Frank Goldammer – Tausend Teufel

Beschreibung
Dresden, 1947: Im zweiten Jahr nach Kriegsende gehört die Stadt zur sowjetischen Besatzungszone und ist nach wie vor eine Trümmerwüste. Im klirrend kalten Winter wird das Leben beherrscht von Wohnungsnot, Hunger und Krankheiten. Kriminalinspektor Max Heller wird von der neu gegründeten Volkspolizei an einen Tatort in der Dresdner Neustadt gerufen. Doch bevor er mit den Ermittlungen beginnen kann, wird der tot aufgefundene Rotarmist vom Militär weggeschafft. Zurück bleiben eine gefrorene Blutlache und ein herrenloser Rucksack, in dem Heller eine grauenhafte Entdeckung macht: den abgetrennten Kopf eines Mannes.

Sprecher
Heikko Deutschmann

Länge
10 h 29 m

Meine Meinung
Nachdem mir der erste Teil des Autors „Der Angstmann“ sehr gut gefallen hatte, freute ich mich wahnsinnig auf die Fortsetzung mit Kommissar Heller. In diesem Buch entführt uns Frank Goldammer in die Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Dresden ist zerbombt, liegt in Schutt und Asche, der Winter ist bitterkalt, die Hungersnot ist übergroß. Überall Leid und Notstand. Und Kommissar Heller bleibt sich auch weiterhin treu. Er versucht sein Bestes zu geben und bleibt hartnäckig, bis er die Hintergründe versteht und helfend eingreifen kann.

Der Kriminalfall an sich ist wieder sehr spannend. Doch viel interessanter finde ich persönlich Goldammers Schilderungen aus dieser harten Zeit. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen: Er muss das damals alles persönlich erlebt haben, sonst kann man die Geschehnisse nicht so echt und glaubhaft beschreiben. Doch Frank Goldammer kann es. Das finde ich wirklich eine grandiose Leistung.

Die mitwirkenden Personen hat er wieder mit großer Sorgfalt und Glaubwürdigkeit präsentiert und in eine spannende Geschichte gepackt. Ich bin nach wie vor ein großer Fan von Goldammer und seinen wirklich meisterlich geschriebenen Krimis aus dem Dresden von damals. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Heikko Deutschmann hat auch den zweiten Teil hervorragend gesprochen.

Kurz, ich bin rundum begeistert von „Tausend Teufel“. Ich kann diesen Krimi allen empfehlen, die gerne einen spannenden Kriminalfall eingewoben in ein Stück deutscher Geschichte hören möchten.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei D>A<V oder auch bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Frank Goldammer – Tausend Teufel

Herzlichen Dank an D>A<V für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch:

 

Barbara Reik – Barbarossa und die Wäscherin: Die geheime Liebe des Königs

Beschreibung
Die geheime Liebe des Königs – ein historisches Hörspiel aus der Zeit der Staufer.

Schwaben in der Mitte des 12. Jahrhunderts. Als Barbarossa zum ersten Mal die junge Wäscherin Rosa trifft, kann noch niemand ahnen, dass er als Kaiser einmal Weltgeschichte schreiben wird. Fasziniert von der einfachen Wäscherin sucht er immer wieder ihre Nähe. Für ihn sind die Gespräche mit ihr voll erstaunlicher Erkenntnisse. Und schließlich entdecken der Herrscher und die Wäscherin ihre tiefe und ehrliche Liebe zueinander. Dann erfüllt sich auch noch Barbarossas Traum von Macht, Ruhm und Einfluss: er wird überraschend zum König gekrönt – und es kommt zu einer schicksalhaften Wende… nicht nur im Leben des Königs.

Sprecher
Michael Heuel u. a.

Länge
1 h 25 m

Meine Meinung
Barbarossa und die Wäscherin ist eine sehr nette Geschichte, die eine Mischung aus Erzählung und Hörspiel ist. Es wird hier die Geschichte erzählt, wie Friedrich Barbarossa die Wäscherin zum ersten Mal am Fluss erspäht, ihr beim Singen zuhört und sofort von der hellen Gestalt fasziniert ist. Sie reden ein wenig miteinander und fortan kommt Barbarossa immer öfter bei ihr vorbei, um mit ihr zu reden. Denn sie gibt ihm einen ganz anderen Blick auf die Welt und das Leben der armen Leute. Ja, und es kommt wie es kommen musste, die beiden verlieben sich natürlich. Eine unmögliche Liebe, was beiden klar ist – und dann wird die Geschichte tragisch.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Kann man doch als Quintessenz sagen, dass es durchaus genutzt hat, dass der Herrscher mit den einfachen Leuten geredet hat. Denn – als er endlich die Macht dazu hat – unternimmt er einiges, damit die Welt auch für die armen Leute ein Stück weit erträglicher wird.

Die Mischung aus Erzählung und Hörspiel hat mir gut gefallen. Es waren nicht zu viele Geräusche unterlegt und der Text war jederzeit gut zu verstehen. Wer meinen Blog aufmerksam liest weiß, dass ich des Öfteren Probleme mit Hörspielen habe, da ich aufgrund der zu lauten Hintergrundgeräusche nicht alles verstehen kann. Das war hier anders. Sehr angenehm fand ich das Zuhören.

Als ich die Geschichte fertig gehört hatte, dachte ich: Das ist ähnlich rührend wie „Krammetsvogel“ von Nicole Rensmann. Manchmal trifft man per Zufall auf einfach schöne Geschichten. Diese hier gehört dazu.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Yellow King Productions
Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Barbara Reik – Barbarossa und die Wäscherin  oder auch bei Amazon.de

Herzlichen Dank an Yellow King Productions für das Rezensionsexemplar.

Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

Ein Leben mehrBeschreibung
Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck.
Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.

„Ein Leben mehr“ ist ein wundersam beseelter und berührender Roman, eine leidenschaftliche Hommage an die Liebe, die Freiheit und die Natur. Ein Roman wie das Leben selbst: traurig und schön.

Sprecher
Beate Rysopp, Wolfgang Berger, André Eckner

Länge
5 h 18 m

Meine Meinung
Bei diesem Hörbuch war es eindeutig das Cover, das mich zum Kauf inspirierte. Das Gesicht des Mannes deutet auf viel Lebenserfahrung hin und eben auch darauf, dass ihn so schnell nichts aus Ruhe bringen kann. Er kennt das Leben mit all seinen Facetten.

Und so geht es den Männern, die sich in Nordkanada in eine Einsiedelei zurückgezogen haben und ihr Leben nach ihrem Gusto gestalten. Nicht wie es ein Altenheim will. Sie kommen gut miteinander aus – sind keine Männer der großen Worte und doch ist nie einer von ihnen einsam, auch wenn er gerade alleine ist.

Doch dann kommt eine junge Fotografin daher und würfelt ihr geruhsames Leben mächtig durcheinander. Sie ist auf der Suche nach Boychuck, der einer der letzten Überlebenden der großen Brände sein soll. Doch leider müssen ihr die Männer mitteilen, dass sie ihn gerade vor kurzem erst beerdigen mussten, zeigen ihr sein Grab. Zunächst etwas misstrauisch findet sie doch schnell Gefallen an den drei Männern im Wald, die ihr Leben in der Wildnis und absoluter Freiheit genießen. Sie verspricht wieder zu kommen, um ihnen die Bilder zu zeigen, die sie von ihnen und der Einsiedelei gemacht hatte.

Doch schnell ward sie vergessen, als eine äußerst zerbrechlich wirkende 80 jährige Dame bei ihnen eintrifft, um ihr dort Schutz zu gewähren. Denn Marie-Desneiges war seit ihrem 16. Lebensjahr in einer psychiatrischen Klinik eingesperrt und hatte bis dato kein eigenes Leben führen können. Schnell werden Pläne geschmiedet, wie man der kleinen, äußerst netten und charmanten Dame helfen könnte. Ein Haus soll für sie gebaut werden. Kaum sind die Pläne fertig, beginnen die 2 Männer mit den Bauarbeiten für das schmucke Häuschen, das natürlich wesentlich mehr Komfort aufweisen muss, als ihre Holzhütten. Mit Eifer und Fleiß sind sie dabei, als die Fotografin wieder auftaucht.

Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft zwischen den 4 Menschen, die alle ihre Eigenheiten und Besonderheiten haben. Die gegenseitige vollkommene Akzeptanz aller Charaktere bildet die Basis für diese außergewöhnliche Konstellation. Es ist ein wahrer Genuss den Gesprächen am Frühstückstisch oder auch eingehüllt in den Bärenfellen lauschen zu dürfen. Und auch die Liebe kommt nicht zu kurz, was wirklich ganz wunderbar beschrieben wurde.

Zum Ende hin gibt es eine tragische Wende in dem kleinen Idyll und ich zitterte wirklich um meine mir mittlerweile sehr lieb gewonnenen Freunde.

Kurzum, ich hatte eine schöne Geschichte erwartet und wurde mit einer zutiefst menschlichen und vor Kraft und Lebenswillen nur so strotzenden Story äußerst positiv überrascht.

Die Sprecher fand ich auch sehr passend. Beate Rysopp fungierte hier als Ich-Erzählerin und somit aus der Sicht der Fotografin, die Sprecher übernahmen die männlichen Episoden. Das gab der ohnehin schon sehr lebhaften und nie langatmig werdenden Geschichte noch einen Extra-Schuss Abwechslung.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

John Williams – Butcher’s Crossing

Butchers CrossingBeschreibung
Kansas, 1870: Der Student Will Andrews kehrt Harvard den Rücken, um im Wilden Westen sein Glück zu finden. Er landet in Butcher’s Crossing, einem Ort mitten im Nirgendwo. Dort wimmelt es von rastlosen Männern, Huren und zwielichtigen Gestalten. Auf der Suche nach Geld und Abenteuern schließt sich Andrews einer Gruppe von Büffeljägern an. Nach einer strapaziösen Reise gelangen sie ans Ziel und geraten, besessen vom Töten der Büffel, in einen Blutrausch.

Bald holt der Winter sie ein. Erst im Frühjahr, halb wahnsinnig durch Hunger und Kälte, können sie heimkehren. Doch was sie erwartet, ist eine Welt, die sich genauso endgültig verändert hat wie sie selbst.

Sprecher
Johann von Bülow

Länge
8 h 57 m

Meine Meinung
Ein Western. Ich habe mir freiwillig einen Western angehört. Doch auch nur, weil er von John Williams verfasst wurde, dem Schriftsteller von „Stoner“, durch den ich ihn kennen und lieben gelernt habe. Natürlich war ich sehr neugierig, was für eine Geschichte er um Will Andrews erzählt. Meine Erwartungen waren entsprechend hoch.

Will ist auf der Suche nach sich selbst. Er kommt aus der Stadt, war Student an der Harvard University und hat begriffen, dass ihm dieses Leben nicht gefällt. Doch was ist das Richtige für ihn? Er sucht sein Glück in der Prärie. In Butcher’s Crossing angekommen, geht er zu einem Büffelfellhändler, den sein Vater kennt. Dieser möchte ihn gerne als Angestellten einstellen, um seine Papiere zu ordnen. Doch das ist nicht das, was Will sich vorgestellt hat. Er sucht das Abenteuer, die Gefahr, das Geld. So wird er zu Miller geschickt, der ein Büffeljäger ist. Letzterer träumt immer noch von der großen Büffeljagd, denn vor ca. 10 Jahren hat er auf einem einsamen Stück Land eine riesige Büffelherde gesehen. Und er ist davon überzeugt, dass es diese Herde dort immer noch gibt, auch wenn die meisten Büffelherden längst ausgerottet wurden. Miller trommelt also ein paar Leute zusammen und gemeinsam mit Will Andrews begeben sie sich auf die Suche nach dieser Büffelherde, nicht ohne dabei mehrmals ihr Leben zu riskieren.

Sehr toll beschreibt John Williams den Anblick und die Weite der Prärie. Ich hatte sozusagen, die wogenden Grasbüschel bildlich vor Augen, die farblichen Veränderungen, die sie je nach Sonneneinstrahlung annehmen, konnte ich ebenfalls klar sehen. Auch die unendliche Weite der Prärie beschreibt er ausgiebig und sehr detailliert. Nach vielen Hindernissen stoßen sie tatsächlich auf die Büffelherde, von der Miller immer geredet und keiner ihm geglaubt hatte. Und kaum haben sie sie erreicht, verfällt Miller in einen wahren Blutrausch. Selbst als sie schon so viele Felle haben, dass sie sie schon gar nicht mehr transportieren können, können die Männer ihn nicht davon abbringen, Tag für Tag weiter auf die Jagd die gehen und einen Büffel nach dem anderen zu erschießen. Bald liegen im ganzen Tal soweit das Auge reicht tote Büffel und verrotten unter der Sonne. Dadurch verzögert sich auch ihre Heimreise um einige Wochen, so dass sie plötzlich vom hereinbrechenden Winter überrascht werden und in den Bergen bei Eiseskälte gefangen sind. Sie haben keine Chance, die Rückkehr vor dem Frühjahr anzutreten. Fortan beginnt ein harter Überlebenskampf. Doch als sie im Frühjahr endlich nach Butcher’s Crossing zurückkehren können, erkennen sie die Welt nicht mehr wieder. Nichts ist mehr, wie es war.

Mit „Butchter’s Crossing“ hat mich John Williams zwar nicht so sehr begeistert, wie mit „Stoner“, doch trotzdem hatte er mich schnell wieder „am Wickel“, so dass ich das Hörbuch in zwei Schüben durchgehört habe. Unfassbar fand ich diese Gier nach Blut und dem Töten an sich, die Miller erfasste. Und doch wurde dies so glaubhaft geschildert, dass ich dem Ganzen durchaus meinen Glauben schenken konnte. Ich kann mir leider gut vorstellen, dass die Menschen damals in solch eine Raserei verfielen – hat sich bis heute ja schließlich nichts geändert. Die Landschaftsbeschreibungen fand ich ebenso faszinierend wie damals die Gefühlsbeschreibungen bei „Stoner“. Williams versteht es, Gefühle und Visuelles sehr detailliert zu beschreiben, so dass hunderprozentig klar ist, was genau er meint. Da bleiben keine Zweifel.

Ich kann „Butcher’s Crossing“ keine 5 Pingu-Punkte geben, da das Abschlachten der Büffel für mich doch viel zu schrecklich war und sicherlich auch nichts für zarte Gemüter ist. Sehr gut beschrieben war es aber allemal.

Johann von Bülow kannte ich bisher noch nicht und er kam mir zunächst etwas zu steif für den Text vor. Doch er besserte sich im Laufe des Hörbuchs. Ich weiß nun nicht, ob er schon viele andere Hörbücher gesprochen hat. Ich fand ihn gut jedoch nicht sehr gut.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: John Williams – Butcher’s Crossing

Siehe auch:

Stephen King – Atemtechnik Winter

Sleeping Beauties

Beschreibung
„Atemtechnik“ handelt von einer Frau in den Wehen, ihrem ungewöhnlichem Mut und dem unaufhaltsamen Kreislauf von Leben und Sterben.

Sprecher
Joachim Kerzel

Länge
3 CDs

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Gehört vor dem 31.12.2008

Siehe auch: