Arno Strobel – Toter Schrei (Im Kopf des Mörders 3)

Beschreibung
Kommissar Max Bischoff hat Angst. Um seine Schwester Kirsten, die sich bereits seit Wochen nicht mehr sicher fühlt. Ein Unbekannter beobachtet sie, weiß, wo sie sich aufhält, schickt ihr bedrohliche Nachrichten. Und dann passiert das, was Max immer gefürchtet hat. Der Unbekannte bringt Kirsten in seine Gewalt und will Max zwingen, sich selbst zu opfern. Tut er das nicht, wird Kirsten sterben. Max Bischoff findet sich in der schlimmsten Hölle wieder, die man sich vorstellen kann. Soll er sein eigenes Leben retten oder das seiner Schwester?

Sprecher
Götz Otto

Länge
9 h 22 m

Meine Meinung
Also eines muss man der Story lassen: Sie ist verdammt spannend. Max hat es hier mit einem ganz perfiden Entführer seiner behinderten Schwester zu tun. Zunächst droht er, Kirsten ihre Gliedmaßen Stück für Stück abzuschneiden, dann ein Auge, dann hängt er ihm einen Mord an und dann droht er auch noch, seine Schwester Kirsten in die Luft zu sprengen, wenn er nicht tut, was er ihm befiehlt.  Ich würde meinen, hier ist die extreme Grausamkeitslust mit Arno Strobel eindeutig durchgegangen. Was zu viel ist, ist zu viel. Hier war eigentlich jegliche Grausamkeit, die man sich nur vorstellen kann, vorgekommen. Ich habe oben lange nicht alles aufgezählt. Stellenweise fand ich das schon lächerlich, weil mit jeder Wendung die Story in meinen Ohren unglaubwürdiger wurde.

Die Story ist spannend. Eindeutig. Wenn man einfach nur spannende Unterhaltung möchte, dann ist „Toter Schrei“ genau richtig. Wenn man aber neben der Spannung auch noch Glaubwürdigkeit und Wahrscheinlichkeit möchte, dann sollte man die Finger von diesem Hörbuch lassen.

Götz Otto hat dieses Psychoszenario aber wirklich gut gesprochen.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Arno Strobel – Kalte Angst

Siehe auch:

Michael Bordt – Die Kunst, sich selbst zu verstehen

01_CD_Bordt.indd Den Weg ins eigene Leben finden

Beschreibung
Michael Bordt liest „Die Kunst, sich selbst zu verstehen“

Sich selbst verstehen zu lernen ist eines der spannendsten Projekte, denen wir uns im Leben widmen können. Der Philosoph Michael Bordt zeigt in seinem neuen Hörbuch einen Weg dazu auf und lenkt sein Augenmerk auf das zuweilen schwer zu lösende Knäuel unserer Gefühle, Gedanken und Wünsche. Was löst in uns Glücksgefühle aus, was Enttäuschung oder Verletzung? Mit seinem „philosophischen Plädoyer“ hilft er uns, Klarheit über unsere diversen Emotionen zu gewinnen. Ihm geht es dabei vor allem um die richtige Haltung zu uns selbst, denn nur so bewahren wir auch in schwierigen Phasen das Gespür für uns und unsere Entscheidungen.

Michael Bordt führt den Hörer über zwei Wege an sich selbst heran: über Emotionen und Gedanken. Denn sowohl die Gefühle als auch die Ratio bestimmen unsere Entscheidungen und Handlungen. Durch die genaue Analyse beider anscheinend konträren Spuren erfahren wir mehr über uns selbst und warum wir wie handeln. Diese Selbstanalyse und Erkenntnis hilft uns dabei, ein glückliches und gelungenes Leben zu führen, das wir trotz aller Spannungen und Konflikte, trotz Leid und Trauer bejahen können.

Der Philosoph fragt sich und den Hörer aber auch, worüber man nachdenken sollte, wenn man sich selbst verstehen möchte. Er verdeutlicht, was es überhaupt heißt, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Er zeigt unterschiedliche Arten von Freundschaft und Liebe auf und erklärt, welche Rolle die Arbeit spielt. Letztlich zeigt Michael Bordt, wie wir mit Krisen und Scheitern umgehen können, was unserem Leben Sinn gibt und wie es von uns als gut und gelungen empfunden werden kann.

Der Autor und Sprecher, Michael Bordt, ist Jesuit und Professor an der Hochschule für Philosophie in München, deren Präsident er 2005 bis 2011 war. Er studierte Theologie und Philosophie, wurde in Oxford promoviert und an der Université de Fribourg habilitiert. Als Vorstand des Instituts für Philosophie und Leadership veranstaltet er u. a. Workshops für Führungskräfte im Topmanagement großer Konzerne und für Familienunternehmen. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und Sprecher von Hörbüchern, darunter der Bestseller „Die Kunst, sich selbst auszuhalten“.

Sprecher
Michael Bordt (Autorenlesung)

Länge
380 m

Meine Meinung
Fand ich schon die beiden Vorgängerbände von Michael Bordt Die Kunst, sich selbst auszuhalten und Was in Krisen zählt sehr beeindruckend, so muss ich sagen, dass mir dieses Hörbuch aus der Reihe bisher am besten gefällt. Ich kann gar nicht genau sagen, warum, aber dieser Text hat mich außerordentlich beeindruckt. Oft saß ich nickend da und dachte mir: Genau so ist das. Nur war ich bisher nicht in der Lage, dies auch in Worte zu fassen.

Die Themen, die in diesem Hörbuch behandelt werden, sind durchweg äußerst interessant, denn wir durchleben sie alle tagtäglich. Doch Bordt lüpft hier ein wenig  den Vorhang und schaut, wie und warum wir uns in welchen Situationen so verhalten, wie wir uns eben verhalten. Und er hat Erklärungen dafür parat. Und diese Erklärungen haben Hand und Fuß und führen durchaus zu einem besseren Verständnis des eigenen Verhaltens, über das man sich ja manchmal schon selbst wundert. Oder?  😉

Doch damit nicht genug. Er zeigt auch Wege auf, wie man seinen eigenen starren Verhaltensmustern durch kleine Änderungen in den Gedanken entkommen kann einen besseren, für sich zufriedenstellenderen Weg finden kann, mit unangenehmen oder schlimmen Situationen umzugehen.

Bordt zitiert hier viel von den alten Philosophen. Doch bemerkenswert fand ich hier, dass er die „altbekannten“ Zitate oftmals in einen für mich neuen Zusammenhang brachte und sich somit meine Sichtweise durchaus nochmals veränderte.

Dieses Hörbuch hat mich nochmals in meiner Meinung bestärkt, dass der Menschheit ein größeres philosophisches Verständnis durchaus gut tun würde.

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Herzlichen Dank an den Bonnevoice Hörbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

Siehe auch:

Andreas Gruber – Todesmärchen (Sneijder & Nemez 3)

sneijderBeschreibung
Sneijder und Nemez sind zurück! In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein – doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gitter gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel…

Achim Buch, die Stimme von Andreas Gruber im Hörverlag, schneidert sich besonders die Rolle des Profilers Maarten S. Snejider mithilfe eines hinreißenden niederländischen Akzents auf den Leib.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Achim Buch

Länge
14 h 28 m

Meine Meinung
Dies ist der dritte Teil aus der Sneijder-und-Nemez-Reihe und was soll ich sagen, auch dieser strotzt nur so vor Spannung. Und auch hier wird an Brutalität nicht gespart. Wer also zart besaitet ist, sollte besser die Finger davon lassen.

Den Aufbau der Geschichte fand ich wieder sehr gut gelungen. Weiß man anfangs natürlich überhaupt nicht, wohin diese Geschichte steuert, so wird einem nach und nach immer klarer, mit welchem perfiden Aktionsplan man es hier zu tun hat. So eine Idee muss man sich erstmal einfallen lassen. Ich fand die Idee jedenfalls sehr gut.

Sneijder glänzte auch hier wieder mit seiner Schnoddrigkeit gegenüber seinen Mitmenschen und hält sich mit Beleidigungen nicht wirklich zurück. Einzig Sabine Nemez gegenüber zeigt er ein gewisses Maß an Respekt. Aber was soll ich sagen, mir ist dieser unfreundliche und ständig Joints rauchende Maarten S. Sneijder trotzdem sympathisch – irgendwie – auf seine ganz eigene Weise. Denn im Grunde gehört er ja eindeutig zu den Guten und hat nur die Aufklärung der Morde und das Stoppen der Mordserie im Sinn. Auch wenn sein persönliches Opfer dabei sehr groß ist, so zögert er nicht, dem Ganzen möglichst zielstrebig ein Ende zu setzen. Ob es ihm gelingt?

Sneijder und Nemez fand ich wieder sehr gut beschrieben und glaubwürdig handelnd. Doch auch die anderen Personen wurden für meinen Geschmack nachvollziehbar und logisch beschrieben.

Den Spannungsbogen empfand ich in dieser Geschichte fast von Anfang sehr straff gespannt. Doch zum Ende hin ward er schier zum Bersten straffgezogen. Man sollte für dieses Hörbuch also immer etliche Stunden Zeit am Stück einplanen, denn unterbrechen kann man dieses Hörbuch an nur sehr wenigen Stellen.

„Todesmärchen“ präsentiert sich für mich als eine äußerst gelungene Fortsetzung der Reihe. Besonders hervorheben möchte ich hier die sehr gute Leistung des Sprechers Achim Buch. Ich bin zwar sicherlich kein Experte dafür, wie Holländer deutsch reden, aber sein holländischer Akzent klang in meinen Ohren sehr echt. Doch auch die anderen Szenen des Buches hat er sehr glaubhaft und angenehm vorgetragen.

Wer also ein spannendes Hörbuch sucht und nicht allzu zimperlich ist, dem kann ich dieses Hörbuch sehr empfehlen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Andreas Gruber – Todesmärchen

Siehe auch:

Robert Seethaler – Der Trafikant

Der TrafikantBeschreibung
Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verlässt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik – einem Tabak- und Zeitungsgeschäft – sein Glück zu suchen. Dort begegnet er dem Stammkunden Sigmund Freud und ist sofort fasziniert von dessen Ausstrahlung. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt und in eine tiefe Verunsicherung stürzt, sucht er bei Professor Freud Rat.

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Sprecher
Robert Seethaler

Länge
6 h 22 m

Meine Meinung
Dieses Hörbuch gehört für mich in die Kategorie: Du brauchst sechseinhalb Stunden am Stück Zeit, denn du wirst es nicht mehr aus den Ohren nehmen wollen. Nicht weil es so außergewöhnlich ist, sondern vielmehr weil es – trotz der schrecklichen Zeit, in der es spielt – so herzlich, so humorvoll und berührend daherkommt.

Ich will von dieser kurzen Geschichte nicht allzu viel verraten. Nur soviel: Franz ist ein junger Mann, der das Leben noch nicht kennt, den seine erste Erfahrung mit einer Frau in eine völlige Verwirrung versetzt und der die Nazis ganz und gar nicht verstehen kann und auch nicht will.

Die Geschichte wird aus der Sicht des Franz erzählt, der die Welt um sich herum beobachtet und sie immer weniger versteht und der immer wieder das Gespräch mit Prof. Freud sucht. Doch bald scheint es Franz, dass sein ganzes Leben aus Abschied nehmen besteht.

„Der Trafikant“ ist für mich ein kleines Juwel in der Literatur. Es ist wunderbar geschrieben und beschreibt die Anfänge des 2. Weltkrieges durch die Augen des noch sehr jungen Franz, der eine ganz andere Erwartung an sein Leben hatte.

Dass Robert Seethaler die Geschichte selbst liest, hat mir sehr gut gefallen, da es durch die Wiener Aussprache sehr authentisch daherkommt. Zwar sind Autorenlesungen nicht immer die beste Wahl, aber hier hat es mir sehr gut gefallen. Seethaler kann nicht nur schreiben, er kann auch sehr gut vortragen.

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Robert Seethaler – Der Trafikant

Siehe auch

Anne von Canal – Der Grund

Der GrundBeschreibung
Ein reicher Stockholmer Vorort in den 60er Jahren: Laurits liebt vor allem die Klavierstunden bei Fräulein Andersson. Überall fühlt er sich wohler als in Gegenwart seiner überspannten Mutter und des dominanten Vaters, der für ihn eine Zukunft als Mediziner vorsieht. Doch als Laurits 18 wird, ist eine Karriere als Konzertpianist zum Greifen nah, und er spielt um sein Leben. Dann kommt alles anders. Laurits findet seine Bestimmung als Arzt – und mit seiner großen Liebe Silja und der gemeinsamen Tochter Liis das Glück. Bis er bei einem Familienfest erfahren muss, dass sein Leben auf Sand gebaut ist. Er trifft eine folgenschwere Entscheidung…

Sprecher
Heikko Deutschmann

Länge
8 h

Meine Meinung
Der Flügel auf dem Cover des Hörbuches hat es mir angetan. Denn ich liebe Klaviermusik! Na, und im Gegensatz zu mir kann Laurits (der Protagonist) dieses Instrument auch sehr gut spielen. Beste Voraussetzung also für ein Buch, das mir durchaus gefallen könnte. Kaum gesehen, landete es somit auf meinem Player.

Es fängt auch gleich mal mit ein paar Klaviertönen an. Ich mag das, den ein oder anderen mag es stören. Doch ich kann dir – lieber Leser/Hörer –  versichern, dass dies immer nur ganz kurze Einspielungen sind und man diese „Phasen“ durchaus überleben kann.

Laurits größter Wunsch ist es, Pianist zu werden. Sein Vater ist aber dagegen und möchte, dass er Arzt wird. Nach einem mächtigen Streit schlägt ihm der Vater einen Deal vor: Er kann zum Vorspielen gehen und wenn es nicht klappt, wird er sich ein für alle mal eine Karriere als Konzertpianist aus dem Kopf schlagen und Medizin studieren. Natürlich ist das Vorspielen hochdramatisch beschrieben und ich fieberte und zitterte heftig mit Laurits mit. Die Jury entscheidet, dass er zwar sehr gut war, aber nicht gut genug. Es sei mit 18 Jahren auch sicher noch etwas früh für dieses harte Vorspielen – er solle es in zwei oder drei Jahren nochmals versuchen. Doch diese Chance hat er nicht. Sein Vater würde sich darauf nie einlassen.

Laurits studiert also Medizin, wird ein guter Arzt, hat mittlerweile eine sehr liebe Frau geheiratet und die beiden haben eine kleine Tochter namens Liis. Alles scheint in Ordnung zu sein, Laurits hat sich seinem Schicksal ergeben und ist eigentlich sehr zufrieden mit seinem Leben.

Bei einer Familienfeier kommt allerdings eine Wahrheit zutage, die Laurits völlig aus der Fassung bringt. Daraufhin beschließt Laurits, mit seiner Frau und seiner Tochter nach Estland zu ziehen. Seine Frau kommt von dort und Laurits hat das unwiderstehliche Bedürfnis, zukünftig weit weg von seinen in Schweden lebenden Eltern zu wohnen.

Mehr will ich von der Story nicht erzählen, nur soviel sei noch gesagt: Es geht hochdramatisch weiter.

„Der Grund“ ist keine Geschichte, die schrill und laut erzählt wird. Ganz im Gegenteil. Sehr gut gefallen hat mir hier die klare und zurückhaltende Ausdrucksweise. Jeder Satz war wohl überlegt und brachte seine Wirkung. Dadurch fühlte ich mich mit Laurits sehr verbunden und konnte seine Empfindungen und Gedanken jederzeit nachvollziehen. Waren sie doch zutiefst menschlich.

Gerne würde ich hier ganz viel über Fremdbestimmung, Besserwisserei, Lebensträume, Wunschdenken, Schicksal, Enttäuschung und noch vieles mehr sprechen. Doch mir will es nicht recht gelingen, ohne zuviel damit zu verraten. Deshalb zügele ich meine Zunge (beziehungsweise halte ich meine Finger zurück) und werde hier zum Ende kommen.

Heikko Deutschmann fand ich als Sprecher sehr gut. Er hat den geschriebenen Worten jederzeit die richtige Betonung gegeben und ihnen auch mal Zeit gelassen, zu wirken. Sprich, er hetzte nicht durch das Hörbuch, sondern gab jedem Satz seinen benötigen Platz.

Somit ist „Der Grund“ sicherlich kein Buch, dass einem eine super rasante und äußerst spannende Story erzählt. Es ist vielmehr ein Buch mit Tiefgang, das viel über das Verhalten der Menschen untereinander und dessen Auswirkungen wiedergibt und hoffentlich den ein oder anderen zum Überdenken seiner Handlungen verleitet.

Dieses Hörbuch hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Anne von Canal – Der Grund

Matt Haig – Ich und die Menschen

Ich und die MenschenBeschreibung
„In diesem Hörbuch geht es um dich“ – In einer regnerischen Nacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Und es ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Es hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen, jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die es überkommen, wenn es Debussy hört oder seiner vermeintlichen Frau Isobel in die Augen blickt?

Sprecher
Christoph Maria Herbst

Länge
8 h 29 m

Meine Meinung
Vorneweg: Dieses Hörbuch ist einfach wunderbar! Ein Außerirdischer wird auf die Erde geschickt, um die beste Entdeckung, die die Menschheit je gemacht hat, zunichte zumachen, da sie eine Gefahr für das gesamte Universum bedeuten würde. Zumindest ist das die Ansicht der Außerirdischen, die von der Menschheit so gar nichts halten.

Der auserwählte Außerirdische ist somit wenig erpicht über seinen Auftrag, zu dieser ekelhaften Spezies zu reisen, und den Mathematik-Professor und diejenigen zu eliminieren, die von seiner Entdeckung wussten. Doch als er nun im Körper des Professors auf der Erde ist, lernt er die Menschen, deren Werte und Gefühle näher kennen… und findet  nach und nach Gefallen daran.

Diese Story fand ich herrlich herzerfrischend und anders. Der anfänglich unbeholfene Außerirdische in seiner ihm völlig fremden Menschenhülle, der zunächst das Spucken für die übliche Begrüßung auf der Erde hält, eroberte im Handumdrehen mein Herz. Mit viel Humor wird erzählt, wie sich seine Meinung über die Menschen Stück für Stück ändert und zum Positiven wendet.

Der Aufbau der Story war von Anfang bis Ende spannend. Sie war rührselig, philosophisch, geistreich, witzig und zugleich auch traurig. Und diese Gefühlszustände waren jeweils sehr intensiv. Ich fieberte jede Minute mit dem „neuen Professor“ mit und durchlebte alle seine Leiden und Freuden.

Insgesamt kann ich dieses Hörbuch nur wärmstens empfehlen. Es ist ein ganz außergewöhnliches Buch über den Besuch von Außerirdischen auf der Erde.

Christoph Maria Herbst gehört nicht gerade zu meinen Lieblingssprechern, aber hier hat er eine ganz hervorragende Leistung gebracht und er passte auch einfach sehr gut zum Protagonisten und der Geschichte insgesamt.

Dieses Hörbuch kommt auf meine Bestenliste.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Matt Haig – Ich und die Menschen