Victoria Jones – Das Haus an der Mündung

Beschreibung
Lange hat Iris darauf gewartet, sich als Archäologin beweisen zu können. Jetzt soll sie die Aushebung eines angelsächsischen Grabhügels beaufsichtigen. Die raue Landschaft von Suffolk fasziniert sie, ebenso die Ruine des Herrenhauses an der Flussmündung. Warum haben die Bewohner Hengist Hall verlassen?

In einem Bericht über einen Mord findet sie den Namen des Hauses, bei ihrer Recherche aber stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Erst ihr Kollege Caleb hilft ihr, der Wahrheit näherzukommen. Sie hat mehr mit ihrer Familie zu tun, als sie für möglich gehalten hätte…

Sprecher
Tanja Fornaro

Länge
12 h 51 m

>>> Sommerpause <<<
Das heißt: Ich höre zwar weiterhin Hörbücher, doch es gibt keine Rezensionen dazu. Ich werde hier lediglich meine Gesamtbewertung notieren.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei  Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Victoria Jones – Das Haus an der Mündung

Kristina Moninger – Hundert kalte Winter

Beschreibung
Eine Geschichte über die Bedeutung von Verlust und den unschätzbaren Wert von Freundschaft und Liebe von Bestsellerautorin Kristina Moninger.

Wenige Sekunden sind genug, um einem anderen Menschen Hoffnung zu geben und die eigene für immer zu begraben. Sekunden, nach denen für Sandra und ihre Familie nichts mehr ist, wie es früher war, und sie die schwerste Entscheidung ihres Lebens getroffen hat: Sie muss ihren Sohn Jonah loslassen, damit ein anderes Kind weiterleben darf.

Katharina bangt um ihre jüngste Tochter Mila. Das Kind hat einen schweren Herzfehler und lebt nach mehreren erfolglosen Operationen mit einem externen Kunstherz. Das einzige, was Mila retten kann ist eine Herztransplantation.

Zwei Frauen, die sich vermutlich nie begegnet wären, wenn das Schicksal ihre Wege nicht zusammengeführt hätte. Zwei Familien, deren Lebens- und Liebesglück auf dem Spiel steht. Denn was geschieht, wenn Sandra das Kind kennenlernt, in dem Jonahs Herz schlägt?

Sprecher
Tanja Fornaro

Länge
9 h 48 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch habe ich von einer Freundin empfohlen bekommen. Keine Beschreibung – nur: „Das ist toll“.  Ohne die Beschreibung zu lesen, habe ich damit angefangen und wollte mich einfach mal überraschen lassen, um was es denn überhaupt geht.

Ich habe mit vielem gerechnet, aber nicht, dass es sich um eine derart emotionale Geschichte handelt. Es fing zwar etwas langatmig an, aber nachdem man alle Personen erst einmal kennengelernt hatte, wurde es richtig gut. Es wurde derart gut, dass ich es in einem Rutsch durchgehört hatte. Und das war dann mitten in der Nacht. Und da mich die Geschichte derart berührt hatte, habe ich in der Nacht dann auch noch davon geträumt.

Die Protagonisten wurden sehr gut und glaubwürdig beschrieben. Auch die Handlungen der Beteiligten fand ich überzeugend und jederzeit nachvollziehbar. Man könnte sagen, es menschelt hier sehr. Denn alles könnte sich genauso im echten Leben zutragen. Solche Geschichten mag ich sehr gerne, die so nachvollziehbar und echt beschrieben sind. Voller Emotionen, Entscheidungen und Fehlentscheidungen, Wut und Vergebung. Hier war so ziemlich jede emotionale Gefühlsregung dabei.

Tanja Fornaro als Sprecherin fand ich auch absolut klasse. Sie hat jeder Person die richtige eigene Stimme verliehen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kristina Moninger – Hundert kalte Winter

Claire Douglas – Missing: Niemand sagt die ganze Wahrheit

Beschreibung
Ein Ort voller Erinnerungen. Ein Ort voller Lügen.

Frankie und Sophie wachsen in einer verschlafenen Kleinstadt am Meer auf. Die beiden sind unzertrennlich, verbringen die Abende mit ihrer Clique auf dem alten Pier, trinken Dosenbier und tanzen zu Madonna. Und sie erzählen einander alles. Doch dann verschwindet Sophie eines Nachts spurlos. Zurück bleiben nur ihr Turnschuh am Pier und die Frage nach dem Warum. 18 Jahre später wird dort eine Leiche angespült, und Frankie weiß, dass sie nach Hause zurückkehren und Antworten finden muss. Darauf, was in dieser Nacht wirklich geschah. Denn niemand verschwindet einfach so. Ohne eine Spur. Und vor allem nicht ohne Grund.

Sprecher
Cathlen Gawlich, Laura Maire

Länge
10 h 42 m

Meine Meinung
Das Hörbuch „Missing: Niemand sagt die ganze Wahrheit“ hat mich von Anfang bis zum Ende gefesselt.

Aufgebaut ist die Story folgendermaßen: Erzählt wird zum einen die Geschichte aus der heutigen Sicht von Frankie, sprich 18 Jahre nach dem Tod von Sophie und zum anderen wird aus Sophies Tagebuch berichtet. Nach und nach erfährt man immer mehr aus der Jugendzeit der beiden Freundinnen. Und ebenso nach und nach wandelt sich der Eindruck, den man von den agierenden Personen hat. Doch was sich dann tatsächlich in dieser verhängnisvollen Nacht zutrug, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

Sehr interessant fand ich den geschickten Aufbau. Durch die immer hin- und her wechselnden Erzählstränge/Zeitebenen wurden einem völlig unterschiedliche Meinungen/Ansichten zu ein und denselben Geschehnissen präsentiert. Wie es im Leben eben so oft ist. Zwei Menschen empfinden die gleiche Situation eben nicht gleich.

Die beiden Sprecherinnen waren nicht nur eine sehr gute Wahl, sie erleichterten auch das Zuhören enorm. Denn so wusste man jederzeit ganz genau, aus wessen Sicht die Story gerade weitererzählt wird.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es z. B. bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Claire Douglas – Missing: Niemand sagt die ganze Wahrheit

David Foenkinos – Das geheime Leben des Monsieur Pick

Beschreibung
Wie ein einziger Roman dein Leben verändert.

Im bretonischen Finistère, am „Ende der Welt“, gibt es eine ganz besondere Bibliothek: Sie beherbergt von Verlagen abgelehnte Manuskripte. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, dessen Autor der frühere Pizzabäcker des Ortes ist. Seine Witwe beteuert, er habe Zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als Einkaufslisten. Ob er ein geheimes Zweitleben führte? Von dieser mysteriösen Entstehungsgeschichte beflügelt, wird der Roman ein Riesenerfolg und ändert das Leben vieler Menschen, darunter das seiner Entdeckerin. Paare trennen sich, neue Liebende finden sich, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt.

Sprecher
Axel Milberg

Länge
7 h 13 m

Meine Meinung
Eine Bibliothek der abgelehnten Manuskripte – was für eine schöne Idee. Ich will ja gar nicht wissen, wieviele Manuskripte in irgendwelchen Schubladen einsam ihr Leben fristen. Doch in solch einer Bibliothek sind sie gut aufgehoben und in bester Gesellschaft. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich an solch einem Ort wahre Schätze befinden, die bisher verkannt wurden.

Gut wenn sich dann eine gewissenhafte Lektorin in ihrem Urlaub per Zufall in diese Bibliothek verirrt, und das Meisterwerk unter all den anderen Manuskripten findet. Denn so passiert es in dieser Geschichte. Kaum hat sie es entdeckt, startet eine große Marketingaktion, um das Buch auf den Markt zu bringen.

Herrlich, was sich David Foenkinos hier alles hat einfallen lassen, um das Werk publik zu machen. Und was zieht besser, als ein schreibender Pizzabäcker, der in irgendeinem Kaff am Ende der Welt tagein tagaus seine Pizza verkauft. Sehr romantisch diese Vorstellung.

Ich fand diese Geschichte äußerst spritzig und witzig und besonders die Wendung am Ende des Buches hat mir sehr, sehr gut gefallen. Ich denke, allen Leseratten könnte dieses Buch ausgesprochen gut gefallen. Ein Buch über die Leidenschaft zu Büchern ist doch einfach immer wieder etwas Feines.

Axel Milberg als Sprecher fand ich auch hier wieder klasse.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: David Foenkinos – Das geheime Leben des Monsieur Pick

E. O. Chirovici – Das Buch der Spiegel

Beschreibung
Die Wahrheit des Einen ist die Lüge des Anderen.

Als der Literaturagent Peter Katz ein Manuskript des Autors Richard Flynn erhält, ist er sofort fasziniert. Flynn schreibt über die Ermordung des berühmten Professors Joseph Wieder in Princeton – vor über zwanzig Jahren. Der Fall wurde nie aufgeklärt, und Katz vermutet, dass der mittlerweile unheilbar kranke Flynn den Mord gestehen oder den Täter enthüllen wird. Doch Flynns Text endet abrupt. Katz will den Autor kontaktieren, aber er kommt zu spät, denn Flynn ist zwischenzeitlich verstorben. Besessen davon, das Ende der Geschichte zu erfahren, versucht Katz, Laura Baines ausfindig zu machen, die als Studentin auf undurchsichtige Weise mit Wieder verbunden war. Doch je tiefer Katz in den Fall eindringt, desto mehr scheint er sich von der Lösung zu entfernen. Denn im Spiegel der Erinnerung sieht er mehr als nur eine Wahrheit…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Jonas Nay, Stephan Kampwirth, Volker Lechtenbrink, Sebastian Rudolph, Sascha Rotermund

Länge
8 h 15 m

Meine Meinung
Leider habe ich zu lange mit meiner Rezension gewartet. Doch dieses Mal habe ich eine wirkliche Begründung: echter Zeitmangel!
Was ich aber noch weiß ist, dass mir das Hörbuch sehr gut gefallen hat. Ich fand es spannend und kurzweilig und die Erzählweise war ausgefallen. Meine notierte Gesamtbewertung lautet: 5,0 Pingu-Punkte. Was die Aufnahme-Qualität betrifft, was etliche Rezensenten so herb bemängelt hatten, hatte ich absolut nichts auszusetzen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: E. O. Chirovici – Das Buch der Spiegel

Nathan Hill – Geister

geisterBeschreibung
Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson. Er, der als kleines Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist.

Ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
23 h 48 m

Meine Meinung
Nun ist es schon so lange her, dass ich dieses tolle Hörbuch gehört habe, dass ich keine Rezension mehr dazu schreiben kann. Meine damaligen Notizen: Erinnert vom Stil her an „Die Geschichte der Baltimores“ von Joel Dicker. Er erzählt und erzählt und man hört gerne zu, es wird nie langweilig. Man ist überrascht und verblüfft, was hier alles ans Tageslicht kommt.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Nathan Hill – Geister

Verna B. Carleton – Zurück in Berlin

zurueck-in-berlinBeschreibung
1957: Eric Devon führt ein erfolgreiches Leben in London. Einzig seine Frau Nora weiß, dass er eigentlich Erich Dalburg heißt, aus Berlin stammt und als jüdischer Widerständler 1936 ins Exil gehen musste. Zehn Jahre nach Kriegsende stellt er sich endlich seiner verdrängten Vergangenheit und reist mit Nora und einer amerikanischen Journalistin nach Berlin. Kurze Zeit später stehen sie vor seinem Elternhaus. Bewohnt wird es von seiner Tante, der Eric die Mitschuld am Tod seines Vaters gibt. Doch bald muss er sein Bild der Geschehnisse revidieren und sich eigene Fehler eingestehen. Endlich scheint ein Neuanfang möglich, dort, wo er ihn am wenigsten erwartet hätte: in Berlin.

