Mechtild Borrmann – Der Geiger

Beschreibung
In einer Nacht im Mai 1948 verliert der begnadete Geiger Ilja Grenko seine beiden wertvollsten Schätze: seine Familie und seine Stradivari. Erst dem eigensinnigen Sascha Grenko, Iljas Enkel, wird es viele Jahrzehnte später gelingen, Licht in das grausame Geschehen von damals zu bringen. Doch der Preis dafür ist hoch – viel zu hoch.

Über die Autorin: Mechtild Borrmann wurde 1960 geboren und lebt heute in Bielefeld. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. Tanz- und Theaterpädagogin, Groß- und Außenhändlerin und als Gastronomin tätig. Seit 2011 ist Frau Borrmann freie Schriftstellerin und Mitherausgeberin des Literaturmagazin „Tentakel“. 2012 wurde ihr Roman „Wer das Schweigen bricht“ mit dem Deutschen Krimi Preis 2012 ausgezeichnet.

Die Leserin: Nina Goldberg ist ausgebildete Schauspielerin und Sprecherin, die ihre Stimme schon vielen TV-Produktionen, Features und Hörbüchern geliehen hat..

Sprecher
Nina Goldberg

Länge
7 h 30 m

Meine Meinung
Dieses Buch ist für mich weniger ein Krimi, als vielmehr ein Roman über Stalin und die damaligen Zustände in der Sowjetunion. Denn auch wenn in der Gegenwart ein Kriminalfall daraus wird, so fand ich die ereignisreichen Episoden aus der Vergangenheit noch interessanter, auch wenn diese Vergangenheit vor Leid und Ungerechtigkeit nur so strotzte. Es war einfach unvorstellbar grausam, was Stalin seinem Volk angetan hat.

Kurz zum Inhalt: Der begnadete Geiger Ilja Grenko wird 1948 nach einem Konzert verhaftet, seine geliebte Stradivari, die schon lange in Familienbesitz ist und ein Geschenk von Stradivari höchstpersönlich war, wird ihm weggenommen. Er hatte einen Antrag gestellt, bei seiner nächsten Konzertreise nach Wien seine Frau und seine beiden Kinder mitnehmen zu dürfen. Nun wirft man ihm vor, dass er das Land für immer verlassen wollte. Was er natürlich vehement verneint, doch es wird ihm natürlich nicht geglaubt. Somit wird er solange gefoltert, bis er ein Schreiben unterzeichnet, dass ihm 20 Jahre Arbeitslager bescheren, jedoch seiner Frau Straffreiheit zusichert.

Er wird auf einer harten und langen Reise in das Arbeitslager Wortuka gebracht, seine Frau kommt in die Verbannung. Soviel zur Verschonung seiner Familie.

Erzählt wird diese Geschichte fortan in drei Erzählsträngen: Aus der Sicht Grenkos im Gefangenenlager Wortuka, aus der Sicht seiner Frau in der Verbannung und aus der Sicht seines Enkels, der sich nun in der Gegenwart auf die Suche nach der nach wie vor verschwundenen Stradivari und der Wahrheit über seiner Familie macht.

Alle drei Erzählstränge fand ich äußerst interessant, wobei mir die beiden aus der Vergangenheit am besten gefallen haben. Denn hier hat man sehr viel gelernt, sehr viel erfahren. Klar, allein schon das Wort Arbeitslager jagt wohl jedem eine Gänsehaut ein. Doch hier wird das Leben dort sehr detailliert geschildert. Unvorstellbar dieses Elend! Doch auch in der Verbannung erging es seiner Frau nicht wesentlich besser,  musste sie doch auch sehr, sehr hart unter unvorstellbaren Bedingungen arbeiten, um überhaupt überleben zu können.

Die Gegenwartsgeschichte war natürlich auch spannend, denn selbst heute noch ist das „Schnüffeln“ in der Vergangenheit einfach nicht erwünscht und wird mit allen Mitteln verhindert. Hier schreckt man selbst heute nicht vor Mord zurück – zumindest in diesem Krimi nicht.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, welche Intensität man in siebeneinhalb Stunden packen kann. Mechtild Borrmann hat mit Der Geiger einen Kriminalroman geschrieben, der mir wirklich tief unter die Haut ging und der mich bis in meine Träume „verfolgte“.

Nina Goldmann als Sprecherin kannte ich bisher noch nicht, doch sie hat mich sehr positiv überrascht. Sie hat eine klare, angenehme Stimme der man gut zuhören kann und die niemals schrill wird.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Mechtild Borrmann – Der Geiger

Ursula Poznanski – Schatten (Beatrice Kaspary 4)

Beschreibung
Ein Mann, grausam zugerichtet in seiner Wohnung. Eine Hebamme, ertränkt in einem Bach – zwei Fälle, die Beatrice Kaspary als Ermittlerin im Dezernat Leib und Leben der Polizei Salzburg lösen muss. Schnell erkennt Beatrice, dass die beiden Morde zusammenhängen – und dass sie etwas mit ihr zu tun haben müssen. Denn sie kannte beide Toten. Sie konnte sie nicht leiden. Und sie weiß: Wenn sie nicht handelt, wird es weitere Opfer geben…

Sprecher
Andrea Sawatzki

Länge
7 h 31 m

Meine Meinung
Beatrice Kaspary hat es in ihrem vierten Fall wirklich nicht leicht. Zum Einen deuten die Opfer auf eine direkte Verbindung zu ihr hin und zum Anderen macht ihr ihr Ex-Mann ziemlich viele Probleme. Dieser Mann machte mich derart wütend, dass ich ihm am liebsten die Gurgel herumgedreht hätte. Doch das nur am Rande.

Kaspary wird hier von ihrer Vergangenheit heimgesucht. Vor vielen Jahren wurde ihre Freundin und Mitbewohnerin umgebracht und sie fand ihre Leiche. Die jetzigen Morde sind beide gespickt mit Hinweisen auf diesen Mord, der weit in der Vergangenheit liegt. Zunächst will sie das einfach nicht wahrhaben, nicht glauben. Doch als sie das Tagebuch ihrer früheren Freundin in Händen hält und sie Kontakt zu den damaligen Ermittlern aufnimmt, zeigt sich doch ein eindeutiges Bild, dass es hier einen Zusammenhang geben muss. Doch wer ist dieser ominöse Ranko? Die Ermittler konnten damals allen Spitznamen in dem Tagebuch Klarnamen zuordnen. Doch nicht diesem Ranko. Und dieser scheint irgendwie auch in den heutigen Fällen eine wichtige Rolle zu spielen. Doch welche? Und wer ist er überhaupt?

Nach minimalem Schwächen im 3. Teil der Reihe, hat es die Fortsetzung wieder in sich. Dieses Mal hatte ich richtig Angst um Beatrice, denn ihre Situation, in der sie zum Ende hin unfreiwillig steckt, ist alles andere als ermunternd. Ich dachte: Ursula Poznanski beendet diese spannende Krimi-Reihe eiskalt mit dem 4. Band.

Ob es das nun war mit dieser spannenden und sympathischen Figur, werde ich natürlich nicht verraten. Nur soviel: Beim Showdown schwitzte ich Blut und Wasser vor lauter Angst um Beatrice. Ob ich nach dem letzten Wort des Hörbuches vor Trauer weinte oder vor Freude lachte, wird ebenfalls nicht verraten.

Andrea Sawatzki war natürlich wieder klasse in ihrer Rolle als Sprecherin.

 

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Ursula Poznanski – Schatten

Siehe auch: 

Andreas Popp, Rico Albrecht – Plan B – Revolution des Systems für eine tatsächliche Neuordnung

Beschreibung
Plan B ist unsere Alternative zur „Alternativlosigkeit“ der Politik. Anstatt innerhalb des bestehenden Finanzsystems über Wachstum und Schulden zu diskutieren, bieten wir „radikale“ (lat.: Radix = Wurzel) Lösungsvorschläge an. Fließendes Geld, soziales Bodenrecht, bedingungsloses Grundeinkommen und eine freie Presse ergeben im Verbund eine echte Alternative.

Sprecher
Andreas Popp, Sebastian Ganso (Wissensmanufaktur)

Länge
2 CDs

Meine Meinung
Vorgestern habe ich das Hörbuch bekommen. Bisher habe ich es schon drei Mal gehört, so interessant finde ich diese Alternative zur Alternativlosigkeit unserer gegenwärtigen Politik. Ok, es ist ja auch nicht sonderlich lange, dafür aber inhaltlich prall gefüllt mit einer sehr guten Idee.

Ich denke, dieses Hörbuch ist für alle diejenigen von großem Interesse, die von unserem Parteieinerlei die Nase voll haben und nach anderen Methoden für eine wirklich bessere Zukunft suchen. Ganz klar angeprangert wird hier unser herrschendes Finanzsystem, welches so nicht mehr lange funktionieren kann und wird.

Mir persönlich leuchtet dieser vorgestellte Plan B ein, auch wenn er nicht ganz leicht zu verstehen ist, da man seine lebenslang eingetrichterte Sichtweise gänzlich über Bord werfen muss. Die Wissensmanufaktur.de schreibt übrigens nicht nur über ihre Pläne, sie setzt sie auch Schritt für Schritt um, was in mir dann doch wieder einen Funken Hoffnung für unsere Zukunft zündet. Und jeder kann dabei mitmachen!

Weitere Informationen
Dieses Hörbuch gibt es bei der Wissensmanufaktur.de zu kaufen und auch als kostenlose Textdatei (im pdf-Format) in verschiedenen Sprachen zum Herunterladen: Andreas Popp, Rico Albrecht – Plan B

Arno Strobel – Im Kopf des Mörders: Tiefe Narbe (Oberkommissar Max Bischoff 1)

tiefe-narbeBeschreibung
Extrem packend, extrem verstörend, extrem intensiv.

Max Bischoff ist der Neue bei der Mordkommission in Düsseldorf. Er ist jung und schwört auf moderne Ermittlungsmethoden, was nicht immer auf Gegenliebe bei seinem Partner Horst Böhmer stößt. Ihr erster gemeinsamer Fall beim KK11 hat es in sich. Auf dem Präsidium taucht ein verwirrter Mann auf, von oben bis unten mit Blut besudelt. Er kann sich an nichts erinnern. Wie sich herausstellt, stammt das Blut auf seiner Kleidung nicht von ihm selbst, sondern von einer Frau, die vor zwei Jahren spurlos verschwand. Ist der Mann ihr Mörder? Als kurz darauf eine Leiche am Rheinufer gefunden wird, verirren sich Max Bischoff und Horst Böhmer immer tiefer im Dickicht der Ermittlungen.

Sprecher
Götz Otto

Länge
7 h 07 m

Meine Meinung
Ich kann es kaum glauben! Aber: Dieses Hörbuch hatte mich sehr gefesselt, das weiß ich noch. Doch mehr als ganz entfernte Erinnerungen sind leider nicht haften geblieben. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass ich dieses Hörbuch gehört habe. Hm, sollte mir das zu denken geben?

Was ich noch weiß:

  • Die Zusammenarbeit der zwei unterschiedlichen Partner Horst Böhmer und Max Bischoff hat mir sehr gut gefallen, da beide völlig verschiedene Ansichten hatten, wie man Ermittlungen führen sollte.
  • Der erste Teil mit Max Bischoff machte mich neugierig auf die nächsten Bücher, die da kommen werden.
  • Die Szene mit dem blutüberströmten Mann, der im Präsidium auftaucht, ist mir auch noch sehr bewusst.

Tja, aber von dem Fall an sich herrscht Finsternis. Normalerweise würde ich daraus schließen, dass es wohl ein 08/15-Krimi war. Aber so habe ich das Hörbuch als Gesamteindruck gar nicht in Erinnerung! Im Gegenteil, es hatte mir gefallen.

Na, jedenfalls kann ich es guten Gewissens weiterempfehlen, da ich mir immerhin die Punktzahl notiert hatte. Aber ich glaube, man sollte nicht sonderlich empfindlich sein.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Arno Strobel – Im Kopf des Mörders: Tiefe Narbe (Oberkommissar Max Bischoff 1)

Siehe auch:

Eva Almstädt – Grablichter (Pia Korittki 4)

Beschreibung
Bei Probebohrungen für die geplante Umgehungsstraße stößt man auf ein Skelett ohne Kopf. Im Dorf scheint niemand den Toten zu kennen, der mehr als ein Vierteljahrhundert in seinem flachen Erdgrab ruhte. Dann stellt sich der tödliche Reitunfall einer Journalistin im nahe gelegenen Wald als heimtückisch geplanter Mord heraus. Kommissarin Pia Korittki und ihr Team ermitteln mal wieder auf dem Land…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Anne Moll

Länge
7 h 48 m

Meine Meinung
Auch der vierte Fall der Kommissarin Pia Korittki ist wieder solide, spannend und kurzweilig. Und vor allem hat mich das Ende einmal mehr überrascht. Und selbstverständlich gerät Pia Korittki auch in „Grablichter“ wieder selbst in Lebensgefahr.

Der Fall, den sie dieses mal zu lösen hat, hat es wieder in sich. Was zunächst nach einem unglücklichen Reitunfall mit Todesfolge aussieht, erweist sich schnell als kaltblütiger Mord. Dadurch, dass alle in dem kleinen Dorf sich kennen, wird zwar viel geredet, doch wie viel vertrauen die Bewohner wirklich einer Fremden an? Keine leichte Nuss, die es hier zu knacken galt.

Besonders gut gefällt mir an den „Korittki-Krimis“ die Protagonistin selbst, die sich zunächst schwer behaupten musste, um überhaupt akzeptiert zu werden und nun immer besser mit ihrem Team klar kommt. Auch ihre Hin- und Hergerissenheit zwischen ihrem Beruf und ihrem Privatleben finde ich absolut glaubhaft beschrieben und herzlich ausgearbeitet. Das wirkt alles sehr natürlich, sehr lebensecht.

Anne Moll gehört natürlich mittlerweile wie der Deckel auf den Topf zu den Pia-Korittki-Krimis. Eine andere Stimme wäre einfach nicht mehr passend und sehr fatal.

Insgesamt gesehen ist also auch der vierte Teil der Krimi-Reihe ein solider und unterhaltsamer Krimi, den ich an einem herrlichen Urlaubstag auf einen Rutsch durchgehört habe.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Eva Almstädt – Grablichter (Pia Korittki 4)

Siehe auch: 

Julian Barnes – Der Lärm der Zeit

Beschreibung
Von der Liebe zur Musik und den Zwängen der Macht.

Der sowjetische Starkomponist Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch gehört zu den renommiertesten Komponisten seines Landes, als Stalin eines Abends der Aufführung einer seiner Opern beiwohnt und schon in der Pause den Saal verlässt. Schostakowitsch wartet ab diesem Abend Nacht für Nacht angezogen, auf seinen gepackten Koffern sitzend neben dem Aufzug seiner Wohnung, dass er verhaftet wird.
Doch niemand kommt. Stattdessen feiert er Erfolge mit seiner Fünften Symphonie und wird wieder Liebling der Massen. Aber nun muss er sich ungewollter Privilegien erwehren, die mit der Vereinnahmung durch die Partei einhergehen. Es geht nun nicht mehr um Leben und Tod, sondern um künstlerische und moralische Integrität. Und diese ist nicht weniger substanziell für den Komponisten.

Sprecher
Frank Arnold

Länge
6 h 07 m

Meine Meinung
Es ist einfach immer und immer wieder furchtbar zu lesen/zu hören, was unter der Diktatur Stalins geschah. Das Hörbuch „Der Lärm der Zeit“ beschreibt sehr anschaulich in Romanform das Leben des sowjetischen Starkomponisten Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch und wie er unter der Macht litt. Weit entfernt von selbstbestimmt, noch weiter entfernt von kreativ oder künstlerisch. Alles wurde ihm vorgeschrieben, alles wurde reguliert, was nicht passt, wurde verboten, wer aufmuckte wurde kurzerhand hingerichtet. Klare Regeln die nur noch Angst und Schrecken verbreiteten. Denn etliche Millionen verloren unter Stalins Macht ihr Leben.

Schostakowitsch ist natürlich verzweifelt. Er lebt in ständiger Angst, doch noch abgeholt und hingerichtet zu werden, da Stalin sein Werk „Lady Macbeth von Mzensk“ nicht zugesagt hatte. Um seiner Familie die Schmach der Verhaftung zu ersparen, sitzt er fortan Nacht für Nacht mit gepacktem Koffer im Flur und wartet auf sein Schicksal. Doch es kommt nicht. Es hat einen fast noch perfideren Plan für ihn, als den Tod. Denn immer und immer wieder muss er sich entscheiden: Steht er zu seiner Überzeugung, seinem Tun, seiner künstlerischen Schöpfung und wird somit hingerichtet oder beugt er sich dem unsäglichen Willen der Regierung, tut alles, was sie von ihm verlangt und verliert dadurch sein Gesicht.

Sein ganzes Leben ist geprägt von diesem Widerstreit der Gefühle, nicht selten denkt er an Selbstmord. Und das erschreckende ist, dass dieser Roman keineswegs erfunden ist. Größtenteils beruht er auf Tatsachen.

„Der Lärm der Zeit“ ist kein Hörbuch, dass man nebenbei hören kann. Denn es ist nicht nur äußerst intensiv von der wahren Geschichte her, es ist auch extrem wortgewaltig und ja auch philosophisch. Sehr gut haben mir hier die beschriebenen Gedanken des Protagonisten gefallen. Ich fühlte richtig mit ihm mit und war sehr froh, dass ich nicht in seiner Haut steckte.

In diesem Hörbuch hat mir Frank Arnold als Sprecher mal wieder sehr gut gefallen. Seine Stimme passte zu der Geschichte und er blieb als Sprecher angenehm im Hintergrund. Das bewirkte, dass das Gesagte nochmals an Intensität zunahm.

Keine leichte Kost – aber absolut empfehlenswert!

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Julian Barnes – Der Lärm der Zeit

Barbara Wendelken – Die stille Braut (Martinsfehn-Krimi 2)

die-stille-brautBeschreibung
Gerade erst von ihren Verletzungen genesen, nimmt Oberkommissarin Nola van Heerden ihren Dienst wieder auf. Gleich ihr erster Fall führt sie erneut nach Martinsfehn.
An einem Badesee findet man die als Braut zurechtgemachte Leiche einer jungen Frau, die vor vier Jahren aus einer Internatsschule für Gehörlose verschwunden ist. Bei ihren Ermittlungen stößt Nola auf ein düsteres Geheimnis. Bald gibt es weitere Tote und es scheint, als wäre der Täter ihr immer einen Schritt voraus…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Jürgen Holdorf

Länge
15 h 52 m

Meine Meinung
Nachdem ich von ihrem ersten Buch „Das Dorf der Lügen“ sehr begeistert war, holte ich mir natürlich auch den Nachfolgeband. Die Geschichte fängt schon gleich wieder spannend an und spielt natürlich wieder in dem idyllischen Martinsfehn. Doch auch dieses Mal trügt der ländliche Frieden. Denn ein Mädchen wurde tot am See gefunden, herausgeputzt wie eine Braut. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um das seit vier Jahren vermisste Mädchen aus dem nahe gelegenen Internat für Gehörlose handelt.

Somit führt Nola ihr Weg in eben dieses Internat, da sie sich zunächst mit ihrer früheren Zimmergenossin unterhalten will. Auch sie trägt – wie das Opfer – ein CI (Cochlear Implantat), das ihr trotz ihrer Taubheit das Hören ermöglicht.

Lange tappt Nola im Dunkeln und auch ihr Kollege, den sie bereits aus ihrem ersten Einsatz in Martinsfehn bestens kennengelernt hatte, ist wieder mit von der Partie. Doch dieses Mal führen die beiden eine wirklich anstrengende On-/Off-Beziehung. Diese strapaziert nicht nur die Nerven der beiden, sondern auch die des Hörers. Aber es hält sich noch in Grenzen und irgendwie ist dieses „Gezicke“ auch verständlich, wenn man bedenkt, wie der erste Teil endete.

Auch im zweiten Teil wurden die Personen wieder sehr gut beschrieben. Und da man etliche der Beteiligten bereits kannte, war es quasi ein Wiedersehen mit alten Freunden. Nur konnte ich dieses Mal Nolas Handlungen nicht immer nachvollziehen. Aber wer kann schon eine Person im Zickenmodus verstehen.

Insgesamt fand ich „Die stille Braut“ nicht ganz so durchgehend spannend wie „Das Dorf der Lügen“. Doch auch hier gab es etliche überraschende Wendungen und am Ende wurde ich wieder überrascht. Denn viele andere hatte ich in Verdacht, doch nicht den letztendlichen Täter.

Jürgen Holdorf als Sprecher hat mir größtenteils sehr gut gefallen. Allerdings machte mich seine Art, die Rolle der CI-Trägerin zu sprechen, leicht wahnsinnig. Sie klang wie ein Roboter. Ich meine, CI-Träger haben viele verschiedene Eigenarten, wie sie sprechen. Doch mir ist noch keiner begegnet, der wie ein Roboter spricht. Kurz zur näheren Erläuterung: Meine Nichte trägt ein CI, meine Schwägerin ebenfalls, und ich kenne noch etliche andere CI-Träger. Alle sprechen nahezu normal, oder es ist ein Lispeln da, oder die ein oder andere Eigenart zu vernehmen. Doch auch jeder normal hörende Mensch hat so seine Art, wie er spricht. Mir hätte es besser gefallen, wenn Herr Holdorf auch die CI-Trägerin normal hätte sprechen lassen. Aufgrund der Tatsache, dass sie etwas nicht sofort hört oder akustisch versteht, wird man ja immer wieder darauf aufmerksam, dass es sich gerade um die CI-Trägerin handelt, wobei sie natürlich auch einen Namen hat (der mir aber leider gerade entfallen ist).

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Barbara Wendelken – Die stille Braut (Martinsfehn-Krimi 2)

Siehe auch: 

Don DeLillo – Null K

Beschreibung
Jeffrey Lockharts Vater Ross, ein Milliardär in seinen Sechzigern, versucht das Leben seiner jüngeren, schwerkranken Frau Artis zu retten. Er bringt sie in ein Forschungszentrum, in dem menschliches Leben durch Einfrieren verlängert werden soll, bis eines Tages biomedizinische Fortschritte es erlauben, unrettbare Fälle von heute doch noch zu heilen und ihnen neue Möglichkeiten zu schenken.

„Wir wurden ohne Freiheit der Wahl geboren. Sollen wir etwa genauso sterben? Das nicht zu akzeptieren – wäre das nicht eine grandiose Errungenschaft?“ Ross sucht neue Welten, andere Dimensionen, sein Sohn Jeffrey lässt nur das Leben im Hier und Jetzt gelten.

Sprecher
Christian Brückner

Länge
8 h 49 m

Meine Meinung
Oh dieser Fusselroller! Ich fürchte, dass wenn ich in meinem zukünftigen Leben einen Fusselroller sehe, ich immer an Null K werde denken müssen. Das nenne ich die Höchststrafe!

Eigentlich ist das oben beschriebene Thema ja durchaus sehr interessant. Aber ich glaube, man kann es kaum langweiliger präsentieren, als es Don DeLillo in Null K getan hat. Er verliert sich in endlosen Beschreibungen von Nichtigkeiten, die einen wirklich derart einlullen, dass man sofort müde wird und die Lust am Weiterhören verliert. So ging es mir jedenfalls bei diesem Buch.

Ich konnte dieser Geschichte nichts abgewinnen, da es um das eigentliche Thema nur selten ging. Hätte er die Gewichtung anders gelegt, sprich nur nebenbei über Fusselroller und Geldbeutel sinniert und sich ausführlicher mit dem Einfrieren und den daraus resultierenden Vorteilen in der Zukunft und was es für unser heutiges Leben bedeutet beschäftigt,  wäre das Buch der Knüller geworden. Aber so… leider nicht. Zumindest nicht für mich. Doch es bilde sich bitte jeder selbst seine Meinung.

Christian Brückner war als Sprecher zwar sehr gut und hat auch wirklich versucht, alles aus der Geschichte herauszuholen. Doch wenn das Material derart langweilig ist, dann kann auch der beste Sprecher kein mitreißendes Hörbuch daraus machen.

Weitere Informationen
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Markus Heitz – Des Teufels Gebetbuch

Beschreibung
Jeder kennt sie, ob Poker, Mau-Mau, Bridge, Skat, ob Wilder Westen, ob James Bond, ob im Kinderzimmer: Spielkarten. In „Das Gebetbuch des Teufels“ geht es um ein ganz besonderes, uraltes Kartenspiel, bei dem bestimmte Kartenfolgen unheimliche Dinge auslösen können. Dieses Deck wurde mehrmals verändert, restauriert, die Grundsubstanz ist jedoch erhalten geblieben. Aber: Das Kartenspiel wurde über die ganze Welt verteilt. Denn es ist sehr mächtig… Noch ist nicht sicher, ob die Karten Werkzeuge des Guten oder des Bösen sind. Aber es zeichnet sich ab, dass das Deck bei einer politischen Konferenz zum Einsatz kommen soll. Und plötzlich könnte aus einer harmlosen Kartenpartie viel mehr werden…

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Uve Teschner

Länge
18 h 15 m

Meine Meinung
Der Plot an sich ist sehr spannend und interessant. Besonders die Zeitsprünge zurück in die Vergangenheit, bei dem die Entstehung des Kartenspiels erzählt wird, haben mir sehr gut gefallen. Auch fand ich toll beschrieben, wie einzelne Karten manche Menschen derart in ihren Bann zogen, dass sie alles für sie getan hätten, ja, dass sie selbst ihre Kinder dafür geopfert hätten. Böse Karten, ja das waren wirklich böse Karten – direkt aus der Hölle.

Eins sei jedem gesagt: Man sollte sich auf eine Partie Supérieur nach alten Regeln nur einlassen, wenn man die Regeln wirklich kennt! Sonst spielt man es vielleicht nur einmal und nie wieder. Obwohl, auch wenn man die Regeln kennt, kann es sein, dass man es nur einmal in seinem Leben spielt. Neugierig geworden? Dann höre dir diese Geschichte an.

Allerdings sollte man nicht zimperlich sein, was die Blutmenge betrifft, denn hier wird gemordet was das Zeug hält. Und die Beschreibungen sind auch nicht gerade zimperlich. Literweise Blut ist hier also inklusive. Etwa in der Mitte der Story hatte ich zunächst genug von dem Gemetzel und ich hatte kurzfristig den Spaß an der Geschichte verloren. Ich hörte also erst einmal ein anderes Hörbuch. Doch die Karten hatten auch mich fest in ihrem Würgegriff, so dass ich unbedingt wissen wollte, wie die Story endet. Also hörte ich nach dem kurzen Intermezzo die Geschichte weiter. Wenn man also von den diversen blutrünstigen Aktionen absieht, ist es wirklich ein gutes, kurzweiliges und interessantes Hörbuch.

Die Person, die mir in dieser Geschichte am besten gefallen hat, ist die alte Dame, die die Karten liebevoll restaurierte. Den Protagonisten hingegen fand ich etwas seltsam. Er konnte z. B. sehr viele Sprachen sprechen, hatte aber vergessen, dass er die Sprachen beherrschte. So wie er vieles andere aus seinem Leben vergessen hatte, aus der dunklen Zeit als Spielsüchtiger und Trinker.

Von mir bekommt Des Teufels Gebetbuch nicht die volle Punktzahl, dafür gab es einfach zuviel Blut, was mir persönlich einfach nicht gefällt. Aber für vier Pingus reicht es allemal.

Uve Teschner als Sprecher hat sich hier wieder mächtig engagiert und die diversen Rollen perfekt in Szene gesetzt. Besonders in der Szene mit dem Woodoo-Meister brillierte er sprachlich perfekt.

Weitere Informationen
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Siehe auch: 

Jorgen Randers, Graeme Maxton – Ein Prozent ist genug

Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen

Beschreibung
Die Fronten sind verhärtet: hier die Anhänger des Degrowth, die negative Wachstumsraten für unverzichtbar halten – dort die Mehrheit der Wachstumsgläubigen, die noch immer von zweistelligen Zuwächsen träumt. Radikale Rhetorik und Konzepte scheinen mehr denn je nötig zu sein, um sich Gehör zu verschaffen. Doch gibt es wirklich keine Lösungen dazwischen?

Für Jorgen Randers und Graeme Maxton ist es höchste Zeit, Realitäten anzuerkennen und Denkblockaden zu überwinden. In „Ein Prozent ist genug“ stehen die Industrieländer, deren Wirtschaft kaum noch wächst, im Mittelpunkt. Der aktuelle Bericht an den Club of Rome räumt auf mit dem Mythos der Alternativlosigkeit und präsentiert einen Maßnahmenkatalog für überfällige Reformen in Politik und Wirtschaft: für den Umbau unserer sozialen Sicherungssysteme, für menschenwürdige Arbeitsplätze und einen Klimaschutz, der der Wirtschaft nutzt.

Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung wird exklusiv von Audible präsentiert und ist ausschließlich im Download erhältlich.

Sprecher
Sebastian Walch, Yara Blümel

Länge
7 h 26 m

Meine Meinung
Daumen hoch für dieses äußerst interessante Hörbuch. Zwei Fachleute, die sich in ihrer Materie wirklich auskennen, haben dieses Hörbuch verfasst, welches nicht nur die heutigen Probleme deutlich und für jeden verständlich aufzeigt, sondern auch 13 Schritte anbietet, wie man eine bessere und lebenswertere Welt für alle schaffen könnte und das auch gleich noch in Verbindung mit der Schonung und Heilung unseres mittlerweile äußerst geschundenen Planeten.

Natürlich ist ihnen auch bewusst, dass nicht alle aufgezeigten Wege einfach umzusetzen sind, doch das ist ja noch lange kein Grund, das Problem nicht trotzdem anzugehen und es zu versuchen. Besser als nichts zu tun und sich mit dem leider immer noch in Mode befindlichen Wortes der Alternativlosigkeit hinzusetzen und zuzusehen, wie alles immer schlimmer und fataler wird.

Sicherlich werden einigen (besonders den Reichen) die Vorschläge ganz und gar nicht schmecken. Doch mit der „Nach mir die Sintflut-Mentalität“ muss endlich Schluss sein! Denn auch die folgenden Generationen, sei es von Menschen oder Tieren, haben ein Recht auf Leben.

Eine Erklärung, die mir besonders gut gefallen hat, ist der Vergleich der Erde mit dem menschlichen Körper. Denn auch unser Planet ist ein Organismus. Wenn unser Körper sich um nur 2 Grad erwärmt, also auf 39 Grad, dann haben wir Fieber und uns geht es gar nicht gut. Ebenso ergeht es unserer Erde, wenn sich das Klima um 2 Grad erhöht. Dies sei all denjenigen gesagt, die immer noch meinen: 2 Grad sind nicht viel.

Sehr schön fand ich auch den Einsatz der zwei Sprecher. Sie hatten beide angenehme Stimmen und die Aufteilung ihrer jeweiligen Einsätze fand ich auch gut durchdacht. Es vereinfachte das Zuhören und das Verständnis des Gesagten.

Weitere Informationen
Weitere Informationen gibt es bei Audible.de. Und hier geht es direkt zur Hörprobe und zum Hörbuch: Jorgen Randers, Graeme Maxton – Ein Prozent ist genug: Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen