Ulrich Alexander Boschwitz – Der Reisende

Beschreibung
Berlin, 1938: Der Kaufmann Otto Silbermann findet sich nach den Novemberpogromen und seiner Flucht aus Berlin als rastloser Reisender in den Zügen der Deutschen Reichsbahn wieder. Verwandte und Freunde sind verhaftet oder verschwunden. Was ihm noch bleibt, ist eine Aktentasche voller Geld.

In den Waggons, auf Bahnsteigen und in Bahnhofsrestaurants, auf seinen Fahrten quer durchs Land trifft er auf andere Reisende, Flüchtlinge und Nazis, auf gute wie schlechte Menschen. Noch nie hat man mit so unmittelbarer Wucht nachempfinden können, wie lebensverändernd die Novemberpogrome für jeden einzelnen Menschen in Deutschland waren.

Sprecher
Torben Kessler

Länge
7 h 26 m

Meine Meinung
Otto Silbermann steckt mitten in Verhandlungen, um sein Haus zu verkaufen, als die Nazis seine Wohnung stürmen. Hals über Kopf verlässt er seine arische Frau und sein Heim, um seiner Verhaftung zu entkommen. Doch wo soll er hin? Sein Geschäftspartner sollte doch schon längst von den Verkaufsverhandlungen aus Hamburg zurück sein. Will er ihn etwa um sein Geld bringen? Becker, ein Arier, man weiß ja nicht mehr, wem man noch vertrauen soll. Kurzentschlossen reist er mit der Bahn nach Hamburg. Dort sieht er auch seinen Geschäftspartner zusammen mit Nazis an einem Tisch ausgiebig feiernd. Die Zweifel steigen, denn Becker ignoriert ihn komplett, so als würde er Silbermann überhaupt nicht kennen. Zuhause in Berlin treffen die beiden wieder aufeinander. Becker löst in einem höchst unerfreulichen Disput die Geschäftsbeziehung auf und zahlt Silbermann aus. Mit einem Koffer voller Geld steigt er in den nächsten Zug, denn er weiß nicht recht, wo er denn hin soll. Freunde und Verwandte wurden entweder verhaftet oder sind in der Partei. Fortan ist er auf Reisen, diverse Versuche, Deutschland zu verlassen, scheitern, so dass er immer weiter auf Reisen ist.

Hierbei lernt er verschiedene Menschen kennen, die Gespräche sind immer höchst interessant anzuhören. Auch Silbermanns Gedanken, wenn er alleine im Abteil sitzt sind zutiefst menschlich und nachvollziehbar und stellen sehr deutlich die innere Zerrissenheit der Juden dar. Denn was unterscheidet sie denn von den Goys? Und plötzlich wird er kurzzeitig gedanklich selbst zum jüdischen Antisemit und meint, all die anderen Juden seien an seinem Elend schuld.

Es ist wirklich unglaublich gut geschildert, welche Verzweiflung in Silbermanns Kopf Form annimmt. Ich fand diese Geschichte äußerst beklemmend und zutiefst menschlich erzählt. Er steht hier für viele Tausend anderer Juden, die im Nazideutschland gnadenlos verfolgt, verhaftet und ermordet wurden.

Wie man sich denken kann, ist diese Geschichte keine seichte oder leichte  Unterhaltung. Doch trotzdem oder gerade deshalb möchte ich dieses Hörbuch sehr empfehlen! Nicht zuletzt, da Torben Kessler als Sprecher wirklich eine grandiose Leistung hingelegt hat.

Weitere Informationen
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Gard Sveen – Der letzte Pilger (Ein Fall für Tommy Bergmann 1)

Beschreibung
Es ist Frühling in Oslo, als ein grausames Verbrechen geschieht: Der ehemalige Widerstandskämpfer Carl Oscar Krogh wird brutal ermordet. Er war eine Institution in Norwegen. Wer bringt einen Mann um, den alle bewundern? Kurz zuvor findet man drei weitere Leichen. Unter ihnen ein kleines Mädchen.

Kommissar Tommy Bergmann ist scharfsinnig, klug und ein eingefleischter Selbsthasser voller innerer Abgründe. Er sieht einen Zusammenhang: Alle Toten haben eine Verbindung zu Agnes Gerner, einer Agentin des Widerstandes gegen die deutsche Besatzung.

Ein fesselnder Spionagethriller gelesen von Detlef Bierstedt, der deutschen Stimme von George Clooney.

Sprecher
Detlef Bierstedt

Länge
16 h 39 h

Meine Meinung in Kürze
Die Story geht weit zurück in die Zeit des 2. Weltkriegs. In Rückblicken und aktuellen Geschehnissen setzt sich die Geschichte langsam aber sicher zu einem Plot zusammen, der mich oftmals aufgrund seiner Plausibilität sehr schockiert hat. Doch das ganze Ausmaß erfährt man erst ganz zum Schluss.

Diese Detektivgeschichte ist nicht sonderlich spannend, im Gegenteil sie verläuft über weite Strecken sehr gemächlich, was die Intensität der Geschehnisse noch vertieft.

Detlef Bierstedt als Sprecher passte hier sehr gut.

Weitere Informationen
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Barbara Wendelken – Das Dorf der Lügen (Martinsfehn-Krimi 1)

barbara-wendelken-das-dorf-der-lugenBeschreibung
Ein Alptraum für Polizeikommissarin Viktoria Engel: Sie erschießt im Dienst einen Unschuldigen, den 16-jährigen Rouven Kramer. In ihrer Not inszeniert sie die Tat, als hätte sie aus Notwehr gehandelt, doch die Dorfbewohner hegen Zweifel. Als kurze Zeit später eine weitere Leiche auftaucht, bizarr inszeniert wie Rouvens Tod, bricht eine Welle von Misstrauen über das Dorf herein, bis sich niemand mehr vor dem anderen sicher fühlt…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Jürgen Holdorf

Länge
13 h 33 m

Meine Meinung
Dieser Krimi war für mich eine echte Überraschung. Die Autorin kannte ich noch nicht und bin auch eher durch Zufall auf dieses Hörbuch gestoßen. Die Beschreibung klang gut, also habe ich es geholt. Sofort habe ich angefangen zu hören und wollte es eigentlich gar nicht mehr unterbrechen. Denn die Story fängt gleich hochdramatisch an.

Der junge und sympathische Rouven Kramer wird aus Unerfahrenheit erschossen. Um dies zu vertuschen, inszeniert die frisch gebackene Polizeikommissarin mit ihrem Partner eine Notwehrsituation. Fast niemand aus dem Dorf kann glauben, dass der friedfertige Rouven zuerst geschossen haben soll. Proteste wallen auf. Und schon bald wird die nächste Leiche gefunden – niedergestreckt mit Pfeil und Bogen, 4 Pfeile stecken in der Leiche. Inszeniert wurde die Tat wie der Ort, an dem sich Rouven aufhielt, als er erschossen wurde. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck, doch lange Zeit tappt sie im Dunkeln. Es gibt viele Verdächtige, doch so recht wollen die Motive bei niemanden passen. Und weitere Morde folgen…

Die Situation wird immer beklemmender und man ermittelt kräftig mit, wer denn ein echtes Motiv haben könnte. Doch wenn man das gefundene Motiv mit der Persönlichkeit des Verdächtigen vergleicht, dann will es wieder nicht so recht passen. Ein verzwickter Krimi mit sehr menschlich agierenden Protagonisten. Überhaupt sind die Personen sehr genau beschrieben und man kann sich die Bewohner des Dorfes Martinsfehn sehr gut vorstellen. Ebenso bei der Polizei sind alle sehr gut beschrieben. Ich mag es sehr, wenn viel Wert auf die Charakterisierung der Protagonisten und der Nebendarsteller gelegt wird. Und das ist hier sehr gut gelungen.

Auch wenn die Aufklärung wirklich erst in den letzten 30 Minuten angesiedelt ist, sind die 13 Stunden zuvor immer spannend und niemals langatmig oder gar langweilig. Ein wirklich sehr guter Aufbau der Geschichte. Und das Ende, ja auch das Ende hat mir richtig gut gefallen.

Jürgen Holdorf fand ich in der ersten halben Stunde etwas hölzern, doch das legte sich sehr schnell und er gefiel mir bis zum Schluß richtig gut in seiner Rolle als Sprecher.

Von mir gibt es für diesen Krimi eine absolute Hörempfehlung.

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Siehe auch: 

Melanie Raabe – Die Wahrheit

Die WahrheitBeschreibung
Er ist eine Bedrohung. Keiner will ihr glauben.

Vor sieben Jahren ist der reiche Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Seine Rückkehr löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle: Was wird werden? Gibt es noch eine gemeinsame Zukunft?
Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah. Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes Leben…

Gelesen von den prominenten Schauspielern Nina Kunzendorf, Andreas Pietschmann und Devid Striesow.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Nina Kunzendorf, Andreas Pietschmann, Devid Striesow

Länge
9 h 24 m

Meine Meinung
Nachdem ich von „Die Falle“ von Melanie Raabe sehr begeistert war, freute ich mich auf das neuste Werk aus ihrer Feder. Kaum war es als Hörbuch erschienen, schon hatte ich es auf den Ohren. Heute habe ich es nun beendet.

Wenn ich an einem Samstagabend 40 Minuten vor dem Ende ein Hörbuch ausschalte, kann es mich nicht wirklich in seinen Bann gezogen haben. Jedoch hätte ich das anfangs ganz und gar nicht vermutet. Denn es fängt äußerst spannend an. Da kommt ihr in Südamerika entführter Ehemann nach 7 Jahren endlich wieder nach Hause und dann muss Sarah erkennen, dass es gar nicht ihr Ehemann ist, sondern ein ihr völlig fremder Mann. Wenn das mal nicht eine gruselige Vorstellung ist. Und dann zieht er auch direkt wieder in ihrem Haus ein. Eine noch gruseligere Vorstellung. Dadurch war ich natürlich direkt von der Story gefesselt und hörte die erste Hälfte schier in einem Rutsch durch. Doch ab der zweiten Hälfte tat ich mich zunehmend schwerer mit dieser Geschichte. Und vom Ende war ich dann gänzlich enttäuscht.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Sarah erzählt. Manchmal, zum Ende hin etwas mehr, erhält man auch einen Einblick in die Perspektive des Mannes. Alles wird somit in der Ich-Form geschildert. Kurze Aussagesätze, maschinengewehrartig aneinander gereiht. Das beschreibt die jeweilige Situation zwar sehr gut, ist aber auf die Dauer in der Hörbuchform auch etwas anstrengend. Denn Nina Kunzendorf hat diese  Sätze sehr schnell gesprochen, kaum bekommt man mal etwas Luft zum Verschnaufen. Das ist als Buch sicherlich besser, als als Hörbuch. Im Buch kann man die Sätze dann im eigenen Tempo lesen. Mich hat es ab der zweiten Hälfte zunehmend genervt. Ich stehe nicht gerne unter Dauerbeschuss. Doch das Tempo wird fast über die gesamte Länge aufrecht erhalten.

Nachdem ich dann also durch die erste wirklich sehr spannende Hälfte gehetzt wurde, legte ich in der zweiten Hälfte öfters Pausen ein. Denn als es in Richtung Auflösung der Geschichte kam, war für mich zunehmend die Luft raus. Ich hoffte noch lange auf eine gravierende Wendung in der Story, doch diese kam nicht. Ja, so schaue ich nun zwar auf eine sehr gute erste Hälfte zurück, doch im Gesamteindruck bleibe ich doch enttäuscht zurück.

Es gibt sicherlich immer mehrere Möglichkeiten, wie man eine Story enden lassen kann. Doch die von Melanie Raabe gewählte, war für die mich am wenigsten interessante Variante.

Auch finde ich, dass insbesondere der Mann nur selten logisch handelte in Anbetracht der Auflösung. Natürlich hat nur so die Geschichte überhaupt funktioniert, aber gut finde ich es deshalb noch lange nicht.

Mit den Sprecherstimmen bin ich durchaus einverstanden. Doch Nina Kunzendorf hätte sich für meinen Geschmack durchaus etwas mehr Zeit nehmen dürfen. Doch das habe ich schon weiter oben ausgeführt.

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Siehe auch:

Carla Buckley – Mondscheinjunge

MondscheinjungeBeschreibung
Tylor Lattimore feiert seinen vierzehnten Geburtstag, aber er weiß nicht, wie sich die Strahlen der Sonne auf seiner Haut anfühlen. Tylor kann nur leben, wenn es dunkel ist, Licht fügt ihm unerträgliche Schmerzen zu. Seine Tage verbringt er in einem geschlossenen Zimmer, nur nachts wagt er sich nach draußen. Seine größte Leidenschaft ist seine Kamera, mit der er durch die Dunkelheit streift.

Als Amy, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, plötzlich spurlos verschwindet, gerät Tylors Leben in Aufruhr. Seiner Mutter scheint der Vorfall sehr nahezugehen. Ausgerechnet Tylor sieht jetzt klarer als irgendjemand sonst und entdeckt eine Spur, die geradewegs ins Unheil führt…

Sprecher
Mark Bremer

Länge
12 h 35 m

Meine Meinung
Von der sogenannten „Mondscheinkrankheit“ (Xeroderma pigmentosum – kurz: XP) hatte ich schon einmal gehört, jedoch hatte ich mir dahin gehend nur Gedanken gemacht, dass es ja furchtbar sein muss, niemals die Welt bei strahlendem Sonnenschein bewundern zu dürfen. Der Titel und die Beschreibung weisen natürlich darauf hin, dass Tylor an XP leidet. Die Problematik fand ich somit  schon mal interessant und recht bald hatte ich das Hörbuch auch auf den Ohren.

Die Geschichte fängt bei der Geburtstagsparty von Tylor an. Mit dieser Beschreibung bekommt man schon einen recht guten Eindruck, wie Tylors Leben in der Dunkelheit aussieht. Freunde sind spärlich gesät, da er ja nur per Computer von zuhause am Unterricht teilnehmen kann. Auch kann ihn – mit Ausnahme seines besten Freundes – niemand tagsüber besuchen. Und abends müssen die Kids ja normalerweise daheim sein. Immerhin sprechen wir hier von Jungs im Alter von ca. 14 Jahren.

Die Nachbarschaft ist über die Krankheit des Jungen informiert und somit lebt die ganze Sackgasse ohne Straßenbeleuchtung, da diese Tylor gefährden würde. Auch müssen die Autoscheinwerfer ausgeschaltet werden, wenn sie nachts nach Hause kommen, da auch diese für Tylor lebensbedrohlich sind. In der Nachbarschaft wohnt auch die beste Freundin von Tylors Mutter. Charlotte hat eine 11-jährige Tochter, die vernarrt ist in Tylor und somit viel Zeit bei ihnen verbringt. Als sie plötzlich spurlos verschwindet, wandelt sich die bis dato so vor sich hin dümpelnde Geschichte zu einem Psychothriller. Hier kam dann erstmals Spannung auf. Doch das wurde dann derart absurd, dass ich ziemlich schnell nur noch den Kopf schüttelte. Und das Endkonstrukt – anders kann ich es kaum benennen – fand ich schon mehr als an den Haaren herbeigezogen – und das mit einem kurzen, schmerzhaften Ruck.

Gut gefallen hat mir die Beschreibung der Einschränkungen in Tylors Leben. Man bekam einen recht guten Eindruck, was diese schlimme Krankheit mit dem Leben nicht nur des direkt Betroffenen sondern auch mit dessen Umfeld macht.

Die typisch amerikanische Art, mit der Sensation eines verschwundenen Kindes umzugehen (Reportermassen im Vorgarten und Dauerreportagen im Fernsehen etc.) wurde sehr glaubhaft umgesetzt.

Was mir aber nicht gefallen hat, ist diese absurde Abwärtsspirale, in der sich zum Schluss alle gegenseitig verdächtigt haben. Das fand ich derart überspitzt, dass es wirklich nicht mehr gut war. Und was Carla Buckley einem dann als Auflösung des Falles präsentierte – nun das war ein Konstrukt, das seinesgleichen sucht. Von der pathetischen Charlotte am Ende ganz zu schweigen.

Wäre da nicht der sehr gute Sprecher Mark Bremer, den ich bis dato noch nicht kannte, gewesen, so hätte ich das Hörbuch spätestens nach dem zweiten Drittel in die Ecke gepfeffert.

Wer gerne so richtig typisch amerikanische Geschichten hört, der mag vielleicht etwas mehr Spaß an diesem Hörbuch haben. Für meinen Geschmack war es leider nichts.

Ich habe nun lange überlegt, wie ich dieses Hörbuch bewerten soll. Mein erster Gedanke war: 2 Pingu-Punkte. Dann schwankte ich, ob nicht vielleicht 3 Pps angemessener wären, da man ja doch recht viel über das Leben als „Mondscheinjunge“ erfährt. Da aber der medizinische Aspekt quasi vollkommen außer Acht gelassen wurde, bleibe ich nun bei den 2 Pps für die Story. Der Sprecher, der mich über die zwölfeinhalb Stunden überhaupt bei der Stange gehalten hat, bekommt hingegen die vollen 5 Pingu-Punkte.

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Herzlichen Dank an den Rubikon Audioverlag für das Rezensionsexemplar!

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Bei Audible.de. kann man es natürlich auch herunterladen: Hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Carla Buckley – Mondscheinjunge

Britta Sabbag – Herzriss

HerzrissBeschreibung
Sanny erlebt mit Bassist Greg ihre erste große Liebe. Doch als der einen Plattenvertrag angeboten bekommt, ist klar, dass die Band damit vor einer echten Zerreißprobe steht. Auch Sanny kommen Zweifel: Hat ihre Liebe zu Greg eine Zukunft, wenn er vielleicht schon bald das Leben eines Popstars führt?

Gleichzeitig lassen sich Sannys Eltern scheiden, und Sanny merkt, dass ihre Kindheit zwar irgendwie vorbei ist, aber das Erwachsensein noch nicht richtig angefangen hat. Und mitten in diesem Gefühlschaos stellt sie dann auch noch fest, dass die Freundschaft zu Schlagzeuger Lex ein paar ganz bestimmte Punkte überschreitet …

Die Fortsetzung von Stolperherz – ein Roman voller Musik, über die Liebe und innere Zerrissenheit.

Sprecher
Uta Dänekamp

Länge
5 h 21 m

Meine Meinung
Da mir der erste Teil „Stolperherz“ so gut gefallen hatte, hörte ich mir gleich im Anschluss die Fortsetzung „Herzriss“ an. Ich wollte doch unbedingt wissen, wie es mit Sanny und Greg und der Band und dem evtl. winkenden Plattenvertrag weiterging.

Ich wurde nicht enttäuscht. Auch der zweite Teil brilliert durch seine tolle Beschreibung der Charaktere, wartet wieder mit jeder Menge Höhen und Tiefen auf und auch die Spannung bleibt nicht auf der Strecke. Ganz im Gegenteil. Denn es stehen schwere Entscheidungen an, die zu treffen sind. Und manchmal ist es eben sehr schwer, es allen Recht zu machen. Manchmal muss man eben Entscheidungen treffen, die andere tief verletzen, um sich nicht selbst zu verlieren. Doch das ist natürlich nicht einfach zu verstehen, vor allem nicht für die, die die Entscheidung nicht treffen mussten. Und so gibt es gewaltig Zoff im Paradies.

Sanny erlebt auch in diesem Teil das Leben in all seiner Wucht. Ihre Eltern lassen sich scheiden, sie findet die Neue von Papa furchtbar und verhält sich in ihrer Verletztheit äußerst kindisch. Ist sie doch innerlich immer noch zerrissen zwischen Kind sein und Erwachsen werden. Doch auch hieraus lernt sie und fasst ihre Erkenntnisse wieder wunderbar zusammen.

Aber nicht nur ihre Eltern trennen sich. Auch mit ihr und Greg ist es nicht mehr Wolke 7. Haben sie überhaupt noch eine Chance? Und falls ja, wie soll ein Leben mit einem Musiker funktionieren? Und dann steht da noch die Herz-OP an, für die sie sich endlich entschieden hat und die natürlich nicht gerade ungefährlich ist. Und überhaupt, was sind das plötzlich für Gefühle für Lex? Hat sie sich etwa in ihn verliebt? Oder ist das „nur“ das Gefühl einer tiefen Freundschaft?

Man sieht, es geht spannend weiter im zweiten Teil. Doch leider endete auch dieser irgendwann. Ich stehe nun gebannt in den Startlöchern für den nächsten Teil. Denn einen nächsten Teil muss es einfach geben. Das geht gar nicht anders.

Uta Dänekamp wurde auch hier wieder als Sprecherin gewählt. Alles andere wäre auch nicht passend gewesen. Denn sie und Sanny sind wie Topf und Deckel.

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Herzlichen Dank an den Rubikon Audioverlag für das Rezensionsexemplar!

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Siehe auch:

Greg Iles – Natchez Burning

Natchez BurningBeschreibung
Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, Mississippi, hat eigentlich vor, endlich zu heiraten. Da kommt ein Konflikt wieder ans Tageslicht, der seine Stadt seit Jahrzehnten in Atem hält. In den sechziger Jahren hat eine Geheimorganisation von weißen, scheinbar ehrbaren Bürgern Schwarze ermordet oder aus der Stadt vertrieben.

Nun ist mit Viola Turner eine farbige Krankenschwester, die damals floh, zurückgekehrt – und stirbt wenig später. Die Polizei verhaftet ausgerechnet Penns Vater – er soll sie ermordet haben. Zusammen mit einem Journalisten macht Penn sich auf, das Rätsel dieses Mordes und vieler anderer zu lösen.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
32 h 28 m

Meine Meinung
Nach 32 Stunden und 28 m sollte man eigentlich froh sein, wenn eine Geschichte endlich zu Ende gehört ist. Nicht so hier. Ich hätte noch Stunden weiterhören können, was sicherlich auch mit dem offenen Ende zusammenhängt. Man darf sich also schon auf die Fortsetzung freuen.

Greg Iles nimmt uns bei dieser Geschichte unter anderem mit in die Jahre, in denen der Ku-Klux-Klan sein Unwesen trieb. Geschickt verknüpft er die Vergangenheit mit der Gegenwart und zeigt auf, dass einen die Vergangenheit doch immer wieder einholen kann, dass sie nie ganz abgeschlossen ist.

Den Spannungsbogen baut er gekonnt behutsam auf bis er zum Ende hin derart zum Bersten gespannt ist, dass man kaum noch atmen kann. Mir hat diese Art wieder sehr gut gefallen, denn man erfährt sehr viel von den geschichtlichen Hintergründen, die er aber keineswegs lehrmeisterhaft oder gar langweilig erzählt. Im Gegenteil, er erzählt und erzählt und man hängt förmlich an seinen (bzw. Teschners) Lippen, um ja keine Einzelheit zu verpassen. Grandios.

Die Personen und Schauplätze sind sehr gut beschrieben – ich hatte alles bildlich vor Augen. Auch sind die Handlungen der Protagonisten realistisch und jederzeit nachvollziehbar, so dass bei mir keinerlei Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Story aufkam. Wenn ich auch vieles als äußerst schockierend empfand. Der Rassismus hatte/hat leider sehr schreckliche Auswüchse. (Siehe auch: John Katzenbach – Das Tribunal und Sue Monk Kidd – Die Erfindung der Flügel).

Uve Teschner ist hier wieder zur Bestform aufgelaufen. Somit war Teschner in Verbindung mit dieser tollen Story ein absoluter Hörgenuss, bei dem die über 32 Stunden wie im Flug vergingen. Somit sollte man sich von der Länge des Hörbuchs ganz sicher nicht abschrecken lassen. Im Gegenteil: Man darf sich auf stundenlange beste Unterhaltung freuen.

Klar, dass es auf meine Bestenliste kommt.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Greg Iles – Natchez Burning

Siehe auch: 

 

Sophie McKenzie – Du musst mir vertrauen

Du musst mir vertrauenBeschreibung
Livy und ihr Mann Will führen eine solide Ehe – wäre da nicht Wills Affäre mit einer Kollegin vor einigen Jahren gewesen. Will ist gerade auf Dienstreise, als Livys glamouröse Freundin Julia tot aufgefunden wird. Livy entdeckt, dass Julia eine Agentur beauftragt hatte, die mithilfe weiblicher Agenten testet, ob ein Mann seiner Frau treu ist. Gegenstand der Recherche war Will. Hatte Julia den Verdacht, dass Will erneut untreu war? Oder war sie selbst in eine Affäre mit ihm verwickelt? Während Livy diesen Fragen nachgeht, gerät sie in große Gefahr…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Britta Steffenhagen

Länge
12 h 39 m

Meine Meinung
Für diese Geschichte braucht man viel Geduld. Es wird sehr ausführlich beschrieben, wie Livy selbst nach vielen Jahren noch mit dem einmaligen Fehltritt ihres Mannes hadert. Da reicht manchmal schon ein kleiner Funke, um das neu gewonnene Vertrauen wieder komplett zu zerstören. Als dann auch noch ihre beste Freundin tot aufgefunden und dies als Selbstmord dargestellt wird, bricht für Livy ihre Welt komplett zusammen. Betrügt sie ihr Mann erneut? Und hat Julia wirklich Selbstmord begangen! Als Hörer tappt man mit Livy sehr lange im Dunkeln. Die Einzelheiten, die sie zusammen mit Julias Freund herausfindet, verwirren manchmal mehr, als dass sie zur Klarheit beitragen könnten. Und so hatte ich im Lauf der Story sehr viele verdächtige Personen. Auch war ich mal überzeugt, dass ihr Mann sie wieder betrügt, dann dachte ich wieder, nee, das tut er nicht. Wer also gerne miträtselt, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Und mit dem Ende hätte ich so nun überhaupt nicht gerechnet. Jedoch fand ich die Auflösung auch nicht wirklich sehr glaubhaft. Eher ziemlich konstruiert.

An ein, zwei Stellen muss man auch echt hart im Nehmen sein. Ich sage nur: Katze! Jedoch halten sich solche Szenen ein Glück in Grenzen.

Die Sprecherin Britta Steffenhagen fand ich von der Stimme her etwas zu jung. Doch im Großen und Ganzen hat sie einen guten Job gemacht. Somit wurde ich mit „Du musst mir vertrauen“ über knapp 13 Stunden gut unterhalten.

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Siehe auch:

Arno Strobel – Das Rachespiel

Das RachespielBeschreibung
Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert. Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des „Spiels“ wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot. Und Frank schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, das ihn in einen Atombunker in der Eifel führt. Einem Spiel, bei dem es um Leben und Tod geht – für Frank, für seine Frau. Und für seine Tochter…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Sascha Rotermund

Länge
9 h 02 m

Meine Meinung
Sehr gespannt war ich auf das neueste Buch von Arno Strobel, halte ich ihn doch für einen sehr guten Schriftsteller, auch wenn ich „Der Sarg“ nun nicht so toll fand. Aber: neues Buch, neues Glück.

Die Story fing auch gleich richtig gut an. Sehr schnell hatte ich eine Gänsehaut und war gefesselt. 4 ehemalige Freunde werden durch ‚das Rachespiel‘ zu einem alten ausgedienten Bunker zitiert. Sie gehen arglos in den Bunker hinein (da wurde ich das erste Mal stutzig. Mich hätten da keine 10 Pferde einfach so hineinmarschieren lassen). Es kam, wie es kommen musste, sie wurden in dem Bunker eingesperrt. Und dann, ja dann wurde die Geschichte einfach langsam. Ok, anfangs war der Gruseleffekt da. Eingesperrt. Dann geht das Licht aus. Die ersten Streitigkeiten fangen an – Aufgaben werden gestellt, die gelöst werden müssen. Es bilden sich Grüppchen – klar. Irgendwann traut keiner keinem mehr – ich auch nicht. Das war eigentlich wirklich gut vom psychologischen Standpunkt her gesehen.  Und natürlich rätselte man auch mit, wer denn nun hinter all dem steckt. Aber trotzdem sprang der Funke nicht so wirklich zu mir über. Warum kann ich gar nicht recht in Worte fassen. Die ganze Story zog sich einfach unendlich für meinen Geschmack und auch die ewige Vorantasterei im Dunkeln nervte mich irgendwann nur noch.

Die Auflösung fand ich dann aber wieder gut und sie hat mich wieder etwas mit dem Buch versöhnt.

Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Hörbuch denn bewerte. 3 oder doch 4 Pingu-Punkte für die Story? Letztendlich habe ich mich für schwache 4 Pingus entschieden. Denn besser als „Der Sarg“ fand ich es allemal. Und doch weiß ich, dass Arno Strobel es viel besser kann. Dies hat er bereits in „Magus – Die Bruderschaft„, „Castello Cristo und „Das Skript“ eindeutig unter Beweis gestellt.

Sascha Rotermund fand ich klasse! Er hat durchaus seinen Teil dazu beigetragen, dass ich über die lange Durststrecke durchhielt.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Arno Strobel – Das Rachespiel

Siehe auch: