Romy Hausmann – Liebes Kind

Beschreibung
Schockierend, berührend, unvorhersehbar: Ein Thriller-Debüt der Extraklasse.

Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen „Zirkulationsapparat“. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und der Alptraum geht weiter. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich nun zurückholen will, was ihm gehört.

Sprecher
Leonie Landa, Ulrike C. Tscharre, Heikko Deutschmann

Länge
12 h 39 m

Meine Meinung
Wow! Was für ein Thriller! Das konnte ich schon lange nicht mehr zu einem Thriller sagen. Aber dieser hier hebt sich wirklich von den anderen irgendwie immer gleich aufgebauten Thrillern um Klassen ab.

Von Anfang an ist man von dieser Geschichte gefesselt. Keine Minute ist langweilig, kein Wort überflüssig. Alles passt perfekt. Die vielen Wendungen in der Story bringen  zusätzlich enormes Tempo in die Story und sorgen immer wieder für unkontrollierbares Herzrasen.

Sehr gut fand ich auch die verschiedenen Sprecher. Zum einen passen sie stimmlich absolut perfekt und zum anderen erleichtern sie das Hören enorm, da man so immer genau weiß, wer gerade erzählt.

Ich bin von diesem Thriller wirklich restlos begeistert und kann ihn mit bestem Gewissen weiterempfehlen. Somit landet seit langer Zeit mal wieder ein Thriller auf meiner Bestenliste.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Romy Hausmann – Liebes Kind

Thomas Finn – Lost Souls

Beschreibung
Ein neuer hochkarätiger Horror-Thriller aus der Feder von Erfolgsautor Thomas Finn.

Die Archäologin Jessika Raapke ist eben erst mit ihrer Adoptivtochter Leonie nach Hameln gezogen, als man sie bittet, einen unheimlichen Vorfall in der alten Kirche zu untersuchen: Bei Bauarbeiten wurde ein verborgener Sarkophag beschädigt, kurz darauf tötet ein riesiger Rattenschwarm einen der Arbeiter. Jessika findet an dem Sarkophag, der vollkommen leer ist, eine halb zerstörte lateinische Bannschrift mit einem Hinweis auf den sagenumwobenen Rattenfänger.

Während Jessika den historischen Hintergründen der Sage um den Rattenfänger von Hameln auf den Grund geht, ereignen sich überall in Hameln unheimliche Rattenübergriffe. Dann ist Leonie plötzlich verschwunden…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

 

Sprecher
Oliver Rohrbeck

Länge
14 h 39 m

Meine Meinung
Es kribbelt und krabbelt und trippelt und trappelt und es mordet… Tote gibt es hier einige zu vermelden und wie es scheint, waren die Mörder Ratten!

Der Rattenfänger von Hameln, wer kennt die Sage um den übelst betrogenen Pfeifer nicht. Hier wurden sehr interessante Theorien und Spekulationen zu eben dieser Sage zum Besten gegeben. Also vom Informationsgehalt kann ich hier absolut nicht klagen.

Was mich allerdings nicht ganz überzeugen konnte, war der Plot an sich. Ich fand es insgesamt wirklich etwas mau. Vieles war dermaßen vorhersehbar, dann fehlten natürlich auch die üblichen Klischees nicht – im Gegenteil, sie kamen hier wirklich zuhauf vor. Ok, die Ideen, was die Ratten so anstellten und vor allem, wie sie es anstellten, fand ich schon klasse. Aber nach Beenden der Story dachte ich: Hm, ja, nette Unterhaltung mit Ekeleffekt, aber wirklich vom Hocker gerissen hat mich „Lost Souls“ leider nicht.

Oliver Rohrbeck hat mir sehr gut gefallen. Er hat seine Sache wirklich prima gemacht.

Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es bei Audible.de
Und hier geht es direkt zum Hörbuch: Thomas Finn – Lost Souls

Siehe auch:

Pierre Lemaitre – Drei Tage und ein Leben

Beschreibung
Ein beschaulicher Ort in Frankreich im Jahr 1999: Der zwölfjährige Antoine verbringt seine Tage zusammen mit dem Hund Odysseus im nahgelegenen Wald.

Als wenige Tage vor Weihnachten sein Nachbar, der kleine Rémi, innerhalb weniger Stunden spurlos verschwindet, stehen die Anwohner Beauvals unter Schock. Eine groß angelegte Suchaktion wird gestartet. Dabei wird vor allem der angrenzende Wald durchsucht, in dem Antoine und Rémi viel Zeit miteinander verbracht haben. Am dritten Tag muss die Suche nach dem verschwundenen Kind abgebrochen werden. Ein Jahrhundertsturm zieht auf. Rémi bleibt verschwunden, die Bewohner Beauvals verdächtigen sich gegenseitig und Antoine schweigt, obwohl er der einzige ist, der weiß, was in jenen verhängnisvollen Stunden mit seinem Freund Rémi geschah.

Das Hörbuch erscheint als ungekürzte Lesung bei DAV

Kann ein Kind schuldig sein?

Behutsam und verständnisvoll widmet sich der Prix-Goncourt-Preisträger Pierre Lemaitre in seinem Roman »Drei Tage und ein Leben« dem Schicksal des Protagonisten, schreibt über Schuld, Verantwortung und Adoleszenz. Glaubhaft erzählt er Antoines Geschichte, der als Heranwachsender seinen Heimatort verlässt, versucht, mit der Schuld umzugehen, die er als Junge auf sich geladen hat und schließlich doch wieder nach Beauval zurückkehrt.

»Drei Tage und ein Leben«, produziert von NDR Kultur, wird packend interpretiert von Torben Kessler

Der aus Fernsehen, Kino und Theater bekannte Schauspieler Torben Kessler zählt zu den bekanntesten Hörbuch-Sprechern Deutschlands und hat bereits zahlreiche Hörbücher eingesprochen, darunter auch Hanya Yanagiharas »Ein wenig Leben«.

Auch mit seiner Lesung von Pierre Lemaitres Roman weiß er zu überzeugen. Mit seiner gefühlvollen und unaufgeregten Darbietung erweist er sich als der ideale Erzähler der Geschichte rund um den jungen Antoine und die Geschehnisse während der drei Tage im Dezember.

Sprecher
Torben Kessler

Länge
6 h 28 m

Meine Meinung
Als ich vor zwei Jahren „Wir sehen uns dort oben“ von Pierre Lemaitre gehört hatte und völlig fasziniert war, war ich äußerst begeistert als ich sah, dass es ein neues Hörbuch von Lemaitre gibt. Selbstverständlich wollte ich das sofort hören. Meine hohen Erwartungen und Hoffnungen wurden in keinster Weise enttäuscht. Ich war wieder äußerst begeistert! „Drei Tage und ein Leben“ ist zwar leider recht kurz, dafür aber umso intensiver.

Es ist wirklich erstaunlich, wie sich der Autor in den jungen Antoine versetzen  und seine Gefühle erzählen kann. Ist der Junge doch völlig verzweifelt, entsetzt von seiner Tat, hin- und hergerissen, wie er sich nun verhalten soll. Soll er seine Schuld eingestehen? Oder doch lieber fliehen? Aber nein, das geht nicht. Selbstmord? Ja, das ist gut, denn mit dieser Schuld zu leben ist für ihn unvorstellbar.

Ich habe nur sehr selten eine solch gute Darstellung der inneren Zerrissenheit eines Menschen gehört. Lemaitre hat das wirklich bis zum i-Tüpfelchen perfektioniert.

Und das Endprodukt ist eine wirklich mitreißende Story, bei der ich den Mörder gar lieben lernte und mit ihm bangte und hoffte. Und klar stellt sich hier dann wieder die Frage: Kann man ein Kind wirklich als Mörder bezeichnen? Wenn ich mir die Situation nochmals vorstelle, wie sie geschildert wurde, dann war ich natürlich schockiert und entsetzt! Doch wenn ich mir dann überlege, in welcher Gefühlslage er sich gerade befand, nun… Aber – lieber Leser/Hörer – bilde dir bitte eine eigene Meinung über den jungen Antoine und seine Tat.

Auch das Ende fand ich perfekt ausgearbeitet. Es waren wirklich einige Szenarien möglich, wie die Story zu einem Ende geführt hätte werden können. Die von Lemaitre gewählte hat mir sehr gut gefallen. Warum kann ich hier nicht beschreiben, da würde ich wohl etwas die Spannung nehmen. Und das will ich auf keinen Fall riskieren. Denn „Drei Tage und ein Leben“ ist eine Geschichte, in die man unbedingt selbst eintauchen und mitfiebern sollte, ohne den geringsten Schimmer zu haben, wie es enden wird.

Torben Kessler als Sprecher hat mir auch sehr gut gefallen. Er hat diese eindringliche Story wirklich ganz hervorragend gesprochen, niemals aufdringlich, aber immer äußerst gefühlsbetont. Toll.

Ich wünsche spannende sechseinhalb Stunden beim Lauschen dieser wirklich außergewöhnlich guten Story.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei „Der Audio-Verlag“ Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Pierre Lemaitre – Drei Tage und ein Leben

Siehe auch:

Herzlichen Dank an den Audio-Verlag für das Rezensionsexemplar, das sich als wahrer Schatz entpuppte.

Persönliche Anmerkung:
Innerhalb von 2 Wochen 3 Hörbücher, die es auf meine Bestenliste geschafft haben, und das noch aus völlig verschiedenen Genres, das gab es noch nie!

Die anderen beiden sind:

Ruth Ware – Im dunklen, dunklen Wald

im-dunklen-dunklen-waldBeschreibung
Als Nora die Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer besten Highschool-Freundin Clare erhält, ist sie wie vor den Kopf gestoßen. Zehn Jahre sind vergangen, seit sie Clare zuletzt gesehen hat, zehn lange Jahre, in denen die beiden keinen Kontakt hatten. Wider besseres Wissen nimmt Nora die Einladung an. Ein folgenschwerer Fehler. Als sie nach dem Wochenende in einem Krankenhaus erwacht, kann sie sich nur noch an wenig erinnern. Eines jedoch weiß sie gewiss: In dem abgelegenen Haus im Wald wurde jemand getötet. Doch wer – und von wem – weiß sie nicht. Ist es möglich, dass sie selbst etwas mit der furchtbaren Tat zu tun hat? Ist sie eine Mörderin?

Sprecher
Julia Nachtmann

Länge
10 h 33 m

Meine Meinung
Eins vorneweg. Dieser Thriller dürfte hauptsächlich Frauen gefallen.

Wie schon oben beschrieben, sagt Nora zu, an dem Junggesellinnenabschied ihrer früheren Highschool-Freundin teilzunehmen. Sie hat zwar schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr und empfindet das auch in keinster Weise als Verlust, doch  trotzdem sagt sie zu. Das fand ich ziemlich unlogisch. Aber gut, ohne ihre Zusage hätte es die ganze Geschichte nicht gegeben. Also nehmen wir das einfach mal so hin.

So reist Nora also mit einer anderen Freundin aus der Highschoolzeit zu dem Event, der irgendwo abgelegen in einem Waldstück in einem sehr imposanten Glashaus stattfinden soll.

Es dauert etwas, bis sich alle Gäste eingefunden haben. Anfangs fand ich das alles etwas langatmig. Alle stellten sich zunächst einmal vor, denn viele kannten sich überhaupt nicht. Und die Gastgeberin ließ lange auf sich warten. Für den Empfang hatte Clare ihre jetzige beste Freundin engagiert, die sich in ihrer Rolle als perfekte Organisatorin viel zu ernst nahm und mit ihrem schier minutenweise durchgetakteten Gestaltungsplan für das  Wochenende die meisten recht schnell zu nerven anfing. Auch mich.

Soweit so gut. Bis hier fand ich Story nicht sonderlich interessant, geschweige denn spannend.

Doch dann, so ca. ab der zweiten Hälfte kam eine Wende und die Story entwickelte sich wesentlich rasanter und spannender als zuvor. Ein gut gemachter Schockmoment rüttelte mich wach und ich wollte unbedingt wissen, wie sich diese Geschichte denn nun erklären ließ.

Zunächst wurde alles ziemlich turbulent, Nora findet sich selbst im Krankenhaus wieder und kann sich an nichts mehr erinnern. Nur an eines erinnert sie sich: es gab einen Mord. Doch wer verübte ihn? Und wer war überhaupt das Opfer? Und warum eskalierte der Junggesellinnenabschied überhaupt derart fatal?

Die Auflösung fand ich interessant. Für meinen Geschmack aber einen Tick zu sehr konstruiert. Mir fehlte leider die hundertprozentige Überzeugung (mehr kann ich dazu nicht sagen – will ja nichts vorweg nehmen).

Julia Nachtmann als Sprecherin fand ich sehr gut. Sie hat eine angenehme dunkle Stimme, der man lange völlig unangestrengt zuhören kann.

Doch wie bewerte ich das nun insgesamt? Ein schwächelnder, sich für meinen Geschmack recht lange hinziehender Anfang, eine spannende Wende, die Schwung in die Geschichte bringt und mein Interesse über eine lange Strecke befriedigt, eine für mich nicht ganz glaubwürdige Auflösung, die zu konstruiert auf mich wirkt und zu guter letzt eine Sprecherin, die mir sehr gut gefallen hat.

Für die Sprecherin ist das ganz einfach. Sie bekommt klare 5 Pingus.

Bei der Geschichte war ich lange hin und her gerissen zwischen 3 und 4 Pingus. Letztendlich habe ich mich wegen des langen Anfangs und des für mich etwas unglücklich geratenen Endes für 3 Punkte entschieden. Auch waren mir einfach zu wenig wirklich sympathische Charaktere vorhanden, die mir zusätzlich meine Bindung zu der Geschichte erschwerten.

Sicherlich mag das die ein oder andere Hörerin anders empfinden. Dies gilt es wie immer, selbst herauszufinden.

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Herzlichen Dank an D>A<V für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch:

Elisabeth Herrmann – Die Mühle

Die MühleBeschreibung
Wahrheit, Lüge, Tod

„The Court“ – das waren die Coolen. Die Angesagten, die Unerreichbaren, die Helden von Lanas Schulzeit. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique kommt? Jahre, nachdem sie alle ihre alte Schule verlassen haben? Der Trip führt die Clique in eine alte Mühle, umgeben von wilder Natur. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als dann der erste der Freunde verschwindet, wird Lana klar, dass sie in der Falle sitzt. Denn es geht um Leben und Tod…

Laura Maire, beim Deutschen Hörbuchpreis 2011 und 2014 als Beste Interpretin ausgezeichnet, hat bisher sämtlichen Jugendromanen von Elisabeth Herrmann ihre Stimme geliehen.

Sprecher
Laura Maire

Länge
10 h 56 m

Meine Meinung
Warnung! Dieses Hörbuch ist nicht geeignet für Leute mit einem schwachen Herz!

Von Elisabeth Herrmann kenne ich bisher nur „Das Dorf der Mörder“. Das ist nun schon länger her, dass ich das Hörbuch hörte, jedoch blieb mir dieses sehr gut in Erinnerung.

Das Thema des neuesten Werks von ihr interessierte mich. Das Cover fand ich ebenfalls sehr gelungen, der Erscheinungstermin ward sofort notiert. Am selben Tag kam es auf meinen Player. Heute morgen habe ich es fertig gehört. Und ich kann nur sagen: Wow!

Zunächst fängt die Story harmlos an. Die Ich-Erzählerin Lana wird durch Zufall die siebte Teilnehmerin eines Kurzurlaubs. Die Clique, die früher „The Court“ genannt wurde und aus sieben Personen bestand, wollten dieses Wochenende in einem Luxushotel in Tschechien verbringen.  Einer dieser sieben liegt durch einen dummen Zufall im Krankenhaus und gibt seine Einladung an Lana weiter. Sie soll doch bitte für ihn dort hin fahren. Kaum ist sie dort, lernt sie die anderen kennen. Schnell merkt sie, zu wem sie einen Draht hat und zu wem nicht. Die Personen werden clever in die Geschichte eingeführt, schnell hat man selbst einen Eindruck von den verschiedenen Persönlichkeiten. Der Abend verläuft etwas angespannt, da sich alle Beteiligten schon lange nicht mehr gesehen hatten. Und immer steht das Rätsel im Raum: Wer von ihnen hat sie eigentlich alle zu diesem Event eingeladen? Alle bestreiten, der großzügige Gastgeber zu sein. Die Frage lässt sich an diesem Abend jedenfalls nicht mehr klären.

Am nächsten Tag steht ein Ausflug an. Sie versammeln sich alle, eine riesen große Limousine fährt vor und holt sie ab.  Dann geht es ab in die Berge. Irgendwo hält die Limousine an, die Clique samt Lana steigen aus. Dann braust die Limousine davon. Keiner von ihnen hatte bei diesem Ausflug damit gerechnet, dass es eine Bergtour werden würde. Dementsprechend ungeeignet ist die Kleidung, vor allem das Schuhwerk. Was tun? Sie laufen los in die Richtung, die ihnen gezeigt wird. Bald stehen sie vor einem enormen Abgrund der nur über eine Hängebrücke zu überwinden ist. Auf der anderen Seite steht eine reich gedeckte Tafel. Und hier braucht ein herzkranker Zuhörer zum ersten Mal seine Tropfen…

Für mich als ein von Höhenangst geplagter Mensch war diese Szene das pure Horrorszenario. Doch das war erst der Anfang. Weiter führt der Weg zu einer alten stillgelegten Mühle. Und hier beginnt die Story erst so richtig, Fahrt aufzunehmen. Über die nachfolgenden Geschehnisse will ich nichts, aber auch gar nichts verraten. Denn was dann kommt, ist fast nicht mehr an Spannung und Dramatik zu überbieten.

Die psychologischen Aspekte kamen hier auch nicht zu kurz. Lange Zeit kann nicht erklärt werden, wer denn zu dieser apokalyptischen Reise eingeladen hat. Und immer wieder steht die Glaubwürdigkeit von Lana, die ja eigentlich gar nicht zu der Clique gehört, im Vordergrund.

Ich fand dieses Hörbuch äußerst clever aufgebaut. Der Spannungsbogen wurde ab dem Zeitpunkt des Ausflugs konstant straff gehalten, man konnte kaum durchschnaufen. Aber warum sollte man das können, wenn es die Protagonisten aufgrund der ständig lauernden Gefahren auch nicht konnten. Ist doch nur fair.  😉

Das i-Tüpfelchen der Spannung setzte Laura Maire mit ihrem äußerst engagierten Vortrag. Sie durchlebte die Geschichte körperlich, kämpfte mit den Worten, Schrie, als würde sie gerade persönlich angegriffen, verlor sich in tiefster Verzweiflung. Sie versank förmlich in der Geschichte und – so kam es einem vor – in der Person Lana. Einfach klasse.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Elisabeth Herrmann – Die Mühle

Siehe auch:

Cheryl Kaye Tardif – Des Nebels Kinder

Des Nebels KinderBeschreibung
Sie haben 10 Sekunden, um eine Entscheidung zu treffen: Erlauben Sie einem Kidnapper, Ihnen Ihr Kind zu nehmen oder sehen Sie zu, wie Ihr Sohn stirbt! Wählen Sie!

Sadie O’Connell ist Bestsellerautorin und eine stolze Mutter. Aber ihr Leben ist dabei, außer Kontrolle zu geraten. Nachdem ihr sechsjähriger Sohn Sam von einem Serientäter gekidnappt wurde, gerät sie an den Rand des Wahnsinns. Aber es sind nicht nur Angst und Trauer, die sie zu zerstören drohen. Es ist ihr Schuldgefühl. Denn Sadie ist die einzige Person, die weiß, wie der Entführer aussieht. Und sie kann es niemandem sagen. Denn sollte sie das tun, wird der Mann ihren Sohn in „blutigen kleinen Stücken“ an sie zurückschicken.

Als Sadies treuloser Ehemann zufällig über eine Zeichnung des Kidnappers stolpert, setzt er eine Reihe entsetzlicher Ereignisse in Gang, die sie in den Abgrund stürzen. Sadies Rückfall in den Alkoholismus führt zu merkwürdigen Geistererscheinungen und zu einer Begegnung von Angesicht zu Angesicht mit dem Monster, das ihren Sohn entführt hat – ein Mann, der nur unter einem Namen bekannt ist… Der Nebel…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Ulrike Hübschmann

Länge
9 h 46 m

Meine Meinung
Mit diesem Hörbuch habe ich mich am Anfang sehr schwer getan. Sadie ist Bestseller-Autorin und eine megastolze und glückliche Mutter. Sie hat eine beste Freundin, Lea, und einen Ehemann, der sie betrügt. Sie weiß das, nimmt es aber hin. Ihr Sohn Sam (6 Jahre alt) ist ihr Ein und Alles. Warum er als Kleinkind plötzlich mit dem Sprechen aufhörte, versteht sie nicht, der Hörer anfangs natürlich auch nicht.

In der Gegend, in der Sadie, Sam und ihr Mann leben, verschwinden immer mal wieder Kinder. Sie werden von einem Mann gekidnappt, der nur als „der Nebel“ bekannt ist. Niemand weiß, wie er aussieht, niemand weiß, was mit den Kindern geschieht. Doch eins wissen alle: Von keinem der Kinder gab es je wieder eine Spur.

Als an Sams Geburtstag „der Nebel“ in ihr Haus kommt und sich Sam schnappen will, kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung zwischen dem Nebel und Sadie. Denn sie überrascht ihn in Sams Zimmer. Der Nebel erpresst sie: wenn sie irgendeiner Menschenseele erzählt, wie er aussieht, erhält sie ihren Sohn in kleinen blutigen Stücken zurück. Sie hat also die Wahl: ihm Sam zu geben und zu schweigen oder ihren Sohn in blutigen Stücken zurückzuerhalten. Sie kämpft noch verzweifelt mit dem Nebel, doch sie hat keine Chance. Ihr Sohn ist weg.

Bis hier fand ich Story sehr spannend. Doch dann beginnt eine lange Phase der Verzweiflung der Mutter. In allen, wirklich allen möglichen Facetten wird hier immer und immer wieder erzählt, wie sehr sie Sam liebt. Das nervte spätestens nach der 4. Variante, nach der x-ten weiteren Variation war ich kurz davor, das Hörbuch auszuschalten. Doch dann geschah endlich etwas. Ihr Mann fand die Zeichnung, die sie direkt nach der Entführung vom Nebel gemacht hatte. Er trifft eine fatale Entscheidung…

Sadie, die seit sieben Jahren trockene Alkoholikerin ist, beginnt wieder mit dem Trinken. Fortan weiß man nicht mehr, ob die Erscheinungen, die ihr nachts begegnen Wirklichkeit sind oder ob sie nur Wahnvorstellungen im Vollrausch sind. Der Hörer weiß das nicht und Sadie schon gar nicht. Das machte sie Story natürlich sehr interessant, da man ja wissen wollte, wie es sich nun damit verhält.

„Des Nebels Kinder“ ist – bis auf die vorgenannte Passage – sehr spannend und wartet mit immer neuen Wendungen auf. Die Zeit vergeht wie im Flug, während man mit der Protagonistin trauert, zweifelt und doch wieder hofft.

Als Gesamtbild betrachtet, kommt mir die Story allerdings schon sehr konstruiert vor. Wenn man davon aber mal absieht, ist Gänsehaut garantiert und über Mangel an Spannung kann man auch nicht klagen.

Ulrike Hübschmann als Sprecherin hat mir sehr gut gefallen. Sie erhält für ihren Vortrag die volle Punktzahl. Bei der Story muss ich einen Punkt für die allzu offensichtliche Konstruktion und das Zuviel an Gefühlsduselei zu Beginn abziehen. Ich kann dieses Hörbuch allen empfehlen, die nichts gegen einen Touch Mystery haben und die gerne über eine lange Zeit miträtseln.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Cheryl Kaye Tardif – Des Nebels Kinder

M. C. Poets – Mordswald

MordswaldBeschreibung
Im Wald wird die Leiche des 34-jährigen Informatikers Philip Birkner aufgefunden. Die Spuren am Tatort weisen auf mehrere Täter hin. Lina Svenson und Max Berg von der Hamburger Mordkommission ermitteln und stoßen bald auf mehr als nur ein dunkles Geheimnis in der Vergangenheit des Toten.

Sprecher
Vanida Karun

Länge
11 h 25 m

Meine Meinung
Ich muss gestehen, sehr hoch waren meine Erwartungen nicht, als ich gestern mit diesem Hörbuch anfing. Den Titel finde ich ziemlich plump, die kurze Beschreibung oben kann alles oder nichts bedeuten. Doch mir war nach einem Krimi von einem mir noch unbekannten Autor. Und da mir M. C. Poets bis dato noch nicht über den Weg gelaufen war, bot sich dieser Titel natürlich an. Vor gut 2 Stunden habe ich das Hörbuch nun fertig gehört. Was soll ich sagen: Ich bin begeistert! Solch einen tollen Krimi hatte ich nun wirklich nicht erwartet.

Die Story
Lina Svenson und Max Berg müssen sich in dieser Geschichte nicht nur mit den aktuellen Beweisen vor Ort beschäftigen, sondern viele Fakten liegen auch in der Vergangenheit des Ermordeten verborgen. Denkt man zunächst noch, dass das Opfer Philip Birkner ein äußerst sympathischer Zeitgenosse war, dem alle wohlgesinnt waren, häufen sich nach und nach die Hinweise, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

Den Aufbau der Story fand ich äußerst clever und spannend gemacht. Nicht nur einmal wird mal total in die Irre geführt, nur um dann viel später festzustellen, dass man sich hier ja wohl komplett vertan hat. Stück für Stück wird hier der Charakter nicht nur von einer Person völlig enthäutet um am Ende ein gänzlich anderes Bild zu präsentieren, als man zunächst vermutete. Durch diesen steten Aufbau nahm die Spannung immer weiter zu, bis sie in einem wirklich tollen Ende alles offenbart, was zunächst unvorstellbar schien.

Menschen wie du und ich
Auch bei der Personenbeschreibung bin ich voll des Lobes. Abgesehen von den beiden Ermittlern Lina und Max werden alle Personen in diesem Krimi äußerst lebensecht beschrieben. Bei keinem hat man den Eindruck, dass er nur kurz eingeschoben wurde, und deshalb keiner genaueren Beschreibung bedarf. Im Gegenteil, hier wurde jede Person derart präzise beschrieben, dass es schwer vorstellbar ist, er sei nur eine Erfindung der Autorin. Das hat mich sehr fasziniert. Und besonders gut gefallen hat mir natürlich die Beschreibung von Lina und Max, die mir während der Story sehr ans Herz gewachsen sind.

Die Sprecherin
Vanida Karun war eine sehr gute Wahl für dieses Hörbuch. Sie hat eine sehr angenehme Stimme und hat die Story ebenso natürlich und menschlich vorgetragen, wie es dieser tolle Krimi auch brauchte.

Fazit
Kurzum, mit „Mordswald“ wurde ich für elfeinhalb Stunden in eine spannende Kriminalwelt entführt, in der ich viele neue sympathische und natürlich auch unsympathische Menschen kennenlernen durfte. Ein Krimi der alles andere als bluttriefend ist, der aber durch seine besondere sprachliche und inhaltliche Intensität von der ersten bis zur letzten Minute fesselt. So gefällt mir das.

Ich würde mich sehr freuen, wenn M. C. Poets noch weitere Bücher mit den beiden Ermittlern Lina und Max schreiben würde. Ich würde sie mir garantiert alle zulegen!

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Weitere Informationen
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Anette Strohmeyer – Menschenhunger (Ondragon 1)

Ondragon 1Beschreibung
Eigentlich wollte Paul Ondragon in der berühmten Klinik von Dr. Arthur nur seine außergewöhnliche Phobie behandeln lassen. Doch spätestens beim Fund eines unbekannten Toten in den Wäldern Minnesotas wird ihm klar, dass an dem abgelegenen Zufluchtsort der Schönen und Reichen Hollywoods etwas ganz und gar nicht stimmt. Ondragon stellt Nachforschungen an und stößt dabei auf ein grauenhaftes Geheimnis, das seine schlimmsten Ahnungen übersteigt…

Sprecher
David Nathan

Länge
14 h 02 m

Meine Meinung
Die Story fängt harmlos an. Ondragon fährt in eine weit abgelegene Klinik, um seine Phobie (ich würde ja zu gerne verraten, unter welcher er leidet) behandeln zu lassen. Doch wie sich bald herausstellt, spielt seine Phobie eigentlich eher eine untergeordnete Rolle in der ganzen Story. Nach relativ kurzer Zeit ging die Story in die Richtung Mystery, was ich zunächst nicht glauben wollte, hatte ich mir doch etwas ganz anderes vorgestellt. Aber ok. Ich hörte weiter. Als sich mein Verdacht der Mystery-Story jedoch erhärtete, war ich sehr enttäuscht und brach das Hörbuch ab. Doch so richtig los lies mich die Geschichte nicht. Somit entschied ich mich, zunächst ein anderes Hörbuch zu hören um anschließend nochmals in die Story zu lauschen. Na und beim zweiten Anlauf hatte Ondragon mich dann doch gepackt. Ich hatte kurz vor der Hälfte abgebrochen und hörte von da ab weiter. Die zweite Hälfte verging wie im Flug.

Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich völlig begeistert von der Story war, aber sie hat mir letztendlich doch so gut gefallen, dass ich 4 Punkte dafür geben kann. Ob ich jedoch eine Fortsetzung davon hören werde, möchte ich bezweifeln. Denn mein Genre ist das einfach nicht.

Zu David Nathan als Sprecher muss ich wohl nichts mehr sagen.

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Weitere Informationen
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Wolfram Fleischhauer – Schweigend steht der Wald

Schweigend steht der WaldBeschreibung
Als es die Forststudentin Anja Grimm ausgerechnet in jene entlegene Gegend im Bayerischen Wald verschlägt, wo sie als kleines Mädchen mit ihren Eltern Urlaub gemacht hat, holt sie der Alptraum ihrer Kindheit ein: Kurz nach ihrer Ankunft wird im gleichen Waldstück, wo vor zwanzig Jahren ihr Vater spurlos verschwand, der geistig zurückgebliebene Xaver Leybach erhängt aufgefunden. Und dies soll nicht der einzige Todesfall bleiben, der durch Anjas Auftauchen ausgelöst wird.

Schon bald erregt Anja mit ihrem Verdacht, dass Xaver etwas über das Verschwinden ihres Vaters wusste, nicht nur bei den Dorfbewohnern Misstrauen und Feindseligkeit. Selbst die Polizei reagiert äußerst reserviert auf ihre Nachforschungen. Und als sichtbar wird, dass die junge Frau die Zeichen des Waldes lesen kann wie ein offenes Buch, steht eine furchtbare Entscheidung an…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Detlef Bierstedt

Länge
12 h 02 m

Meine Meinung
„Schweigend steht der Wald“ ist für mich ein typisches Fleischhauer-Buch. Es ist nicht reißerisch, es ist eher still und dennoch wurde ich wieder sehr schnell in den Sog des Buch hineingesaugt und wurde erst wieder freigegeben, als ich den letzten Satz gehört hatte.

Die Geschichte, die hier präsentiert wird, hat mich sprachlos zurückgelassen. Ein ganzes Dorf verheimlicht etwas Schlimmes, etwas sehr Schlimmes, das weit in die deutsche Vergangenheit zurückreicht. Mehr durch Zufall stößt Anja Grimm, die ein Praktikum im dortigen Forstamt macht und die Landschaft untersucht und kartiert, auf Unregelmäßigkeiten im Erdreich. Und der Wald hat noch viel mehr zu erzählen. Man versteht die Sprache des Waldes allerdings nur, wenn man sich damit so gut auskennt wie Anja. Und Wolfram Fleischhauer erklärt es auch den Nichtwissenden sehr anschaulich, so dass man nicht erst googlen muss, um der Geschichte und der Logik folgen zu können.

Mich hat dieses Buch einmal mehr von Fleischhauers überragender Erzählkunst überzeugt. Er entführte mich ganz klammheimlich in eine Welt, die ich so nicht kannte, ließ mich Bekanntschaft mit harten Bauernbuben und einem sturen Dorf schließen, und hat mich letztendlich schockiert und fassungslos zurückgelassen. Und da diese Geschichte so unheimlich glaubhaft daherkommt, lässt es mich auch jetzt wieder erschauern, wenn ich daran denke, was für ein Verbrechen hier Stück für Stück aufgedeckt wurde.

Detlef Bierstedt als Sprecher passte hervorragend zu dieser düsteren Geschichte. Er hat die Personen und Situationen perfekt inszeniert.

Fazit:

Geschichte: stars_5
Sprecher: stars_5
Gesamt: stars_5

Weitere Informationen
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Siehe auch: