Alfred Bodenheimer – Kains Opfer

kains-opferBeschreibung
Als ein Mitglied seiner Gemeinde ermordet wird, ist Rabbi Klein bestürzt. Dann bittet ihn die Polizei um Übersetzung einiger hebräischer E-Mails des Toten. Dabei sollte er es bewenden lassen. Aber die Ungewissheit über den Täter, die Frage nach Schuld und Motiven und die Verantwortung für seine Gemeinde lassen den Rabbi nicht ruhen. Heimlich beginnt er zu ermitteln – ein unbeirrter Wahrheitssucher, dessen Mut den Hörer unweigerlich mitfiebern lässt.

Thomas Sarbacher zeigt in diesem Hörwerk unter der Regie von Franz Wassmer die ganze Breite seiner Sprechkunst. Ein Zürich-Krimi, der dem Verlagsmotto – Erlesenes Hören – mehr als gerecht wird.

Der erste garantiert koschere Lokalkrimi und die spannendste Art, das jüdische Zürich kennenzulernen – oder wiederzuerkennen.
(Charles Lewinsky)

Sprecher
Thomas Sarbacher

Länge
374 Minuten

Meine Meinung
Das Jahr 2017 ist noch jung und schon habe ich eine wirklich positive Überraschung zu vermelden! Dieses Hörbuch wurde mir netterweise als Rezensionsexemplar angeboten. Ich war zunächst skeptisch, da es doch in einer Welt spielt, die mir ziemlich fremd ist. Doch dann dachte ich, na eigentlich willst du doch genau das mit deinen vielen Hörbüchern erleben:  Andere „Welten“ und fremde Sitten kennenlernen. Und das alles in einen Krimi gekleidet – warum also nicht. Ich stimmte zu. Welch ein Glück kann ich im Nachhinein nur sagen.

Rabbi Klein ist bestürzt, wurde doch ein ihm wohlbekanntes und sehr geschätztes Mitglied seiner Gemeinde ermordet. Natürlich ist er der Polizei gerne behilflich, E-Mails, die in hebräischer Schrift verfasst wurden, zu übersetzen. Will er doch auch nichts sehnlicher, als dass der Mörder möglichst schnell gefasst wird.

Doch schon beim Durchlesen der ersten privaten Mails überkommen ihn starke Zweifel, ob er hier nicht zu sehr in die Privatsphäre des Toten eingreift – dass ihn das alles doch eigentlich gar nichts angeht. Hin- und hergerissen liest er weiter und findet einzig eine alarmierende E-Mail. Dass der Inhalt allerdings auf ein weiteres Mitglied seiner Gemeinde hinweist, lässt ihn schwer mit sich hadern, doch letztendlich beschließt er, die Polizei auf diese E-Mail hinzuweisen. Schließlich hat er versprochen, nach eben solchen E-Mails besonders zu schauen. Selbst kommt er sich dabei als übler Denunziant vor, fühlt sich dabei ganz und gar nicht wohl. Und prompt wird daraufhin eben dieses Gemeindemitglied inhaftiert. Doch dass ausgerechnet dieser Mann diese Tat begangen haben soll, kann er sich einfach nicht vorstellen.

Und hier beginnt das wahre Dilemma des Rabbi Klein, der immer nur das Richtige tun will, sich jedoch immer weiter in einen Sumpf verstrickt, der schwer an ihm zerrt. Denn hier eine kleine Lüge und da eine kleine Unwahrheit führen letztendlich zu einem Ende, dass… werde ich hier natürlich nicht verraten. Nur soviel: Auch das Ende hat mir richtig gut gefallen.

Rabbi Klein, ein wahrlich sympathischer Mensch, muss hier durch eine harte Prüfung gehen. Was ist richtig und was ist falsch? Was ist in welcher Situation wie zu bewerten? Er hat es mit dieser Aufgabe hier wirklich nicht leicht und das ist das schöne an diesem Krimi. Denn auf die ein oder andere Weise stecken wir ja auch oft genug in solch einem Dilemma. Das macht das ganze Verhalten des Rabbis äußerst glaubhaft und lebensnah.

Auch die weiteren Personen wurden sehr gut gezeichnet, es wurde – je nach Wichtigkeit – immer die richtige Dosis an Informationen gegeben, um sich die jeweilige Person lebhaft vorstellen zu können. Vielleicht weniger vom Aussehen her, dafür aber vom Charakter. Und das ist ja eh das Wesentliche an einem Menschen.

Sehr interessant fand ich auch die vielen Informationen zum Judentum. Man erfährt hier wirklich eine Menge über die Bräuche und das alles so ganz nebenbei. Und wenn man den ein oder anderen Begriff doch aus der Geschichte heraus vielleicht nicht ganz verstanden hat, so liefert das Booklet Abhilfe. Denn hier sind die wichtigsten Begriffe erklärt.

Thomas Sarbacher, den ich bisher nur als Schauspieler kannte, fand ich als Stimme auch sehr passend. Anfangs fand ich ihn ein wenig fade, doch je weiter die Geschichte fortschritt, umso mehr hat auch er sich in seine Rolle gefunden. Am Ende war ich sehr angetan von seiner Stimme und seiner Art.

Insgesamt ist „Kains Opfer“ ein wirklich spannender Krimi, der einem weniger des Mordes wegen als vielmehr durch den ermittelnden Rabbi Klein immer weiterhören lässt. Und bald schon fürchtet man das Ende. Denn dann ist das Buch ja leider schon fertig. Doch es gibt einen Lichtblick. Denn ein weiterer Band mit dem sympathischen Rabbi, der das „Ermitteln auf eigene Faust“ einfach nicht lassen kann, ist bereits bei Hörkultur erhältlich.

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Weitere Informationen
Eine Hörprobe sowie weitere Informationen gibt es direkt beim Verlag Hörkultur.

Herzlichen Dank an Hörkultur für das Rezensionsexemplar.

Siehe auch: 

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