ist was nicht in Ordnung, doch wird man sehr, sehr lange auf die Folter gespannt. Den zweiten Teil fand ich dann wesentlich interessanter. Hier machte sich Daniel auf nach Schweden, um der Sache selbst auf den Grund zu gehen.

Die meisten Protagonisten fand ich ziemlich gut ausgearbeitet, bis auf den Vater. Von ihm konnte ich mir kein rechtes Bild machen.

Ich glaube, wenn das Buch nicht von Tom Rob Smith gewesen wäre, dann hätte ich die erste Hälfte nicht überstanden. Wahrscheinlich hätte ich es abgebrochen. Doch von „Kind 44“ und „Kolyma“ her wusste ich, dass Tom Rob Smith verdammt gut erzählen kann. Dieses Buch ist nun ganz anders. Zum Einen vom Thema her – klar – und dann auch von der Spannung. Dennoch fand ich die Geschichte insgesamt betrachtet gut. Ich fand den Aufbau, mit dem ewig langen ersten Teil, ungeschickt gelöst, doch lohnt es sich letztendlich, der Geschichte bis zum Schluss zuzuhören. Ich war entsetzt.

Das Buch wird als Psychothriller verkauft. Es gibt in dieser Geschichte zwar viel Psycho aber auf den Thrill wartet man vergeblich. Das finde ich persönlich nun nicht schlimm, da ich nicht unbedingt den Thrill brauche, um eine Geschichte gut zu finden. Und diese Geschichte fand ich gut. Nicht so gut wie die Bücher um Leo Demidow, aber trotzdem empfehlenswert (für geduldige Leser/Hörer).

Die Geschichte wurde von Beate Himmelstoß als Tilda und Friedrich Mücke als Daniel erzählt. Dass hier zwei Sprecher gewählt wurden, fand ich sehr gut, brachte es doch etwas Abwechslung gerade in den langen ersten Teil. Mit der Leistung der Sprecher war ich auch zufrieden, wobei mir Mücke ein Tick besser gefallen hat als Himmelstoß.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Tom Rob Smith – Ohne jeden Zweifel

Siehe auch: