Morten Brask – Das perfekte Leben des William Sidis

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Die Presse feierte ihn als „intelligentesten Menschen aller Zeiten“, er galt als Beweis für das unerschöpfliche Potential des menschlichen Gehirns: William Sidis, 1898 bis 1944, war ein Wunderkind und ein Star. Im Alter von 18 Monaten liest er die „New York Times“, mit 6 Jahren beherrscht er 10 Sprachen, mit 10 präsentiert er seine Theorie der vierten Dimension. Das sei ganz normal, behauptet sein Vater, für den Intelligenz eine Frage der strikten Erziehung ist.

Mit meisterhafter Gestaltungskraft erzählt Morten Brask von einer Zeit, die an den grenzenlosen Fortschritt glaubt, und vom tragischen Schicksal eines unverständlich intelligenten Menschen. Eine unglaubliche wahre Geschichte.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Frank Arnold

Länge
10 h 27 m

Meine Meinung
Das ist das traurigste Hörbuch, das ich seit langer, langer Zeit gehört habe. Und das schlimme dabei ist, dass es wahr ist, dass es diesen außergewöhnlichen Menschen wirklich gab!

Also nicht falsch verstehen, dass es William Sidis wirklich gab, finde ich natürlich grandios! Ich kann ihn nur bewundern und meinen Hut vor ihm ziehen. Aber ein Leben, nein, ein Leben hatte er nicht. Sein Vater Boris Sidis (ein US-amerikanischer Psychologe, Psychiater und Psychopathologe jüdisch-russischer Herkunft) hatte seine eigene Theorie entwickelt, wie man Kinder fördert. Und auf diesem Lehrplan war spielen nicht vorhanden. Selbst als kleinstes Kind war spielen überflüssig, wie der Vater meinte. Und überhaupt schadete der Umgang mit Gleichaltrigen nur seinem Sohn. Für Boris zählte nur, dass sein Sohn alles von selbst versteht durch beobachten und ausprobieren. Letzteres ist im Prinzip ja sicherlich ein sehr guter Ansatz, nur die Umsetzung fand ich gar furchtbar! Was diese Eltern dem Jungen William antaten, fand ich wirklich grausam. Nicht selten wollte ich gerade seine Mutter am liebsten wegsperren.

Selten hat mich eine Biografie derart emotional mitgenommen, wie diese Romanbiografie.

Doch ich kann hier schreiben was ich will, es wird nicht die Lektüre des Buches oder des Hörbuches ersetzen. Denn es ist sehr gut recherchiert und hervorragend zusammengesetzt zu einem rundum gelungen Portrait – auch wenn es noch so traurig ist.

Wenn man also nette Unterhaltung sucht, dann sollte man die Finger von diesem Hörbuch lassen. Doch wenn man von einem wirklich großartigen Geist mehr erfahren will, dann ist es genau das richtige Hörbuch.

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Martin Suter – Elefant

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Ein Wesen, das die Menschen verzaubert: ein kleiner rosaroter Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet. Plötzlich ist er da, in der Höhle des Obdachlosen Schoch. Wie das seltsame Geschöpf entstanden ist und woher es kommt, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er möchte eine weltweite Sensation daraus machen. Allerdings wurde es ihm entwendet. Denn es gibt auch Leute, die es beschützen wollen, etwa der burmesische Elefantenflüsterer Kaung.

Sprecher
Gert Heidenreich

Länge
7 h 47 m

Meine Meinung
Ich bin verliebt bis über beide Ohren! Und zwar in den kleinen rosa Elefanten, der im Dunkeln leuchtet. Die Beschreibung dieses kleinen aber trotzdem sehr stolzen Elefanten hat mich derart mitten ins Herz getroffen, dass ich immer noch Schmetterlinge im Bauch habe.

Doch nicht nur der kleine rosa Elefant ist genial in dieser Geschichte. Nein, auch die ganze Story drumherum, bei der sich natürlich alles um den kleinen Elefanten dreht, fand ich klasse aufgezogen. Sie nimmt einen sofort mit auf eine ungewöhnliche Reise und entführt einen in so manche Gesellschaft. Kaum eine bleibt eigentlich unerwähnt. Ob es nun die Obdachlosen oder die Reichen, die Gutgläubigen oder die Gierhälse sind, ob Tierschützer oder Jäger – alle finden hier ihre Erwähnung. Und aus all diesen verschiedenartigen Menschen hat Suter mal wieder eine kurzweilige, gehaltvolle Geschichte gebastelt, die zudem auch noch höchst interessant ist. Denn dem Thema Genmanipulation wird in meinen Augen sowieso viel zu wenig Achtung geschenkt. Gut also, dass man sich auf Suter immer wieder verlassen kann.

Die Personenbeschreibungen fand ich auch sehr gelungen und die Protagonisten waren sehr glaubhaft in ihren Handlungen. Besonders viele Überraschungen gibt es von dieser Seite her also nicht. Doch dafür birgt die Entwicklung der Geschichte so einige überraschende Momente.

Gert Heidenreich als Sprecher war natürlich – wie immer – erste Sahne. Ich mag ihn als Sprecher sehr gerne und er ist für mich fast schon so etwas wie ein Qualitätssiegel. Wenn ich sehe, dass Heidenreich spricht, dann muss es ja ein gutes Buch sein.

Ich empfehle, die Lektüre dieses herzraubenden Romans an einem verregneten Sonntagvormittag zu beginnen, dann hat man den ganzen Tag Zeit und im Zimmer leuchtet es auch noch liebevoll rosa. Und trotz der Farbe ist dieses Hörbuch natürlich auch für Männer sehr gut geeignet.

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Noah Hawley – Vor dem Fall

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Ein Privatflugzeug stürzt ab, nur zwei Menschen überleben: der Maler Scott und ein kleiner Junge namens JJ. „Vor dem Fall“ von Noah Hawley beginnt als Katastrophenthriller, vorangetrieben durch die Frage nach der Ursache des Absturzes.Die Medien stürzen sich gierig auf den Fall, entfalten eigene Spekulationen und manipulieren die Fakten. Vielleicht hat ja auch Scott selbst etwas damit zu tun, ist vielleicht mehr als ein unschuldiges Opfer. Auch den kleinen JJ umgibt ein Geheimnis. So hat jeder Passagier an Bord seine eigene Geschichte und könnte zu diesem Unglück beigetragen haben.

Der Thriller „Vor dem Fall“ bietet überraschende Wendungen, die sich aus dem Leben der Passagiere ergeben. Matthias Koeberlin lässt als Sprecher des ungekürzten Hörbuchs von Noah Hawley einen großen und realitätsnahen Thriller entstehen, der sich nach und nach in eine packende und bewegende Tragödie verwandelt. Das Hörbuch offenbart, was keine Blackbox enthüllen kann: die wahren Ereignisse vor dem Fall.

Sprecher
Matthias Koeberlin

Länge
13 h 07 m

Meine Meinung
Diese Geschichte fängt sehr dramatisch an, nämlich mit dem Absturz eines Privat-Jets. Sehr schnell richtet sich das Augenmerk auf zwei Überlebende: einen Maler und einen kleinen Jungen. Der Maler, der durch ein beeindruckendes Ereignis in seiner Kindheit, seine Leidenschaft zum Schwimmen entdeckt hat, bindet den kleinen Jungen kurzerhand an sich selbst fest und beginnt, mit ihm an Land zu schwimmen – bei völliger Dunkelheit und nur einem Hauch einer Ahnung, wo sich überhaupt Land befindet.

Diese Szene fesselt einen natürlich sofort. Danach geht es unaufgeregter weiter. Der restliche Teil der Geschichte ist der Ermittlung gewidmet, wie und warum das Flugzeug überhaupt abgestürzt ist.

Die Charaktere fand ich sehr gut dargestellt. Besonders der Maler hat mir mit seinen klaren und strukturierten Gedanken sehr gut gefallen. Wäre schön, wenn wir mehr solcher Maler auf der  Welt hätten.

Die Presse wurde natürlich auch dargestellt, wie sie nun mal größtenteils ist: schäbig und menschenverachtend, alles unter dem Deckmäntelchen, dass die Menschheit ein Recht darauf hätte, die Wahrheit zu erfahren – auch wenn sie alles andere als die Wahrheit berichtet.

Dieser wirklich extreme Gegensatz hat mir sehr gut gefallen.

Eigentlich eine wirklich gute Geschichte mit einem eigenwilligen, interessanten Stil. Doch derart öde vom Sprecher vorgetragen! Fast jeder Satz hatte die gleiche Melodie, fing etwas höher an und endete etwas tiefer. Ich fand das schier zum Davonlaufen! Besonders in den Passagen, in denen im Präsenz berichtet wurde.

Eigentlich mag ich Matthias Koeberlin als Sprecher sehr gern, aber hier hat er mich beim ersten Hörversuch wirklich dazu gebracht, das Hörbuch abzubrechen. Beim zweiten Versuch habe ich dann aber ein Glück durchgehalten, auch wenn es mich nicht weniger störte. Aber ich wollte unbedingt wissen, wie die Story ausgeht. Und es hat sich wirklich gelohnt.

Man sollte sich von meiner Sprecherbeurteilung auch nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Denn so wie es aussieht, stehe ich damit ziemlich alleine auf weiter Flur. Doch unerwähnt wollte ich es nicht lassen.

Sich die Story „Vor dem Fall“ anzuhören, lohnt sich „in jedem Fall“. 😉

Warum die Story nun keine 5 Pingus von mir bekommen hat? Stellenweise hat sie sich schon etwas gezogen. Ich mag zwar sehr detaillierte Beschreibungen sehr gerne, doch hier waren es für meinen Geschmack ein paar zu viele Details. Na, dafür gibt es aber auch eine gekürzte Version. Vielleicht hätte ich mich hier ausnahmsweise für diese entscheiden sollen.

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Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Noah Hawley – Vor dem Fall 

Hans Bemmann – Stein und Flöte – und das ist noch nicht alles

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Lauscher, Sohn des Großen Brüllers, ähnelt eher seinem Großvater, dem Sanften Flöter. Er erbt einen Stein, der in allen Farben schimmert, und eine silberne Zauberflöte, deren Melodie das Handeln der Menschen beeinflusst. Dazu schenkt ihm ein alter Steinsucher ein Stück Wurzelwerk, genannt Zirbel, das seinem Besitzer in schwierigen Situationen stets neuen Mut schenkt. Fortan setzt er alles daran, die Welt seinen Wünschen anzupassen. Doch außer phantastischen Abenteuern erleidet er nur Niederlagen und trägt so manche Blessur davon – bis er schließlich seinem Ziel entgegenstolpert.

Sprecher
Oliver Rohrbeck

Länge
42 h 10 m

Meine Meinung
Vor einigen Jahren hatte ich das gekürzte Hörspiel „Stein und Flöte“ gehört. Das hatte mich nicht sonderlich begeistert, da einfach nicht viel von der Story übrig blieb und viel zu viel Musik eingespielt wurde.

Jetzt habe ich mich endlich an die ungekürzte Version herangetraut, die ja immerhin 42 Stunden lang geht. Diese ungekürzte Version hat mir viel besser gefallen. Denn hier wird der Lebensweg des kleinen Lauscher sehr detailliert beschrieben und mit vielen anderen Geschichten ausgeschmückt. Lauscher braucht sehr lange, bis er das Leben wirklich begreift und auf was es im Leben wirklich ankommt. Es gibt eine Stelle in dem Buch, in dem ich wirklich viel Geduld brauchte, Lauscher bei immer wieder fast den gleichen Fehlern zuzuhören. Doch nicht nur Lauscher bekommt hier eine Lektion in Sachen Geduld beigebracht, auch der Hörer. Doch es geht hier nicht nur um Geduld. Vielmehr ist dieses Buch ein Spiegel für uns alle, was man so tut um anderen zu gefallen und sich selbst dabei völlig aus den Augen verliert. Die Konsequenz folgt meist auf den Fuß. Ein kleines „Lebenshilfe-Buch“, so könnte man diese komplexe Geschichte wohl beschreiben, doch das ist noch nicht alles.

Mit all den Geschichten in den Geschichten bietet „Stein und Flöte“ eine Menge Abwechslung, auch wenn man auf Spannung vergeblich wartet. Und trotzdem passiert eine ganze Menge in dem gesamten Werk. Manches wurde mir erst im Nachhinein richtig bewusst.

Als ich die Geschichte fertig gehört hatte, fing ich direkt wieder von vorne damit an. Und da diese Story sich auch perfekt dazu eignet, stückchenweise gehört zu werden, habe ich „Stein und Flöte“ immer noch auf meinem Player und höre zwischen den anderen Hörbüchern immer mal wieder ein Stück davon weiter.

Wer braucht schon mehrere Sprecher, wenn Oliver Rohrbeck liest? Er gibt all den Wesen ihre eigene Stimme und ihre eigene Betonung. Ich hatte zu keiner Zeit Probleme zu erkennen, wer denn nun gerade spricht. Und es sind hier einige Wesen in den diversen Geschichten. Seine Leistung finde ich wirklich grandios.

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Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Hans Bemmann – Stein und Flöte

Siehe auch:

Monika Czernin – Anna Sacher und ihr Hotel – Im Wien der Jahrhundertwende

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„Das Sacher – das bin ich!“ (Anna Sacher)

Berühmte Gäste und große Geschichte – vom Wien der Gründerzeit über das Fin de Siecle und den Ersten Weltkrieg bis in die 1930er Jahre.

Anna Sacher, selbstbewusste und legendäre Patronin des Hotel Sacher, leitete mehr als vier Jahrzehnte eines der führenden Hotels Europas. Ihre außergewöhnlichen Gäste und ihr unübertroffenes Gespür für die Wiener Gesellschaft haben sie weltberühmt gemacht. Sie inszenierte den Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde.
In ihrem Hotel an der Wiener Ringstrasse trafen sich Menschen aus Hof und Hochadel, aus dem Geldadel und der aufstrebenden Industrie, Künstler, Schriftsteller und Ihre Musen. Das Hotel wird zur Bühne ihrer Begegnungen: Kaiserin Elisabeth, Kronprinz Rudolf, Arthur Schnitzler, Gustav Klimt, Gustav Mahler, die Rothschilds, die Wittgensteins – alles, was Rang und Namen hatte im Habsburgerreich.

Monika Czernin, deren Vorfahren selbst, ob als Außenminister oder Berater der Monarchie in dieser Zeit kräftig mitmischten, erzählt außerordentlich spannend und tief eintauchend in eine faszinierende Epoche die Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Frau.

Was das Adlon für Berlin und das Ritz für Paris, ist das Hotel Sacher für Wien.

Sprecher
Michael König

Länge
9 CDs

Meine Meinung
„Das Sacher – das bin ich!“ (Anna Sacher). „Begeistert von Anna Sacher und dem Hörbuch – das bin ich!“ (Ute Distel).

Die berühmte Sachertorte kennt wohl jeder – zumindest dem Namen nach. Doch was sich dahinter verbirgt, das hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Was für eine Frau – was für ein Hotel.

Über vier Jahrzehnte leitete sie – nach dem leider viel zu frühen Ableben ihres Gatten – das Hotel. Vier Jahrzehnte, in denen sie verdammt viel auf die Beine stellte, immer ein gutes Gespür für ihre Gäste und ihre Bedürfnisse hatte und natürlich ein offenes Ohr, was in Wien und im restlichen Europa so vor sich ging. Denn im Sacher verkehrte so allerhand Prominenz und nicht selten wurde hier Politik gemacht.

Doch wird in diesem Hörbuch nicht nur von Anna Sacher erzählt. Auch vom Zeitgeschehen wird hier wunderbar recherchiert und fundiert berichtet. Nicht umsonst trägt das Hörbuch den Zusatz „Im Wien der Jahrhundertwende“. Beides perfekt verwoben zu einem spannenden, lehrreichen und äußerst interessanten Hörbuch.

Michael König passte auch ganz hervorragend zu dieser Biografie. Denn er hat eine wunderbare Stimme und eine tolle Art, Sätze zu betonen. Ihm konnte ich wirklich stundenlang am Stück zuhören. Ein jüngerer Sprecher hätte hier auch einfach nicht gut gepasst – auch wenn er noch so gut wäre.

Monika Czernin hat sich mit diesem Werk wirklich sehr viel Mühe gemacht und äußerst genau recherchiert. Das merkt man in jedem Satz. Das Ergebnis ist eine sorgfältige Geschichte, die zu keiner Zeit Längen aufweist oder ins Belanglose abrutscht. Über ihre Quellen kann man einiges beim Bonnevoice-Verlag direkt nachlesen. Doch das Studium dieser Quellen empfehle ich erst im Anschluss an den Genuss des Hörens. Denn nicht selten war ich überrascht, wer so alles zu den Gästen des Hotel Sacher gehörte.  Und diese Überraschung sollte man sich doch nicht entgehen lassen.

Und noch eines habe ich in diesem Hörbuch wieder einmal bestätigt bekommen: „Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt“. (Mahatma Gandhi)

Und wenn ich von einem Hörbuch so ins Schwärmen gerate, dann hat diese Biografie mit seinen ganzen historischen Hintergrundinformationen natürlich einen Platz auf meiner Bestenliste verdient.

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Herzlichen Dank an den Bonnevoice Hörbuchverlag für das Rezensionsexemplar!

Kevin O’Brien – Der Feind in mir

der-feind-in-mirBeschreibung von Audible

„Der Feind in mir“ – hypnotischer Extraklasse-Thriller zum Miträtseln

Das Hörbuch „Der Feind in mir“ des US-amerikanischen Thrillermeisters Kevin O’Brien schafft spielend den Spagat zwischen klassischer Thrillerkost und subtilen Horrorelementen.

Die Hypnosetherapeutin Olivia zieht nach einigen familiären Rückschlägen nach Seattle, um ein neues Leben anzufangen. Als sie dort einen verängstigten jungen Mann behandelt, gerät ihr komplettes Leben aus den Fugen. In Trance hält sich ihr Patient für einen Serienkiller, der vor langer Zeit mehrere Frauen umbrachte. Olivia versucht das Rätsel zu lösen und setzt sich so schnell großen Gefahren aus.

Nils Nelleßen erzählt die mitreißende Story sehr nuanciert und versteht es ausgezeichnet, die einzelnen Charaktere mit Leben zu füllen. Bis zur letzten Minute setzt „Der Feind in mir“ von Kevin O’Brien auf den Miträtsel-Faktor. Erst spät wird das Rätselkonstrukt entwirrt – ein Aha-Effekt, den Sie keinesfalls verpassen dürfen!

Inhaltsangabe

Die Hypnosetherapeutin Olivia zieht nach Seattle, um nach einer gescheiterten Ehe neu anzufangen. Einer ihrer ersten Patienten ist Collin, ein stark verängstigter Jugendlicher.
Als Olivia Collin in Hypnose versetzt, erkennt sie den Grund für seine Angst: In Trance nimmt Collin die Persönlichkeit eines Killers an, der vor über 50 Jahren mehrere Frauen umbrachte. Olivia ist geschockt. Tief im Inneren ahnt sie, dass sie es hier nicht einfach nur mit einem Fall von Identitätsstörung zu tun hat. Und sie soll Recht behalten: Bald bedrohen skrupellose Männer ihr und Collins Leben.

Sprecher

Nils Nelleßen

Länge

19 h 06 m

Meine Meinung
Es ist nun leider schon eine Weile her, dass ich dieses Hörbuch gehört habe. Ziemlich viel ist in meinem Gedächtnis jedoch nicht davon hängengeblieben. Dann war es also kein Buch, dass mich sonderlich vom Hocker riss. Wie es zu den zahlreichen überschwänglichen Bewertungen gekommen ist, ist mir jedenfalls ein Rätsel. Dank meiner Notizen kann ich folgendes zu dem Hörbuch sagen:

Ich fand die Story ziemlich langatmig und war letztendlich heilfroh, als sie endlich zu Ende war. Sie ist zwar toll zum Miträtseln, aber das hätte man auf weniger Seiten durchaus auch fertig gebracht. Für meinen Geschmack waren hier zu viele Details, die nicht wirklich etwas mit der Story zu tun hatten. Die subtilen Horrorelemente suche ich noch heute.

Der Plot an sich war gut, auf so eine Idee muss man erst einmal kommen und auch die Auflösung kam für mich wie ein Knalleffekt ans Licht. Somit ist das Hörbuch insgesamt ziemlich gut, aber man braucht sehr viel Geduld.
Den Sprecher kannte ich noch nicht. Er hat seine Sache recht gut gemacht. Ein wenig mehr Hingabe hätte hier allerdings nicht geschadet.

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Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Kevin O’Brien – Der Feind in mir

Barbara Wendelken – Das Dorf der Lügen (Martinsfehn-Krimi 1)

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Ein Alptraum für Polizeikommissarin Viktoria Engel: Sie erschießt im Dienst einen Unschuldigen, den 16-jährigen Rouven Kramer. In ihrer Not inszeniert sie die Tat, als hätte sie aus Notwehr gehandelt, doch die Dorfbewohner hegen Zweifel. Als kurze Zeit später eine weitere Leiche auftaucht, bizarr inszeniert wie Rouvens Tod, bricht eine Welle von Misstrauen über das Dorf herein, bis sich niemand mehr vor dem anderen sicher fühlt…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Jürgen Holdorf

Länge
13 h 33 m

Meine Meinung
Dieser Krimi war für mich eine echte Überraschung. Die Autorin kannte ich noch nicht und bin auch eher durch Zufall auf dieses Hörbuch gestoßen. Die Beschreibung klang gut, also habe ich es geholt. Sofort habe ich angefangen zu hören und wollte es eigentlich gar nicht mehr unterbrechen. Denn die Story fängt gleich hochdramatisch an.

Der junge und sympathische Rouven Kramer wird aus Unerfahrenheit erschossen. Um dies zu vertuschen, inszeniert die frisch gebackene Polizeikommissarin mit ihrem Partner eine Notwehrsituation. Fast niemand aus dem Dorf kann glauben, dass der friedfertige Rouven zuerst geschossen haben soll. Proteste wallen auf. Und schon bald wird die nächste Leiche gefunden – niedergestreckt mit Pfeil und Bogen, 4 Pfeile stecken in der Leiche. Inszeniert wurde die Tat wie der Ort, an dem sich Rouven aufhielt, als er erschossen wurde. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck, doch lange Zeit tappt sie im Dunkeln. Es gibt viele Verdächtige, doch so recht wollen die Motive bei niemanden passen. Und weitere Morde folgen…

Die Situation wird immer beklemmender und man ermittelt kräftig mit, wer denn ein echtes Motiv haben könnte. Doch wenn man das gefundene Motiv mit der Persönlichkeit des Verdächtigen vergleicht, dann will es wieder nicht so recht passen. Ein verzwickter Krimi mit sehr menschlich agierenden Protagonisten. Überhaupt sind die Personen sehr genau beschrieben und man kann sich die Bewohner des Dorfes Martinsfehn sehr gut vorstellen. Ebenso bei der Polizei sind alle sehr gut beschrieben. Ich mag es sehr, wenn viel Wert auf die Charakterisierung der Protagonisten und der Nebendarsteller gelegt wird. Und das ist hier sehr gut gelungen.

Auch wenn die Aufklärung wirklich erst in den letzten 30 Minuten angesiedelt ist, sind die 13 Stunden zuvor immer spannend und niemals langatmig oder gar langweilig. Ein wirklich sehr guter Aufbau der Geschichte. Und das Ende, ja auch das Ende hat mir richtig gut gefallen.

Jürgen Holdorf fand ich in der ersten halben Stunde etwas hölzern, doch das legte sich sehr schnell und er gefiel mir bis zum Schluß richtig gut in seiner Rolle als Sprecher.

Von mir gibt es für diesen Krimi eine absolute Hörempfehlung.

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Peter Swanson – Die Gerechte

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Eine verhängnisvolle Begegnung. Ein eiskalter Racheengel. Ein grausamer Plan. Nur sie entscheidet, wer den Tod verdient.

Eine Flughafenbar in London. Es ist Abend, und Ted Severson wartet auf seinen Rückflug nach Boston, als sich eine attraktive Frau neben ihn setzt. Kurz darauf vertraut er der geheimnisvollen Fremden an, dass seine Frau ihn betrogen hat. Mit ihrer Reaktion jedoch hat er nicht gerechnet: Sie bietet ihm Hilfe an – beim Mord an seiner Ehefrau. Ein Trick? Ein morbider Scherz? Oder ein finsteres Rachespiel, das nur ein böses Ende nehmen kann?

Sprecher
Christiane Marx, Oliver Brod, Britta Steffenhagen, Uve Teschner

Länge
11 h 06 m

Meine Meinung
„Die Gerechte“ war seit langem mal wieder ein Thriller, der mir so richtig gut gefallen hat. Denn als Hörer wird man von der ersten Sekunde an gefesselt, was denn diese Frau im Schilde führt und wohin das alles führen soll. Lange Zeit ist man völlig ahnungslos, jedoch bleibt man immer bei der Stange, da die Dinge die geschehen, einfach so anders sind, als man sie erwartet. Überhaupt passieren hier ganz erstaunliche Wendungen, mit denen man als Hörer überhaupt nicht rechnet. Und doch geschehen sie und alles sieht wieder ganz anders aus. Das macht die ganze Geschichte natürlich unheimlich spannend und nervenaufreibend. Und das zieht sich über die gesamte Story hin. Die Spannung bliebt wirklich bis zum letzten Satz erhalten! Überhaupt fand ich das Ende absolut grandios.

Sehr schön fand ich auch den Einsatz der vier verschiedenen Sprecher. Dadurch konnte man perfekt unterscheiden, aus wessen Perspektive die Geschichte gerade erzählt wird. Alle vier erzählen jeweils aus der Ich-Perspektive, was natürlich einen sehr guten Einblick in deren Seelenleben erlaubte.

Natürlich sind auch die gewählten Sprecher alle erste Sahne und keine Unbekannten auf dem Parkett der Hörbuchsprecher. Ich höre sie alle vier unheimlich gerne und auch hier haben sie wieder volle Leistung gebracht.

„Die Gerechte“ ist seit sehr langer Zeit einmal wieder ein Thriller, der es auf meine Bestenliste geschafft hat.

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Peter James – Dich will ich töten: Der zehnte Fall für Roy Grace (Roy Grace 10)

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Single, 29 Jahre, rothaarig und feurig, Liebesleben in Schutt und Asche, sucht neue Flamme in ihrem Leben, um ihr Feuer neu zu entfachen. Spaß, Freundschaft und wer-weiß-vielleicht-auch-mehr?

„Dich will ich töten“ ist der 10. Fall für Roy Grace des englischen Bestsellerautors Peter James, in dem ein charismatischer Stalker das Leben seiner Ex-Freundin zerstören will.

Als Red Westwood den gutaussehenden, charmanten, reichen 35-jährigen Bryce Laurent über eine Dating-Agentur kennenlernt, ist sie sofort von seinem Charisma fasziniert. Aber je intensiver ihre Beziehung wird, umso mehr kommt seine dunkle Seite zum Vorschein. Bryce hat ein Lügengespinst ersonnen, nichts von dem, was er Red erzählt hat, entspricht der Wahrheit. Und langsam wächst ihre Angst. Nach einem Jahr verbannt sie ihn mit Hilfe der Polizei aus ihrer Wohnung und ihrem Leben. Aber nichts ist vorbei, der Albtraum beginnt erst jetzt. Denn Bryce ist besessen von Red. Er will alles zerstören, was ihr lieb und teuer ist. Und zum Schluss will er sie töten. Denn wenn er sie nicht haben kann, dann soll es auch sonst niemand. Kann Detective Superintendent Roy Grace einen Stalker stoppen, dessen Liebe so erdrückend ist wie der Tod?

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird Ihnen exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Hans Jürgen Stockerl

Länge
12 h 29 m

Meine Meinung
Der 10. Fall für Roy Grace hat mich doch etwas enttäuscht zurückgelassen. Denn der Plot mit dem Thema: Stalker will sein Opfer töten ist nicht gerade neu oder außergewöhnlich verzwickt ausgearbeitet.

Zwar hat mir der private Part um Roy Grace wieder sehr gut gefallen, jedoch habe ich auch hier etwas zu bemängeln. Denn egal ob nun Roy mit seiner neuen Frau oder sein frisch verliebter Kollege: Die Liebenden können sich anscheinend nur mitteilen, dass sie sich unendlich lieben. Weitere Unterhaltungen gibt es fast nicht bei den Pärchen. Das fand ich sowas von einfallslos und auch irgendwie wenig ambitioniert niedergeschrieben.

Auch gab es für meinen Geschmack viel zu lange Leidensszenen, die genüsslich von Hans Jürgen Stockerl umgesetzt wurden. Stellenweise nervte mich das allgewaltig. Auch fand ich die Handlungen der Protagonistin oft überhaupt nicht nachvollziehbar. Unlogik schien ihr zweiter Vorname zu sein, was für mich die Story wenig glaubhaft erschienen ließ.

Nun will ich das Hörbuch aber nicht komplett verteufeln. Es war auch über weite Strecken kurzweilig. Ich durfte halt nur nicht zu sehr über die Glaubwürdigkeit nachdenken. Und es gab durchaus auch sehr spannende und atemraubende Szenen.

Den Sprecher fand ich insgesamt ganz gut, aber stellenweise auch etwas anstrengend, gerade bei den Leidensszenen strapazierte er wirklich meine Ohren.

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Siehe auch:

Andrea Wulf – Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

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Die große Biografie eines Universalgenies. Andrea Wulf vergegenwärtigt das pralle Leben des Universalgenies Alexander von Humboldt und zeigt ihn als interdisziplinären Forscher sui generis.

Natur wird bei Humboldt quasi neu erfunden: In ihrer ganzen Fülle als Lebensnetz, als moderne Ausgestaltung der wirkmächtigen Idee von der „great chain of being“. Wulf macht deutlich, worin Humboldt seiner Zeit weit voraus war und unverändert wichtig bleibt: So sah er bereits um 1800 den von Menschen verursachten Klimawandel kommen und gab entscheidende Anstöße zur Theorie der Evolution.

Sprecher
Christian Baumann

Länge
15 h 38 m

Meine Meinung
Kennt jemand eine Stadt, in der es keine Von-Humboldt-Straße gibt? Ich glaube, außer in kleinen Dörfern gibt es diese Straßenbezeichnung überall. Doch wer war eigentlich dieser Von Humboldt genau? Einen kurzen und humorvollen Einblick liefert hier das Buch „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann. Doch wenn man wirklich wissen will, was Alexander von Humboldt umtrieb, wofür er brannte, worin er seine Lebenszeit investierte, dann sollte man diese wirklich äußerst ausführliche Biografie von Andrea Wulf lesen/hören. Und eines kann ich vorab schon verraten: Es lohnt sich!

Ich habe soeben das Hörbuch fertig gehört und plädiere nun an alle Regierungen und Wirtschaftsbosse dieser Welt: Lest Alexander von Humboldt oder zumindest diese Biografie. Denn was Humboldt bereits um das Jahr 1800 von dem unabdinglichen Zusammenspiel der Natur und der Umweltzerstörung verstand, finde ich unglaublich! Vermutlich würde er sich in seinem Grab mittlerweile drehen wie ein Kreisel, wenn er einen Blick auf den heutigen Zustand unseres Planeten werfen könnte.

Alexander von Humboldt lebte in einer Zeit, in der es durchaus noch andere Größen gab. So war er sehr gut mit Goethe befreundet, doch auch Schiller und Kant zählten zu seinem Freundeskreis. Thomas Jefferson, den damaligen amerikanischen Präsidenten, beeinflusste er ebenso nachdrücklich wie später Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie. Ohne Alexander von Humboldts Erkenntnissen, wäre Darwin vielleicht nie auf seine Schlussfolgerungen gekommen. Doch wer weiß das schon.

Ich bin jedenfalls von dem Menschen Von Humboldt äußerst begeistert und sehr froh, dass ich ihn durch diese Biografie besser kennen lernen durfte.

Diese Biografie ist ausführlich. Sie ist sehr ausführlich und dafür bin ich auch äußerst dankbar. Denn hier wird nicht nur das Leben und das Werk von Von Humboldt beschrieben, sie geht weiter. Sie beschreibt auch ausführlich seinen Einfluss auf seine direkten Mitmenschen und auch auf seine Wirkung über seine Bücher weit über seinen Tod hinaus.

Es ist wirklich eine Schande, dass er heutzutage eigentlich kaum noch Erwähnung findet. Denn ihn würde ich mir als „Welt-Umwelt-Minister“ wünschen. Dann hätten vielleicht auch zukünftige Generationen noch die Chance, eine intakte Natur kennenzulernen.

Christian Baumann als Sprecher fand ich auch sehr gut. Er hat diese Biografie unaufgeregt und sehr überzeugend gesprochen. Ich konnte stundenlang unangestrengt seinem Vortrag zuhören, ohne dass mich auch nur das Geringste gestört hätte.

Am liebsten würde ich noch ganz viel aus dieser Biografie erzählen, doch ich empfehle eindeutig: Höre sie dir selbst an! Denn ich finde jeden Satz darin hörenswert. Daher ist es kaum verwunderlich, dass dieses Hörbuch natürlich auf meine Bestenliste kommt.

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