Sprecher
Leslie Malton

Länge
6 h 54 m

Meine Meinung
Wie im Klappentext bereits geschrieben, kehrt Eric Devon, eigentlich Erich Dalburg, im Jahr 1957 in seine Geburtsstadt Berlin auf eine kurze Reise zurück und setzt sich erstmals intensiv mit seiner Vergangenheit und der seiner ganzen Familie und Freunde auseinander. Denn als er Berlin fluchtartig verließ, herrschten die Nazis und hatten ihn, der im Widerstand kämpfte, bereits im Visier. Er flüchtete nach London und bekam einen englischen Pass. Fortan hat er seine deutsche und zugleich jüdische Vergangenheit erfolgreich verdrängt. Doch jetzt – nach all den Jahren – muss er feststellen, dass seine Sicht der Dinge damals nicht ganz der Realität entsprach. Jedoch muss er für diese Einsicht mit vielen Menschen reden, die ihm jeweils ihre Sicht der Dinge erzählen. Dass diese Gespräche nicht gerade einfach sind, kann man sich lebhaft vorstellen und bald scheint Eric daran zu zerbrechen.

Dieser Roman ist absolut keine leichte Kost. Die Nazis, aber auch insbesondere die Deutschen werden hier auf verschiedenste Weise „auseinander gepflückt“ in Hinblick dessen, wie es soweit kommen konnte, was den typischen Deutschen ausmacht  und wie sich der typische Deutsche in der Nachkriegszeit selbst sieht und verhält.

Weiterhin beschäftigt sich die Geschichte sehr intensiv mit der Frage der Langzeitfolgen dieses verheerenden Krieges, wie die Menschen, die den Krieg selbst miterlebten und wie die nachfolgende Generation jeweils damit umgehen.

Sehr geschickt werden hier die ganz verschiedenen Charaktere durch die jeweiligen Verwandten und Freunde verkörpert, so dass ein umfangreiches Bild entsteht.

Dieses Buch erschien erstmals 1962 und wurde jetzt erstmals als Hörbuch vertont. Es hätte kaum einen besseren Zeitpunkt geben können, um diese Geschichte zu reaktivieren. Denn nicht nur einmal wird in diesem Buch erwähnt, dass, wenn die Deutschen alle Hitlers „Mein Kampf“ gelesen hätten, es niemals soweit gekommen wäre. Man könnte hier durchaus Parallelen zur heutigen Situation sehen, in dem auch niemand das Parteiprogramm mancher erstarkenden Partei liest.

Leslie Malton als Sprecherin hat mir sehr gut gefallen. Sie hat ihre ganz eigene Art, Sätze zu betonen, die Satzmelodie ist etwas anders, als bei deutschen Sprechern. Ich fand das gerade für diese Geschichte sehr passend und erfrischend anders.

Ein wichtiges Buch – gerade jetzt.

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Herzlichen Dank an D>A<V für das Rezensionsexemplar.

Elisabeth Herrmann – Die Mühle

Die MühleBeschreibung
Wahrheit, Lüge, Tod

„The Court“ – das waren die Coolen. Die Angesagten, die Unerreichbaren, die Helden von Lanas Schulzeit. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique kommt? Jahre, nachdem sie alle ihre alte Schule verlassen haben? Der Trip führt die Clique in eine alte Mühle, umgeben von wilder Natur. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als dann der erste der Freunde verschwindet, wird Lana klar, dass sie in der Falle sitzt. Denn es geht um Leben und Tod…

Laura Maire, beim Deutschen Hörbuchpreis 2011 und 2014 als Beste Interpretin ausgezeichnet, hat bisher sämtlichen Jugendromanen von Elisabeth Herrmann ihre Stimme geliehen.

Sprecher
Laura Maire

Länge
10 h 56 m

Meine Meinung
Warnung! Dieses Hörbuch ist nicht geeignet für Leute mit einem schwachen Herz!

Von Elisabeth Herrmann kenne ich bisher nur „Das Dorf der Mörder“. Das ist nun schon länger her, dass ich das Hörbuch hörte, jedoch blieb mir dieses sehr gut in Erinnerung.

Das Thema des neuesten Werks von ihr interessierte mich. Das Cover fand ich ebenfalls sehr gelungen, der Erscheinungstermin ward sofort notiert. Am selben Tag kam es auf meinen Player. Heute morgen habe ich es fertig gehört. Und ich kann nur sagen: Wow!

Zunächst fängt die Story harmlos an. Die Ich-Erzählerin Lana wird durch Zufall die siebte Teilnehmerin eines Kurzurlaubs. Die Clique, die früher „The Court“ genannt wurde und aus sieben Personen bestand, wollten dieses Wochenende in einem Luxushotel in Tschechien verbringen.  Einer dieser sieben liegt durch einen dummen Zufall im Krankenhaus und gibt seine Einladung an Lana weiter. Sie soll doch bitte für ihn dort hin fahren. Kaum ist sie dort, lernt sie die anderen kennen. Schnell merkt sie, zu wem sie einen Draht hat und zu wem nicht. Die Personen werden clever in die Geschichte eingeführt, schnell hat man selbst einen Eindruck von den verschiedenen Persönlichkeiten. Der Abend verläuft etwas angespannt, da sich alle Beteiligten schon lange nicht mehr gesehen hatten. Und immer steht das Rätsel im Raum: Wer von ihnen hat sie eigentlich alle zu diesem Event eingeladen? Alle bestreiten, der großzügige Gastgeber zu sein. Die Frage lässt sich an diesem Abend jedenfalls nicht mehr klären.

Am nächsten Tag steht ein Ausflug an. Sie versammeln sich alle, eine riesen große Limousine fährt vor und holt sie ab.  Dann geht es ab in die Berge. Irgendwo hält die Limousine an, die Clique samt Lana steigen aus. Dann braust die Limousine davon. Keiner von ihnen hatte bei diesem Ausflug damit gerechnet, dass es eine Bergtour werden würde. Dementsprechend ungeeignet ist die Kleidung, vor allem das Schuhwerk. Was tun? Sie laufen los in die Richtung, die ihnen gezeigt wird. Bald stehen sie vor einem enormen Abgrund der nur über eine Hängebrücke zu überwinden ist. Auf der anderen Seite steht eine reich gedeckte Tafel. Und hier braucht ein herzkranker Zuhörer zum ersten Mal seine Tropfen…

Für mich als ein von Höhenangst geplagter Mensch war diese Szene das pure Horrorszenario. Doch das war erst der Anfang. Weiter führt der Weg zu einer alten stillgelegten Mühle. Und hier beginnt die Story erst so richtig, Fahrt aufzunehmen. Über die nachfolgenden Geschehnisse will ich nichts, aber auch gar nichts verraten. Denn was dann kommt, ist fast nicht mehr an Spannung und Dramatik zu überbieten.

Die psychologischen Aspekte kamen hier auch nicht zu kurz. Lange Zeit kann nicht erklärt werden, wer denn zu dieser apokalyptischen Reise eingeladen hat. Und immer wieder steht die Glaubwürdigkeit von Lana, die ja eigentlich gar nicht zu der Clique gehört, im Vordergrund.

Ich fand dieses Hörbuch äußerst clever aufgebaut. Der Spannungsbogen wurde ab dem Zeitpunkt des Ausflugs konstant straff gehalten, man konnte kaum durchschnaufen. Aber warum sollte man das können, wenn es die Protagonisten aufgrund der ständig lauernden Gefahren auch nicht konnten. Ist doch nur fair.  😉

Das i-Tüpfelchen der Spannung setzte Laura Maire mit ihrem äußerst engagierten Vortrag. Sie durchlebte die Geschichte körperlich, kämpfte mit den Worten, Schrie, als würde sie gerade persönlich angegriffen, verlor sich in tiefster Verzweiflung. Sie versank förmlich in der Geschichte und – so kam es einem vor – in der Person Lana. Einfach klasse.

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Weitere Informationen
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Siehe auch:

Melanie Raabe – Die Wahrheit

Die WahrheitBeschreibung
Er ist eine Bedrohung. Keiner will ihr glauben.

Vor sieben Jahren ist der reiche Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Seine Rückkehr löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle: Was wird werden? Gibt es noch eine gemeinsame Zukunft?
Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah. Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes Leben…

Gelesen von den prominenten Schauspielern Nina Kunzendorf, Andreas Pietschmann und Devid Striesow.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Nina Kunzendorf, Andreas Pietschmann, Devid Striesow

Länge
9 h 24 m

Meine Meinung
Nachdem ich von „Die Falle“ von Melanie Raabe sehr begeistert war, freute ich mich auf das neuste Werk aus ihrer Feder. Kaum war es als Hörbuch erschienen, schon hatte ich es auf den Ohren. Heute habe ich es nun beendet.

Wenn ich an einem Samstagabend 40 Minuten vor dem Ende ein Hörbuch ausschalte, kann es mich nicht wirklich in seinen Bann gezogen haben. Jedoch hätte ich das anfangs ganz und gar nicht vermutet. Denn es fängt äußerst spannend an. Da kommt ihr in Südamerika entführter Ehemann nach 7 Jahren endlich wieder nach Hause und dann muss Sarah erkennen, dass es gar nicht ihr Ehemann ist, sondern ein ihr völlig fremder Mann. Wenn das mal nicht eine gruselige Vorstellung ist. Und dann zieht er auch direkt wieder in ihrem Haus ein. Eine noch gruseligere Vorstellung. Dadurch war ich natürlich direkt von der Story gefesselt und hörte die erste Hälfte schier in einem Rutsch durch. Doch ab der zweiten Hälfte tat ich mich zunehmend schwerer mit dieser Geschichte. Und vom Ende war ich dann gänzlich enttäuscht.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Sarah erzählt. Manchmal, zum Ende hin etwas mehr, erhält man auch einen Einblick in die Perspektive des Mannes. Alles wird somit in der Ich-Form geschildert. Kurze Aussagesätze, maschinengewehrartig aneinander gereiht. Das beschreibt die jeweilige Situation zwar sehr gut, ist aber auf die Dauer in der Hörbuchform auch etwas anstrengend. Denn Nina Kunzendorf hat diese  Sätze sehr schnell gesprochen, kaum bekommt man mal etwas Luft zum Verschnaufen. Das ist als Buch sicherlich besser, als als Hörbuch. Im Buch kann man die Sätze dann im eigenen Tempo lesen. Mich hat es ab der zweiten Hälfte zunehmend genervt. Ich stehe nicht gerne unter Dauerbeschuss. Doch das Tempo wird fast über die gesamte Länge aufrecht erhalten.

Nachdem ich dann also durch die erste wirklich sehr spannende Hälfte gehetzt wurde, legte ich in der zweiten Hälfte öfters Pausen ein. Denn als es in Richtung Auflösung der Geschichte kam, war für mich zunehmend die Luft raus. Ich hoffte noch lange auf eine gravierende Wendung in der Story, doch diese kam nicht. Ja, so schaue ich nun zwar auf eine sehr gute erste Hälfte zurück, doch im Gesamteindruck bleibe ich doch enttäuscht zurück.

Es gibt sicherlich immer mehrere Möglichkeiten, wie man eine Story enden lassen kann. Doch die von Melanie Raabe gewählte, war für die mich am wenigsten interessante Variante.

Auch finde ich, dass insbesondere der Mann nur selten logisch handelte in Anbetracht der Auflösung. Natürlich hat nur so die Geschichte überhaupt funktioniert, aber gut finde ich es deshalb noch lange nicht.

Mit den Sprecherstimmen bin ich durchaus einverstanden. Doch Nina Kunzendorf hätte sich für meinen Geschmack durchaus etwas mehr Zeit nehmen dürfen. Doch das habe ich schon weiter oben ausgeführt.

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Weitere Informationen
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Siehe auch:

Michael Lüders – Never say anything

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Eine höchst aktuelle Auseinandersetzung mit den Geheimdiensten und einer entfesselten Moral.

Die Journalistin Sophie Schelling hatte sich auf eine ganz normale Dienstreise eingestellt. Doch manchmal ist man zur falschen Zeit am falschen Ort: Sophie sieht etwas, das sie nie hätte sehen dürfen.

In seinem packenden Polit-Thriller führt Michael Lüders auf die dunkle Seite des amerikanischen Drohnenkriegs und stellt seine Heldin vor eine Gewissensfrage: Wie weit bist du bereit zu gehen, um die Wahrheit herauszufinden? Würdest du dafür deine Zukunft aufs Spiel setzen? Oder vergisst du lieber, was du erlebt und erfahren hast? Immer tiefer verstrickt sich Sophie in das Netz eines übermächtigen Gegners, bis aus ihrer Suche ein blutiger Kampf ums Überleben wird.

Sprecher
Steffen Groth

Länge
10 h 04 m

Meine Meinung
Von Michael Lüders hatte ich zunächst „Wer den Wind sät“ gehört. Ein Sachbuch, dass sich mit der Situation im Orient beschäftigt. Dieses fand ich äußerst interessant und ich wollte natürlich wissen, ob er auch einen guten Politthriller schreiben konnte.

Natürlich handelt die Story von einem Ereignis, das sich – zumindest in der Geschichte – im Orient abspielt. Ein schreckliches Ereignis, dessen Zeugin die Journalistin Sophie wird. Ein Drohnenangriff auf ein ärmliches Dorf, irgendwo im Niemandsland. Zurück bei Ihrer Zeitung hat sie ein großes Problem. Wieviel kann sie davon wahrheitsgetreu berichten, ohne selbst in allzu große Gefahr zu geraten? Denn durch die Medien wurde dieser Drohnenangriff der Öffentlichkeit anders dargestellt, als er sich tatsächlich zutrug.

Mir hat dieser Thriller gut gefallen. Jedoch war mir die Journalistin anfangs nicht tough genug dargestellt. Vermutlich entspricht dieses Verhalten aber wohl eher der Realität. Sie macht dann zwar letztendlich doch einen sehr gewagten Schritt, doch das dauert, bis sie zu diesem Schluss kommt.

Ein Zitat eines berühmten Songs fand ich hier sehr passend eingeschmiegt: You can check out any time you want, but you can never leave.

Der Anfang der Story war richtig gut, doch der Rest der Story flacht dann doch etwas ab.  Man darf also – außer am Anfang – keine allzu übertriebene Spannungserwartung haben, dann ist dieser Thriller echt gut. Leider lässt er auch viel mehr Wahrheit vermuten, als man von einem erfundenen Roman landläufig erwartet. Und eines ist sicher: Einen bleibenden Eindruck hat diese Story auf alle Fälle bei mir hinterlassen.

Steffen Groth ist zwar auch hier wieder recht langsam unterwegs, aber hier fand ich das nicht ganz so dramatisch. Etwas mehr Tempo hatte er nämlich durchaus zugelegt, als in „Wer den Wind sät“. Und das Geräusch, das er machte, um den Drohnenangriff darzustellen, fand ich äußerst klasse.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Michael Lüders – Never say anything

Siehe auch: